Wer im Augenblick noch Motorrad fährt sollte vorsichtig sein - nicht nur wegen den rutschigen Straßen und der eingeschränkten Sicht, sondern auch wegen dem Salz, das bei bestimmten Teilen des Motorrads sehr schnell zu Korrosion führen kann.

Besonders gefährdete Teile sind: Felgen, Speichen, alles aus Aluminium, alles was unlackiert ist, Ledermaterialien, elektrische Kontakte, Schlösser und Chromteile.

Bei den Felgen hilft nur eins wirklich gut: Ordentlich Kettenspray drauf. Das Kettenspray haftet sehr gut und bildet eine schützende Schicht, so dass das Salz nicht sofort in Kontakt mit den Felgen kommt. Kettenspray eignet sich auch sehr gut als "Unterbodenschutz". Allerdings sollten nur Teile damit eingesprüht werden, die während des Betriebes nicht zu warm werden.

Aluminium, unlackiertes Metall und Chromteile kann man recht gut mit WD 40 Öl schützen. Einfach ein wenig Öl draufgeben und mit einem weichen Tuch (Papiertaschen- oder Baumwolltuch) gleichmäßig verreiben. Wenn sich ein feiner Ölfilm auf dem Teil gebildet hat, ist es gut und wirkt Feuchtigkeitsabweisend. Das sollte übrigens auch im Sommer regelmäßig gemacht werden, wenn auch mit geringeren Mengen Öl: Das Schützt die Teile auch bei Regen vor Korrosion.

Elektrische Kontakte können mit Fett z.B. mit Vaseline geschützt werden. Das funktioniert allerdings nur bei Motorrädern gut, die nicht so stark vibrieren, weil sonst das Fett schnell abgeschüttelt wird. Fett hat ja leider auch die Eigenschaft, dass es bei Wärme weicher wird, ist also daher nur bedingt geeignet. Man kann die Kontakte natürlich auch versuchen mit Schrumpfschlauch abzudichten. Das sollte auch gut funktionieren, ist aber etwas aufwändiger.

Leder ist schwierig zu pflegen und sollte bei Salzkontakt möglichst schnell wieder vom Salz befreit werden. Grundsätzlich sollte das Leder regelmäßig mit entsprechender Lederpflege behandelt werden. Gut sind hier Fette, die mit Bienenwachs versetzt sind. Das Fett zieht ins Leder und hält es geschmeidig, während der Wachs eine Schutzschicht gegen Feuchtigkeit bildet. Wenn man das regelmäßig macht, dann hält die Sitzbank richtig lange. Und die Lederkombi oder Lederjacke übrigens auch. Wer also auch im Winter mit Lederkleidung fährt (wie ich), sollte auch diese gegen das Salz schützen.

Schlösser an Seitenkästen können ebenfalls durch seitliches Spritzwasser mit Salz in Kontakt kommen. Gerade bei einfachen Schlössern, die keinen guten Schutz haben, kann das schnell zu Korrosion führen. Spühöl und ein wenig Fett können auch hier helfen das Innere des Schlosses zu konservieren.

Ein Tipp in Bezug auf Gewinde von Muttern und Schrauben wurde mir noch zugetragen: Kupferpaste. Die Gewinde von besonders gefährdeten Schrauben einfach mit ein wenig Kupferpaste schützen, damit ein Festbacken verhindert wird.

Das wichtigste im Winter ist allerdings: Einmal die Woche die Maschine waschen. Also am Samstag einen Eimer kaltes Wasser und runter mit dem scheiß Salz. Und danach wieder die sensiblen Teile schützen.

So kommt die Maschine unbeschadet durch den Winter - vorrausgesetzt, man mault sich nicht.