Rein in die Garage, Sprit aus dem Tank und noch kurz den Ausgleichsschlauch der die zwei Kammern des Tanks verbindet wechseln, denn dieser sorgte in den letzten Tagen im Umkreis von drei Metern um den Russen herum für eine dezente Duftnote. Nun ist es zwar üblich, dass ein Uralgespann irgendwie immer sein Revier markiert, aber Benzin ist brennbarer als Öl und zudem schmerzt der Verlust aus dem Tank auch noch im Portmonai. Außerdem kriege ich so endlich das Wasser aus dem Tank, das sich ja immer unten absetzt. Danach schmeiße ich mein Zeug in den Beiwagen und fahre – rückwärts, wie es sich für eine Ural gehört – aus der Garage. Die Strecke gibt der wie immer selbstgeschriebene Routenplan in der Kartentasche vor und ich brumme meinem ersten Wintertreffen in der Eifel entgegen. Und das auch noch mit der Großbaustelle Katjuscha, auch bekannt als 650er Ural Inlandsschlampe Inlandsmodell. Ein wenig Sorgen mache ich mir schon, ob sie mich überhaupt bis ans Ziel trägt, aber wir werden sehen.
Ich komme viel später los als ich geplant hatte. Zehn Uhr sollte es losgehen, jetzt ist es halb zwei. Gut, es sind nur 300 Kilometer bis nach Weiskirchen im Hunsrück, aber fünf bis sechs Stunden werde ich sicherlich unterwegs sein. Ich stelle noch schnell die Zündung auf 0,75 mm vor OT ein, das ist besser für die lange Strecke. Dann ist es Zeit loszufahren, also setze ich den Helm auf, streife die Handschuhe über und quetsche mich auf die schwer beladene Enfield. Mit dem ersten Kick erwacht sie gegen die Betonwände der Garage brüllend und ich fahre los. Immer ein fast magischer Moment. (weiterlesen …)
Tja, das war sie, meine Motorradsaison 2008, nun kommt bald der harte Winter, ich friere jetzt schon. Als kleinen Abschluss, habe ich alle Bilder, die ich dieses Jahr gemacht habe zu einem dreiminütigen Schnelldurchlauf zusammengefügt. Bitte mit Ton hören, sonst wirkt es nicht. Ich wünsche angenehme Unterhaltung.
Musik: “Spacecake”, PurePipe
Ich muss sagen, dass mir diese Saison sehr gut getan hat, nach dem ganzen Stress mit meiner zukünftigen Exfrau im Frühjahr. Ich war insgesamt auf 7 Treffen, die allesamt schön waren und es tat gut, nette Leute kennenzulernen und Neues zu erleben. Eine neue Erfahrung war auch, dass ich diesmal alleine auf 6 Treffen gefahren bin, ohne Jemanden, den ich kannte – was ich sehr empfehlen kann, denn so wirst du gezwungen auf die Menschen zuzugehen. Fand ich jedenfalls eine schöne Erfahrung, hat mich insgesamt zu einem besseren Menschen gemacht.
In den letzten 6 Monaten bin ich knapp über 15.000 Kilometer gefahren, mit der Yamaha ca. 10.000 und mit der Enfield etwas mehr als 5.500 Kilometer. Bei der Yamaha XJ 650 gab’s keinerlei Probleme, bei der Enfield ist mir beim Kilometerstand von 18.000 irgendwas im Motor kaputt gegangen, was es ist weiß ich noch nicht, wird sich aber bald zeigen. Die MZ stand nach dem letzten Winter ohne TÜV in der Garage, wird aber gerade wieder frisch gemacht.
Schönstes Treffen war das Gespanntreffen in Neuerkerode, weil das etwas völlig Neues war. Einerseits kannte ich dort wirklich Niemanden, andererseits das Fahren mit behinderten Menschen. Aus diesem Treffen konnte ich wirklich sehr viel positives ziehen und es hat mir noch lange im Kopf nachgeklungen. Herausragend war aber auch die Tour mit Mopeten.TV durch die Eifel und an die Mosel. Die restlichen Treffen, wie das XJ Forentreffen, die verschiedenen Enfieldtreffen und das Dieselmotorradtreffen in Hamm, will ich aber dadurch keinesfalls schlechtreden, im Gegenteil, diese Treffen waren wie immer wunderschön und es freut mich, dass ich einige Menschen noch besser kennengelernt habe.
Jetzt bin ich dann erstmal in der Garage, die MZ für den TÜV vorbereiten, damit ich ein ordentliches Winterfahrzeug habe. Obwohl… ich schaue da gerade an einer 650er Ural mit Beiwagen, aber ist noch nichts in trockenen Tüchern. Erstmal ansehen den Hobel, gefällt mir aber ganz gut. Nächsten Montag fahr ich wohl hin.
Also Daumen drücken, damit ich mir nächstes Jahr keine FZR 1000 kaufen muss! ;-)
PS: Die noch ausstehenden Berichte zum Enfieldtreffen in Weiskirchen und Verden, sowie den Bericht zum Dieselmotorradtreffen in Hamm reiche ich noch nach. Die Zeit ist im Moment leider etwas knapp bemessen. Das Video gibt’s übrigens auch bei YouTube.
Freitag Morgen, es ist acht Uhr und nach dem ersten Kaffee, den ich mir gemeinsam mit Steffi in den Kopf schütte, bin ich bereit für die Reise zu meinem ersten richtigen Motorradtreffen. Naja, was heißt richtig, sagen wir mal so: Bereit für das erste Treffen, dessen Inhalt ein für meine Verhältnisse modernes Motorrad ist – die Yamaha XJ. Es geht an die Rhön, doch ich werde nicht allein Anreisen, ich habe mich mit Siggi und Ludwig in Dortmund verabredet und so fahre ich von Menden nach Dortmund in meine Wohnung, um noch ein paar Sachen zu packen. (weiterlesen …)
Anreisetag
Irgendwie bin ich immer schrecklich müde, wenn ich auf Tour gehe. Nach dem spannenden Spiel von Deutschland gegen Portugal war ich so aufgedreht, dass ich erst spät und womöglich auch mit einem Bier zuviel ins Bett gekommen bin. Der Wecker am heutigen Freitag Morgen respektiert diesen Umstand allerdings nur wenig bis gar nicht, zeigt keine Gnade und reißt mich um sieben aus dem eher unruhigen Schlaf. “Keine Kopfschmerzen”, denke ich erfreut, “wenigstens bleibt mir das erspart”.