Hier stünde normalerweise ein schönes Bild. ;-)

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Note to my self: Neues Bewertungskriterium für getestete Motorräder

Die üblichen Bewertungskriterien bei Motorrädern sind Geschwindigkeit, Beschleunigung, Handling, Komfort und so ein Kram. Für mich hat sich nun durch Zufall bzw. Hunger ein neues Kriterium ergeben: Dönertransportmöglichkeit.

Die Versys hat übrigens mit der Bestnote 1+ bestanden. Hinter der Frontscheibe hat sie ein extra für den Dönertransport angelegtes Dönerfach. Perfekt!

2013-07-01 19.22.46

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le me, le versys

Nun ist es also tatsächlich letzte Woche soweit gewesen: Ich habe meine KLX 250 abgegeben und dafür eine 2012er Kawasaki Versys in Empfang genommen. Was soll ich sagen? Der Wechsel von einer kleinen Dual-Sport Enduro auf einen “200 Kilo Klopper”, viel mir ausgesprochen leicht, da die KLX mich in der letzten Zeit einfach extrem genervt hat. Zu wenig Leistung, zu reduziert auf die Landstraße, zu unbequem für längere Touren. Aber das kreide ich nicht der KLX an, sondern meinen geänderten Anforderungen, die ich an ein Alltags-Motorrad stelle.

Fakt ist: Ich fahre nicht mehr im Winter, da habe ich einfach keine Lust mehr zu, aber genau für diesen Zweck hatte ich mir die KLX gekauft und dafür war sie auch sehr gut gerüstet. Dafür habe ich die Einschränkungen, die ein solches Motorrad mit sich bringt gerne in Kauf genommen, doch Anfang des Jahres war dann endgültig die Luft raus. Ich wollte einfach etwas tourentauglicheres, etwas mit mehr Leistung und vorallem etwas ohne kippelige Grobstollen.

Bei Kawasaki bin ich dann ziemlich schnell bei der Versys gelandet, weil ich die Versys schonmal als Leihmotorrad hatte und mir die Maschine damals schon gefiel. Das Ding mit ohne Endtopf ist einfach eine geniales Konzept und auch sonst konnte mich die Versys schnell überzeugen: Großer Tank (19 Liter), gesunde Motorleistung (64 PS), eine sehr angenehme Kubikzahl (650 ccm) und ein geringer Verbrauch (etwa 5 Liter / 100 Km), aber eben auch der geringe Schwerpunkt, die angenehme Sitzposition und letztendlich – ich gestehe – auch das Aussehen.

Wenn du auf der Versys sitzt, dann fühlst du dich ein wenig so wie in einem Kampfjet. Kein Großer, aber ein Kleiner. Das Ding ist eckig, kantig und die kleine Frontschreibe schreit nach einem Head-Up Display. Seltsame Assoziation, aber so empfinde ich die Maschine. Und der Zweizylinder hat Charakter, da vibriert sogar noch was beim Losstürmen. Die Laufkultur eines Vierzylinders kann eben auch langweilig sein, je nach Standpunkt der Betrachtung. Und die Farbe? Meine ist Orange und Schwarz. Witzig, weil das ungefähr meine Parteizugehörigkeit wiederspiegelt und zudem bei einer Kawasaki mal etwas erfrischend anderes ist.

Aber das genialste an der Versys finde ich immer noch das Ding mit dem Endtopf. Dieser versteckt sich nämlich geradezu unter dem Motorrad, was die Optik gegenüber anderen Modellen in meinen Augen besonders macht – vom Vorteil der Schwerpunktverlagerung in Richtung Asphalt mal ganz abgesehen. Vielleicht ist es kein Zufall, dass mich die kleine Japanerin an das Grundkonzept von Eric Buell erinnert, denn auch bei den Buell-Modellen war der Auspuff immer unten. Sogar bei der Schwinge und dem Zentralfederbein gibt es Gemeinsamkeiten, auch wenn die Motorräder an sich sehr unterschiedlich sind. Nur am Sound lässt sich noch etwas machen, denn hier schlägt eine Buell die leise grummelnde Versys prinzipbedingt um Längen. Bei der Kawa werden beim Beschleunigen die Windgeräusche lauter, das war es aber auch schon.

Obwohl die Versys recht hochbeinig daherkommt, fährt sie sich sehr einfach, geht präzise in Schräglage und die Reifengröße überzeugt durch geringes Aufstellmoment. Fühlt sich ein wenig so an wie eine TransAlp, wobei die Versys etwas eher in Richtung Sport tendiert, als die gute alte Transe. Die Schaltung ist präzise und wesentlich weniger labberig als bei der KLX, wo die Gänge 4, 5 und 6 sich doch beim Durchschalten ziemlich breiig anfühlen, könnte für meinen Geschmack aber noch etwas knackiger sein. Die Leistungsabgabe ist sehr angenehm, reicht aber durchaus für schnelles Fahren und zügiges Überholen. Das würde ich vermutlich aber auch von einem Motorrad mit 40 PS sagen, schließlich bin ich fast vier Jahre lang eine 250er KLX mit teuer erkauften “paar PS mehr” gefahren. Und mein Zweitmopped hat einen Diesel-Motor.

Komfort bietet die Versys – bis auf die zu weiche Sitzbank – ebenfalls. Die Spiegel haben trotz gefälliger Optik nicht nur dekorativen Charakter und Koffersysteme sind am Markt von verschiedenen Herstellern verfügbar. Auch Handprotektoren und sonstigen Nippes gibt’s zu kaufen. Zudem habe ich auf dem Bosch Event die Funktion eines ABS schätzen gelernt, vorallem nachdem ich bei einem Ankerwurf mal das Vorderrad der KLX überbremst hatte. Das passiert mir mit dem ABS der Versys nun nicht mehr.

Insgesamt bin ich mit der Kawasaki Versys bis jetzt sehr zufrieden, das Motorrad entspricht meinen Erwartungen. Sie fährt auf der Landstraße sehr schön und lässt sich auch mal über die Autobahn treiben, wenn es denn unbedingt sein muss. Letzteres war mit der KLX immer sehr unangenehm. Auch die Optik gefällt mir sehr gut, wobei Schönheit natürlich im Auge des Betrachters liegt.

Was ich allerdings noch nachrüsten werde, ist eine höhere Scheibe und definitiv eine bessere Sitzbank.

PS: Ich habe gerade meinen Bericht zur Versys aus 2010 nochmal gelesen und muss sagen, dass sich Kawasaki mit dem 2012 Modell auf jeden Fall in der Qualität verbessert hat. Das nur als Anmerkung.

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Andere Mütter haben auch schöne Motorräder oder so…

Kawasaki Versys 2012

Kawasaki Versys 2012, Quelle: Kawasaki

Hossa! Ich weiß ich habe echt lange nichts mehr geschrieben, zumindest nicht in diesem Blog, aber ich hatte auch nicht wirklich etwas, worüber ich hätte schreiben können. Ich bin letztes Jahr nicht wirklich viel Motorrad gefahren – mal abgesehen von dem täglichen Weg zur Arbeit, aber es ist ja nicht so, als würde ich aus dieser langweiligen Erfahrung heraus nicht auch etwas für mein Leben gelernt haben: Wer nicht fährt schafft keinen Content. Vulkanische Logik oder so.

Dabei weiß ich gar nicht mal so wirklich, warum ich nicht mehr viel gefahren bin, es war einfach so ein allgemeines Gefühl von „Luft raus“. Die Möglichkeiten wären da gewesen, aber meist war es mir einfach zu weit, denn so sehr ich die Kawasaki KLX250 auch mag und schätze – Autobahnfahrten sind schlimm. Noch schlimmer als mit jedem anderen Motorrad, denn nichts ist frustierender als mit 115 – 120 Km/h auf der rechten Spur zu juckeln, um gelegentlich mal einen LKW verblasen zu dürfen. Wenn schon Autobahn, dann wenigstens mit Stil oder zumindest bequem.

Deswegen habe ich beschlossen die KLX250 möglichst bald gegen ein für meine Bedürfnisse besser geeignetes Motorrad einzutauschen. Ich wollte mir ursprünglich wieder was schnelles kaufen, eine 600er Ninja wäre da meine Wahl gewesen, aber ich denke es ist bestimmt nicht gut von einem Extrem (Dual Sport Enduro) ins nächste (Asphaltfräse) zu verfallen. Was ich wirklich brauche ist ein Vernunftmopped. Dieser Wahrheit muss ich wohl endlich ins Auge blicken.

Die Versys ist da genau richtig: Niedriger Verbrauch, großer Tankinhalt, bequeme Sitzposition, ABS, viel passendes Zubehör und sie fährt sich sogar gut. Ich hatte die Versys nämlich schonmal als Leihmopped, daher weiß ich das.

Die Sterne stehen günstig, derzeit gibt Kawasaki auf die Vorjahresmodelle 10% Rabatt. Ich denke ich werde am Samstag mal zu Kawasaki Schnock fahren und das mit ihm diskutieren.

Um unvernünftig zu sein, bleibt mir ja auch noch die Midlife-Crisis. Da kauf ich dann wieder was zum herbrennen. Und bis dahin habe ich ja auch noch die Diesel Enfield, ich denke das ist extravagant genug.

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Kurz angefahren: Kawasaki Versys

Da sich meine KLX gerade bei Motorrad Schnock wegen zuwenig Bumms in Behandlung befindet, wurde mir freundlicherweise eine Kawasaki Versys als Leihmotorrad zur Verfügung gestellt. Die Gelegenheit habe ich natürlich genutzt, dieses spacige Mopped ein wenig zu testen.

Die Sitzposition erinnert mich ein wenig an die kürzlich gefahrene Honda TransAlp, auch wenn die Maschine selbst ein klein wenig tiefer baut, für meine Körpergröße aber immernoch sehr angenehm, die langen Beine müssen schließlich irgendwo hin. Der Sitz ist breit und bequem, auch der Soziasitz sieht sehr tourentauglich aus. Der breite Tank und der relativ hohe Lenker vermitteln auf Anhieb ein gutes Gefühl für die Versys, ich bin auf der Rückfahrt gestern sofort mit dem Mopped klar gekommen, was auch am – für einen Tourer – relativ niedrigen Gewicht von 209 Kilo fahrfertig liegen mag. Von der Haptik her also subjektiv ein richtig toller Tourer: Nicht zu schwer, nicht zu verkleidet, interessant anzuschauen und richtig langstreckentauglich.

Die Optik ist zugegeben etwas gewöhnungsbedürftig, aber nachdem ich gestern Abend die Versys in der Garage hatte und sie mir genauer angesehen habe, ging das Konzept dann doch auf. Highlight ist für mich der Auspuff, den ich suchen musste und schließlich kurz hinter und ein Stück unter dem Schwingenlager fand. Das finde ich ziemlich mutig, denn lange Zeit und auch heute noch dominieren beim Motorrad-Design „dicke Tüten“ – übrigens eine Gemeinsamkeit mit der amerikanischen Pornoindustrie, aber nicht jeder steht eben auf Silikonbusen so groß wie Medizinbälle. Dadurch, dass der Auspuff bei der Versys so dezent ist, wird der Blick auf ganz andere Details des Motorrads frei. Da hat Kawaski wirklich etwas gewagt und es geht auf, denn die Schwinge und der Rahmen haben gerade rechtsseitig eine ganz eigene und besondere Kontur – optisch sehr eigenständig. Zudem dürfte der unten liegende Auspuff den Schwerpunkt der Maschine positiv beeinflussen.

Und wie fährt sie sich? Einfach draufsetzen, bequem losfahren und nach 100 Metern der Maschine vertrauen. Die Schaltung gefällt mir dabei besonders gut: Keine weichgespülte quirlige Schaltpampe, sondern ein Getriebe bei dem noch Kraft aufgewendet werden muss und es eine deutliche Rückmeldung gibt, wann der nächste Gang drin ist. Der 650 Kubik Zweizylinder ist unter 3.000 U/min etwas brummbärig, darüber läuft er aber sehr ruhig und hängt gut am Gas. Die 64 PS sind genau richtig für ein unkompliziertes Tourenkraftrad, sportliche Ambitionen konnte ich bei der Versys allerdings nur wenige finden. Sicherlich kann jedes Motorrad schnell um die Ecken getrieben werden, doch das Eine verleitet dazu, das Andere eben nicht. Die Versys würde ich nach meinem Gefühl in letztere Kategorie einsortieren.

Über 3000 U/min ist das Motorrad sehr vibrationsarm, allerdings klapperte die Plastikverkleidung bei bestimmten Geschwindigkeiten ein wenig, was ich als störend empfand – ein Problem, das sich sicherlich mit dem Gummi eines alten Fahrradreifens beheben lässt. Ansonsten gibt’s nicht viel zu meckern, nur das die äußere Tachoverkleidung vom Plastik irgendwie billig rüberkommt, sonst ist die Optik der Kanzel interessant anders und die seltsame Form der Rückspiegel vermittelt den Eindruck, auf einem Batman-Motorrad zu sitzen – schon spaßig.

Es fährt gut, es bremst gut – dank serienmäßigem ABS, es hat ordentlich Reichweite, daher mein Fazit: Richtig interessantes und doch sehr solides Tourenmotorrad. Und obwohl meine Freundin eher auf Chopper steht, fand sie die Versys auf Anhieb optisch richtig toll. Das hat mich – wie der Neupreis von gerade mal 8.000 € – ziemlich überrascht.

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