Im Enfield Forum habe ich einen interessanten Link aufgeschnappt, der uns in die Welt der (defekten) Ventile entführt und sehr verständlich erklärt, wie ein Ventilschaden kostengünstig in Eigenleistung behoben werden kann. Zudem vermittelt der Artikel auch ein besseres Verständnis der Funktionsweise und des Aufbaus von Ventilen.
Was mich bei meiner MZ ETZ 250 – die ich Moment aufgrund des hohen Spaßfaktors sehr viel fahre – von Anfang an gestört hat, war der 25 Jahre alte Sicherungskasten, bei dem die Blechlaschen, zwischen denen die Sicherungen geklemmt sind, total ausgeleiert waren. Dies hatte den Effekt, dass sich die Sicherungen regelmäßig verabschiedet haben. Sei es durch simples herausfallen, oder aber durch ein Schmelzen des Plastikmantels, wegen elektrischem Funkenflug.
Es gab mehrere Möglichkeiten das Problem zu beheben:
Ich habe mich dazu entschieden wieder eine klassische Sicherungsbox zu verwenden, denn so konnte ich die ja noch funktionierenden Sicherungen einfach weiter verwenden. Bei den anderen Möglichkeiten hätte ich Flach- oder Glassicherungen kaufen müssen, und das war mir zu aufwändig.
Also habe ich mir für 15 Euro eine Sicherungsbox mit geschraubtem Deckel und stabilen Laschen besorgt und eingebaut. Siehe da: Jetzt geht die Drehzahl auch nicht mehr in den Keller, wenn ich das Licht einschalte, die Blinker blinken nicht mehr unregelmäßig und die MZ geht auch nicht mehr gelegentlich einfach aus, weil die Hauptsicherung mal wieder keinen Kontakt hat, was immer besonders ärgerlich war – sowas passiert ja bekanntlich nur in Situationen, wo man es gar nicht gebrauchen kann. An der Ampel, vor dem Eiscafé, auf der Autobahn, beim Überholen, …
Fazit: 15 Euro und Minuten Arbeit, ergeben ein ganz neues Fahrgefühl. Wenn es doch nur immer so einfach wäre. ;-)
Letzte Woche war es mal wieder soweit: Ich habe während der Fahrt ein Teil von meiner Enfield verloren. Diesmal war das das Glas vom Blinker hinten links. Wie unvorteilhaft. Also kam ich auf die grandiose Idee, dass ich mir aus dem Zubehör einfach LED Blinker kaufe, da diese haltbarer sind und das lästige Birnenwechseln entfällt. LEDs halten eben einfach ewig. (weiterlesen …)
Good news
Meine MZ ETZ 250 hat wieder TÜV. Nachdem die Simmeringe der Gabel getauscht und das Gabelöl erneuert wurde und ich einen neuen Lichtschalter eingebaut habe – den alten hatte ich leider abgebrochen, als ich einen neuen Rückspiegel angebaut habe – gab der freundliche TÜV Prüfer sein gnädiges okay und erteilte uns die Plakette bis zum Juni 2008.
Bad news
Auf der ca. 100 Km umfassenden MZ ETZ Testtour durchs Sauerland ist bei genau der Hälfte der Strecke der Hinterreifen geplatzt. Leider handelte es sich nicht um ein kleines Loch, das temporär mit “Reifenpilot” verschlossen werden konnte. Die Reifenpilot Schmocke trat leider am unteren Ende des Ventils wieder aus, ich denke dort ist ein doch etwas größeres Loch oder ein Riss. Kurzum: Die ADAC Plus Mitgliedschaft hat sich dieses Jahr rentiert.
Leider steht meine Enfield im Moment auch nicht besser da: Irgendwas mit dem Vergaser liegt im Argen, aber Fahrradfahren ist bei dem Wetter ja auch schön. Hauptsache Zweirad.
Lesenswertes
Jochen Vorfelder von moto1203 hat mich auf einen wirklich lesenswerten Artikel aus der WELT aufmerksam gemacht. Es geht um die Vergangenheit und die Zukunft von und ganz allgemein um Royal Enfield. Wenn ich solche Worte lese, dann weiß ich genau, warum die Enfield für mich ganz nah am Idealmotorrad liegt – auch wenn sie zur Zeit einen kleinen Schönheitsschlaf eingelegt hat.
Was beim Auto schon lange geht, gibt es nun auch für BMW (K) Motorräder: Der BMW Motorradausrüster Wunderlich bietet einen Umrüstsatz für den Betrieb mit Autgas an. Ähnlich wie beim Auto wird dabei ein Zusatztank für Gas in das Fahrzeug integriert – bei Wunderlich findet der Tank im Topcase seinen Platz. Die Kraftstoffart kann dann wahlweise bestimmt werden.
Das funktioniert so: Zuerst wird der Motor mit Benzin auf Betriebstemperatur gebracht, dann wird auf den Betrieb mit Gas umgestellt. Sollte das Gas ausgehen, schaltet die Automatik zurück auf den Betrieb mit Benzin. Die Reichweite erhöht sich mit dem Zusatztank um rund 250 Kilometer. Weiterer Vorteil ist natürlich der günstigere Preis – Autogas ist bis zu 50% billiger als Super Benzin und die Rückstände der Verbrennung sind wesentlich weniger umweltbelastend. Die Leistung des Motorrads bleibt dabei voll erhalten.
Leider sind die Kosten der Umrüstung recht hoch: Rund 1.800,– Euro (zzgl. TÜV Gebühren) muss der Gas Enthusiast auf den Tisch legen, gemessen an der Ersparnis bei einer relativ hohen Laufleistung sollte sich diese Investition jedoch realitv schnell wieder amortisieren.
Ein echter Nachteil ist allerdings, dass durch den Tank Platz bei der Zuladung verloren geht. Nun ja, man kann eben nicht alles haben. Irgendwo muss der Tank schließlich hin.
Leider gibt es für die Boxermotoren noch keinen Umrüstsatz – aber daran wird laut Wunderlich bereits gearbeitet.
Fazit: Interessantes Konzept für Viel- und Tourenfahrer. Für Schönwetter- und Sonntagsfahrer zu teuer.
Quelle: www.wunderlich.de