Hossa, der Urlaub ist vorbei und heute morgen bin ich vor der Arbeit mit der MZ ETZ 250 zum TÜV gefahren. Ich hatte schon ein wenig Bammel, ob das mit der neuen Plakette hinhaut, vorallem weil ich zum ersten Mal die Maschine komplett selbst für den TÜV hergerichtet habe. Aber die Geschichte von Anfang an… (weiterlesen …)
Gestern Abend hat mich meine Nachbarin angehauen, dass sie eine Lieferung für mich angenommen hat, meine online bestellten Motorradreifen, sie stünden in ihrer Garage. Ich habe mir die Reifen sofort abgeholt und in meine eigene Garage verfrachtet.
Es sind übrigens Heidenau K37 3.50 – 18, die ich diesen Winter ausprobieren möchte. Letzten Winter bin ich Metzeler Enduro 1 gefahren, aber da gibts leider für Vorne die Größe 3.50 nicht mehr – zumindest habe ich nichts im Internet gefunden – und irgendwie waren mir die auch zu grobstollig. Ich denke der K37 wird auf Schnee besser funktionieren, denn das Profil ist zwar stollig, aber eben nicht grob. Der Kostenpunkt für die 2 Reifen betrug übrigens 101 Euro und 80 Cent. Dazu bestellt habe ich noch Felgenband und zwei neue Schläuche, die ich mir auf Halde lege, falls ich mir mal wieder was einfahre. Endbetrag: 130 Euro. Ist okay.
Aufziehen werde ich die Reifen selbst so richtig stylisch mit Spüli und Montiereisen. Ich will das unbedingt mal selbst machen, damit ich weiß wie es geht und mir theoretisch auch selbst helfen könnte, wenn ich irgendwo in der Pampa stehe. Klar könnte ich auch mit den Felgen zum Reifenhändler fahren, aber dabei würde ich nichts lernen. Und darüber zu berichten wäre auch irgendwie langweiliger.
Die Reaktivierung der MZ für den Winter schreitet im Moment in großen Schritten voran, letzte Woche habe ich das Vorderrad ausgebaut und mit meinem Vater zusammen die oberen Schrauben der Standrohre gelöst. Über 30 Minuten für zwei Schrauben, meine Güte, waren die angeknallt. Müssen sie aber auch. Die Schrauben zu lösen war etwas tricky, weil die Gabel nicht gegen den Lenkeranschlag abgestützt werden darf, da dieser viel zu weich ist. Nach einigem herumprobieren und einen gebrochenen Besenstiel später, kam mir dann eine gute Idee, die auch funktionierte: Ich habe einfach zwei Brettchen genommen – Reststücke, die ich immer unter den Hauptständer schiebe, wenn ich ein Hinterrad ausbaue – die Brettchen übereinandergelegt und dann zwischen Standrohr und Tank geklemmt. Mit meinem langen Drehmomentschlüssel und einer guten Stecknuss konnte ich die Schrauben dann lösen, ohne Schäden anzurichten.
Danach habe ich das Gabelöl abgelassen, die Gabeln mit Kettenreiniger grob durchgespült, ausgebaut, zerlegt und gründlich gereinigt. Dann habe ich die Simmeringe rausgepopelt, was gar nicht so einfach war, weil ich nicht das richtige Werkzeug hatte. Soweit sehen die Standrohre und Gleitrohre noch ganz gut aus, ich weiß nicht, warum der linke Simmering direkt zwei Wochen nach dem Einbau wieder siffte. Ich vermute allerdings, dass das Standrohr von der Werkstatt nicht richtig gereinigt wurde und ein Rostpickel oder Schmutzpartikel den Dichtring hat wieder undicht lassen werden.
Sei’s drum, jetzt mach ich es selbst und es fehlen mir nur noch zwei neue Dichtringe und Gabelöl, ein 15ner soll es werden, ich mag’s nicht, wenn die Gabel zu weich ist. Das Öl hole ich mir beim Yamaha Händler in Menden, die Simmeringe kommen aus dem Internet und dann geht es an den Zusammenbau. Vorher werde ich allerdings die Standrohre noch mit einer feinen Scheifpaste bearbeiten um eventuelle Unebenheiten auszugleichen und danach alles nochmals gründlichst reinigen. Gerade sind sie glücklicherweise noch und der Verschleiß hät sich auch noch in Grenzen.
Ich bin guter Dinge, dass die MZ bald zum TÜV kann. Wenn die Gabel fertig ist, gibt’s noch die zwei neuen Reifen, Bremsen, Elektrik und Kette sind noch in Ordnung. Getriebeöl könnte ich allerdings mal wieder wechseln – fällt mir gerade ein.
Manchmal ist es ja wirklich zum brechen: Ich meine, ich schraube ja wirklich gerne und mit Leidenschaft, aber nachdem ich die letzten drei Tage jeden Abend bis um zehn in der Garage rumgehangen habe, bin ich nun doch ein wenig frustriert. (weiterlesen …)
Good news
Meine MZ ETZ 250 hat wieder TÜV. Nachdem die Simmeringe der Gabel getauscht und das Gabelöl erneuert wurde und ich einen neuen Lichtschalter eingebaut habe – den alten hatte ich leider abgebrochen, als ich einen neuen Rückspiegel angebaut habe – gab der freundliche TÜV Prüfer sein gnädiges okay und erteilte uns die Plakette bis zum Juni 2008.
Bad news
Auf der ca. 100 Km umfassenden MZ ETZ Testtour durchs Sauerland ist bei genau der Hälfte der Strecke der Hinterreifen geplatzt. Leider handelte es sich nicht um ein kleines Loch, das temporär mit “Reifenpilot” verschlossen werden konnte. Die Reifenpilot Schmocke trat leider am unteren Ende des Ventils wieder aus, ich denke dort ist ein doch etwas größeres Loch oder ein Riss. Kurzum: Die ADAC Plus Mitgliedschaft hat sich dieses Jahr rentiert.
Leider steht meine Enfield im Moment auch nicht besser da: Irgendwas mit dem Vergaser liegt im Argen, aber Fahrradfahren ist bei dem Wetter ja auch schön. Hauptsache Zweirad.
Lesenswertes
Jochen Vorfelder von moto1203 hat mich auf einen wirklich lesenswerten Artikel aus der WELT aufmerksam gemacht. Es geht um die Vergangenheit und die Zukunft von und ganz allgemein um Royal Enfield. Wenn ich solche Worte lese, dann weiß ich genau, warum die Enfield für mich ganz nah am Idealmotorrad liegt – auch wenn sie zur Zeit einen kleinen Schönheitsschlaf eingelegt hat.
Da meine geliebte Enfield auf Grund eines Herzfehlers (Kolbenklemmer) ja nun seit über einer Woche vorübergehend in der Werkstatt wohnhaft ist und mir der Daumen allzusehr juckte, habe ich bei eBay für kleines Geld eine sehr gut erhaltene MZ ETZ 250 ersteigert. Für exakt 251,– Euro konnte ich die Maschine gestern in Empfang nehmen und ich muss ehrlich gestehen: Ich bin begeistert. (weiterlesen …)