Ich komme ausnahmsweise mal pünktlich los. 2 Stunden wird es dauern, bis ich vom westlichen Sauerland ins Bergische Land gedieselt bin - natürlich nur über Landstraßen. Die Route finde ich auch ziemlich problemlos, nur gegen Ende verarscht mich GoogleMaps ein wenig und die Navigation schickt mich über eine Straße, die ich eher als asphaltierten Trampelpfad bezeichnen würde. Dennoch komme ich noch vor dem Beginn des Vortrags von Erik Peters über seine Reise in den Oman und nach Island an. Am Cafe Alte Schule ist eine schöne Atmosphäre, die Sonne scheint, neigt sich langsam in Richtung Horizont und es ist relativ ruhig. Auch ein paar Non-Standard Motorräder gibt es zu bestaunen, aber ich hole mir erstmal ein Bier, da @Kutze21 (Michael), @ErnieTroelf (Patrick) und @Pistonpin (Alexander) noch auf sich warten lassen. Dann bezahle ich schon mal den Eintritt bei Eric, der mit aber keinen Stempel auf die Hand drückt, weil er mich sowieso wieder erkennen würde. Muss wohl an meinem guten Aussehen liegen - oder an meinen Dreadlocks. Nach dem Bier und 20 Minuten später sind die Drei immer noch nicht da und ich versuche Patrick per Mobiltelefon zu erreichen, doch er meldet sich nicht. Da Eric beginnen möchte setze ich mich dann schließlich in den abgedunkelten Vortragsraum. Die Mischung aus Video, Foto, Buch und Improvisationsvortrag beginnt, als kurz darauf die Tür aufgeht und die drei Verschollenen doch noch auftauchen. Nach einer leisen Begrüßung lauschen wir gespannt dem Vortrag. Erik berichtet von der gemeinsamen Reise mit seinem Kumpel Carsten in den Oman, über fremde Kulturen. Teilweise liest er dabei aus dem Buch vor, teilweise präsentiert er mit Musik unterlegte Fotos, die an eine Leinwand projiziert werden, um dann zwischen den Kapiteln auch frei von der Leber weg zu erzählen. Und das alles wirklich unterhaltsam und wie seine Bücher mit einer Prise Ironie gesalzen, ich fühle mich jedenfalls gut unterhalten. Nach einer kurzen Pause geht es dann vom Oman aus zurück durch Osteuropa über Finnland, Schweden und Norwegen zur Fähre nach Island. Dieser Part der Vorführung interessiert Patrick und Michael besonders, da die beiden dieses Jahr ebenfalls eine Tour nach Island machen. Alex überlegt noch, aber die Gülle ist für die Offroad Passagen eher ungeeignet. Nach dem unterhaltsamen Vortrag sitzen wir noch mit Erik und Carsten zusammen draußen, ziehen uns ein paar Burger und Bier rein und quatschen. Erik gibt noch ein paar Tipps zu Island, markiert einige Punkte auf der mitgebrachten Karte, einfach super! Erik und Carsten sind echt coole Typen und nicht so unnahbar wie einige andere Motorrad-Fernreisende. Ich finde es besonders sympathisch, dass die beiden mit ihren eigenen Maschinen gefahren sind und nicht irgendwas von Touratech gestelltes benutzt haben. Sie wollen unabhängig sein und der Erfolg gibt ihnen Recht. Das finde ich cool. Aus geringem Budget was tolles Zaubern. So wie beim Kochen manchmal. Lagerfeuer am Cafe Alte SchuleAls Erik und Carsten Richtung Heimat fahren machen wir uns daran unsere Zelte aufzuschlagen, was uns von den Besitzern des Cafe Alte Schule ohne Probleme erlaubt wurde. Sogar ein Feuer dürfen wir machen und so geht der Tag in den gemütlichen Teil über. Wir sitzen am Feuer, trinken ein paar Bier, quatschen über dies und das und genießen das erste Moppedtreffen im Jahr. Das Wetter spielt gnädigerweise mit, auch wenn es in der Nacht noch kalt wird. Am nächsten Morgen bestaunen wir nach dem Aufstehen viele Oldtimer Motorräder, die sich Sonntags am Cafe häufig treffen. Alte DKWs, BMWs, eine MV Augusta, Wahnsinn! Überhaupt ist das Cafe Alte Schule sehr empfehlenswert, tolle Atmosphäre, super freundliche Betreiber und eine schöne Umgebung. Schade das es vergleichbares nicht hier im Umkreis gibt, hier sind die Treffs doch meist sehr überlaufen. Schließlich schwingen wir uns gegen Mittag auf unsere Motorräder und verabschieden uns. Mein Dieselkrad wird natürlich mal wieder ungläubig bestaunt, sowas sieht man wohl auch am Cafe Alte Schule nicht oft. Die Heimreise gestaltet sich unspektakulär, nur nach einem kurzen Stück Autobahn muss ich mal wieder Öl nachfüllen. Bei Vollast schluckt der Diesel ganz schön von dem guten Zeug, aber egal. Dafür habe ich im Winter noch Zeit. Den Rest der Strecke lege ich auf der Landstraße zurück, bis ich die heimischen Gefilde wieder erreicht habe. Schön war's. Toller Vortrag, tolle Location, toller Abend und am nächsten Tag zum Frühstück ein paar Oldtimer bestaunen. Was willste mehr! Fotos gibt's übrigens beim Troelf! Die zwei Fotos in diesem Blogbeitrag hat der Alex gemacht, der auch einen Beitrag geschrieben hat.