Vorgestern war ja der übelste Schneefall seit langem und ich war Abend noch auf dem Geburtstag meines Neffen, der 2 geworden ist. Irgendwann wurde mir das Treiben draußen dann zu bunt und ich sah zu, die 15 Kilometer lange Heimreise anzutreten.
Auf der Straße lag inzwischen eine dicke Schneedecke, darunter eine Eisschicht. Und es kam wie es kommen musste, es ging einen kleinen Berg relativ steil bergab, ich bremste mit der Hinterradbremse einen Ticken zu stark und – klatsch – lag ich da. Nun ja, war nicht schlimm, Karre aufgehoben, Protektoren gerichtet, weitergefahren. Im Grunde sehr unspektakulär und nachdem ich mich noch 30 Minuten für 2 Kilometer mit dem Bieberberg abgekämpft hatte, war ich ziemlich erschöpft auch endlich zuhause. Ich brauch Schneeketten, definitiv. Ich muss in Österreich anrufen.
Mir tat an dem Abend schon das Bein weh, aber ich dachte es wäre vom Rücken, weil ich seit einiger Zeit immer mal wieder Probleme mit dem Ischiasnerv habe, was dann unangenehm ins Bein strahlt. Am nächsten Morgen wusste ich dann, dass es nicht der Ischias war, sondern, dass ich mir bei dem Sturz irgendwie das Knie verdreht haben muss. Vom Aufschlag selber kann es nicht sein, ich war ja protektiert.
Jedenfalls konnte ich nur mit großer Mühe Treppen steigen und auch heute ist es nicht wirklich – aber schon ein bischen – besser. Das Knie ist außen etwas geschwollen, keine Ahnung was das ist. Und das von so einem pillepalle Hinklatscher bei geschätzen 10 Km/h. Übrigens lustig, wenn man samt liegender Maschine noch ein paar Meter weiter den Berg runterrutscht. Dieses Eis-Zeugs ist aber auch eine tückische Drecksau.
So und jetzt dürft ihr mich in den Kommentaren bemittleiden (oder hämisch verspotten). ;-)
Es hat mich sehr gefreut, als Stephan von Mopeten.TV fragte, ob ich noch einen gebrauchten Satz Winterreifen (Heidenau K60 snow) von seiner Baghira gebrauchen könnte, die – wie sich dann herausstellte – sogar die selben Felgengrößen hat, wie mein kleiner 250er Giftzwerg. Nach einigen Tagen kam das Paket dann an (herzlichen Dank an dieser Stelle!) und ich ließ die Reifen beim örtlichen Reifenmeister aufziehen.
Einen Tag vor den Reifen, hatte ich auch glücklicherweise endlich meine neuen Lenkerstulpen von Touratech erhalten. Schweineteure Dinger, aber ungemein einfach zu montieren und gut durchdacht. Außerdem sind die Einstiege verstärkt, so dass es kein Problem ist nach dem Visierwischen die Hand wieder in die Stulpe zu bekommen. Bei meinen alten Lenkerstulpen war das so friemlig, dass es teilweise schon gefährlich war. Naja, wer billig kauft, kauft zweimal – von den Touratech Stulpen werde ich jedenfalls länger etwas haben.
Was ich allerdings bei Touratech eine Frechheit finde: “Ab 500.00 EUR liefern wir innerhalb von Deutschland versandkostenfrei!”. Geht’s noch? Wenn ich etwas für 160 € bestelle, dann erwarte ich einfach, dass mir die 6 € Versandkosten nicht auch noch aufgedrückt werden. Andere Online-Händler machen es doch vor.
Am Dienstag morgen konnte ich dann endlich die KLX mit komplettierter Winterausrüstung testen und fuhr mit den frisch montierten K60 snow los. In der ersten Kurve hatte ich dann sofort ein sehr komisches Gefühl, die Reifen fallen quasi von selbst in die Schräglage, was ich im ersten Moment als sehr kippelig empfunden habe. Wie sich später herausstellen sollte, ist dies aber ein großer Vorteil. Da die Straßen relativ gut geräumt und frei waren, bin ich dann mit der KLX auf eine ungeräumte und vereiste Landstraße gefahren, um die Reifen unter diesen extremen Bedingungen zu testen.
Schnell konnte ich bei diesen Bedingungen nicht fahren, maximal 40 Km/h waren drin und das Gas wollte sehr fein dosiert werden, sonst drehte sofort das Hinterrad durch. Aber: Ich kam selbst bei leichten Steigungen auf dem mit leichtem Schnee bedecktem Eis noch gut voran.
Was ich bei den Heidenau K60 snow übrigens absolut top finde ist eben genau die oben erwähnte “Kippeligkeit”. Beginnt nämlich das Vorderrad den Grip zu verlieren, weil man zu schnell fährt, führt das dazu, das sich das Rad durch deutliche Bewegungen der Gabel bemerkbar macht. Der Reifen gibt ein erstklassiges Feedback, so dass ich sofort bemerken konnte, wann ich zu schnell für den Untergrund war. Dann habe ich einfach immer etwas Gas rausgenommen, das leichte Schwingen der Gabel verschwand.
Im Vergleich zu den vorher montierten Metzeler Enduro 1 eine riesen große Steigerung, denn der Enduro 1 ist ja eher ein Langstrecken-Allrounder, der im Winter – zumindest bei mir – überhaupt nicht funktioniert hat. Da war sogar die Dunlop DT605 Grobstolle, die ich im letzten Winter gefahren noch wesentlich besser, gab aber auch einfach nicht so viel Feedback wie der K60 snow. Beim Dunlop war es so, dass der Verlust des Grips sehr plötzlich einsetzte, beim K60 snow kündigt es sich viel angenehmer an.
Mein Fazit zum Heidenau K60 snow: Erstklassig. Und auf Asphalt und bei Regen so und so Gripmonster, wie dieser Bericht hier zeigt.
Übrigens kann ich nun dank der Stulpen in Kombination mit der Griffheizung mit Sommerhandschuhen fahren, wenn es nicht gerade -10° ist. Fast schon zu warm. Einfach Genial!
Herr Troelf und die Kollegen von der Handwaschpasten-Ranch hatten mal wieder eine geniale Idee. Wir erstürmen nächstes Jahr voraussichtlich im August die Alpen. Es wird allerdings keine gewöhnliche Alpen-Tour, sondern wir werden die Pässe auf Kleinkrafträdern mit 50ccm erklimmen. Und wenigstens ein Alpenpass über 2000 Meter soll mit dabei sein. Natürlich wird die Tour auch wieder auf Twitter zu verfolgen sein, Hash-Tag ist “#alpen50“. Was für eine Gaudi. :-)
Da ich Spackonaut kurz bevor ich von der Tour erfuhr meine Simson S51 verschachert hatte musste ich mir nun deswegen zwangweise etwas Neues zulegen, aber zu teuer sollte es nicht sein. Glücklicherweise habe ich dann bei eBay eine recht günstige Honda MT5 (AD 01) gefunden, die ich für 181,- Euro ersteigern konnte und letzten Samstag abgeholt habe. Die MT5 ist eine kleine 2-Takt Enduro, ein Kultmokick aus den Achtzigern und sie soll mich auf der Alpentour begleiten.
Ein bisschen Baustelle ist die MT5 bei dem Preis natürlich auch, die Elektrik ist ein Chaos, aber das Zündschloss funktioniert und der Motor läuft. Ich werde über den Winter also die Verkabelung neu machen und die Maschine insgesamt ein wenig herrichten. Schön finde ich, dass bereits ein Gepäckträger und ein Top-Case beim Kauf dabei waren, ich habe also für die Tour bereits einen Teil meines Gepäcksystems zusammen.
Und dann noch eine Winterfahrermeldung
Gestern habe ich Heizgriffe von Daytona an die KLX gebastelt. Das ging recht problemlos, die alten Griffgummis habe ich einfach abgeschnitten, wobei ich beim Gasgriff wohl eher abschnitzen sagen müsste. Zudem musste der Gasgriff noch ein wenig umgestaltet werden, der hat am Ende zur Armatur hin so eine Wulst. Diese habe ich mit einem Messer entfernt, danach passte das neue beheizte Griffgummi dann auch sofort. Das Kürzen der Heizgriffe wegen meinen Handprotektoren von D-Tusk war ebenfalls kein Problem.
Beim verlegen der Kabel habe ich mir Zeit genommen, da ich die Kabel entlang des original Kabelbaums verlegen wollte. Hierzu musste ich die Kabel allerdings verlängern, also löten. Ich hasse Lötarbeiten, aber letztendlich ging es doch recht einfach. Ich habe die Heizgriffe dann direkt an die Batterie angeschlossen, eine Sicherung muss ich noch nachträglich einsetzten, weil ich keine fliegenden Sicherungshalter mehr hatte. Aber für ein paar Tage wird’s auch ohne gehen.
Heute Morgen konnte ich die Griffheizung dann zum ersten Mal richtig testen. Bei -4° bin ich zur Arbeit gefahren und hatte angenehm warme Handflächen. Sollten die Temperaturen aber noch weiter sinken, komme ich um Lenkerstulpen nicht herum, da sonst die Fingerkuppen zu stark auskühlen – zumindest bei längeren Fahrten.
Gestern bin ich der Einladung von Armin (vintage dual sport blog) gefolgt und habe den Enduro-Stammtisch in Overath besucht. Direkt nach der Arbeit bin ich los und über die Autobahn nach Overath gefahren, was glücklicherweise nicht länger als 90 Minuten gedauert hat. Positiver Nebeneffekt: Auf der Autobahn konnte ich mein neues Hitzeschutzband von ThermoTec einfahren und zugleich auch testen. Das “Cafe Lukas”, in dem der Stammtisch stattfand, war nicht zu verfehlen und pünktlich um kurz nach 19 Uhr, hatte ich mein Ziel erreicht.
Der Abend gestaltete sich nett, 8 Personen waren gekommen, um sich über Enduros, Trialmotorräder und andere Dinge auszutauschen. Benzin- und Techniksprech, wie es sich gehört. Schön war auch einen weiteren Motorrad-Blogger mal persönlich kennenzulernen, schließlich ist die Szene überschaubar, aber doch recht weit über Deutschland verteilt. Vielleicht wird’s langsam mal Zeit für eine “Re:Moppedblogger:Publica” oder so.
Viertel nach neun bin ich dann wieder aufgebrochen, wobei die Autobahn außen vor blieb. Die recht langweilige B55 führt mich zügig nach Gummersbach, von dort aus nahm ich die sehr schön zu fahrende Strecke Richtung Meinerzhagen. Eine recht kurvige Bundesstraße, die zum Ende hin auf eine Geschwindigkeit von 60 Km/h beschränkt ist und vorher das motivierende Schild “Unfallstrecke” am Straßenrand prangt. Genau das richtige für ein Mopped also.
In Meinerzhagen bin ich dann auf die B54 geschwenkt und über Kierspe war Lüdenscheid fix erreicht. Von dort ist es über Werdohl nur noch ein Katzensprung bis Menden, wo ich um 23 Uhr in die Heimatgarage einlaufen konnte. Interessanterweise dauert die Fahrt über Land nur 30 Minuten länger, als über die Autobahn. Das werde ich mir merken. Auf die halbe Stunde kommt es nämlich wirklich nicht an, wenn man sich damit eine nette Strecke und vorallem einen nicht schmerzenden Hintern erkauft.
Die KLX lief übrigens wie gewohnt super und ohne Probleme. Durch das Hitzeschutzband (Bericht folgt) ist der Sound noch etwas dumpfer geworden. Es pöttert so herrlich vor sich hin, dass ich auf der Rückfahrt eher den Sound, als die Kurven genossen habe. Im sechsten Gang mit neunzig kann eben auch schön sein.
Vor einiger Zeit hatte ich Acerbis Handprotektoren bestellt, die aber leider nicht an meinen KLX Lenker gepasst haben. Die waren um’s verecken nicht zu montieren. Also habe ich mich im Netz ein wenig umgesehen und bin über das Planet KLX Forum auf die D-Flex Handprotektoren der Firma Tusk gestoßen. Leider gibt’s die nur in den USA, aber ich habe ja Geduld. Nach 3 Wochen war das Paket endlich da, wobei die Frachtkosten genau so teuer waren, wie das Kit selbst. Narf!
Dann habe ich mich natürlich sofort daran gemacht die Dinger anzubauen und nach dem ersten groben anhalten war klar: Es passt. Irgendwie. Doch nachdem ich mit einem Messer den Gasgriff beschnitten hatte, staunte ich erstmal nicht schlecht: Kawasaki hatte die tolle Idee innen im Lenker Lenkerendengewichte einzuschweißen. Mit drei Schweißpunkten. An dieser Stelle vielen Dank dafür.