Manchmal ist es richtig einen Schritt zurück zu machen, gerade in Zeiten, wo du keine Zeit hast. Ich jedenfalls komme im Moment zu nichts, es fehlt mir nicht nur an Zeit, sondern auch an Kraft, dabei müsste ich einiges an der Ural machen, einiges an der FZR, ein bischen was an der XJ und ganz viel an der Enfield. Und weil mich das irgendwie nervt werde ich meinen Fuhrpark nun drastisch reduzieren und die Enfield in etwas völlig neues verwandeln.
Die Ural, die FZR und die XJ stehen ab sofort zum Verkauf, um mit dem Geld den Umbau der Enfield zu einem Dieselmotorrad finanzieren zu können. Ja richtig, meine Enni wird einen Hatz Motor bekommen, es führt kein Weg daran vorbei. Ich habe nicht die Zeit und nicht die Lust mich mit dem 500er Benzinmotor rumzuärgern, auch wenn es sehr toll ist einen solchen Langhuber mit mächtig Dampf zu fahren, aber das mit dem Gleitlager da unten drin ist einfach ein epischer Fehler. Da hole ich mir später lieber mal eine alte 350er Enfield.
Ich biete die anderen Motorräder nun hier im Blog gerne allen Interessenten an, auch wenn ich mir davon nicht viel Erfolg verspreche. Dafür lässt sich aber die Geschichte der Motorräder hier im Blog sehr gut nachvollziehen, ich habe nämlich immer alle wichtigen Sachen zu einem Beitrag gemacht.
Zur Ural 650 BJ 92 [VERKAUFT!]
Zur Yamaha FZR 1000 (2LA) BJ 87 [VERKAUFT!]
Zur Yamaha XJ 650 (4K0) BJ 82
Falls jemand interessiert ist: m_schieferdecker@hotmail.com oder m.schieferdecker@piratenpartei-nrw.de – ich gebe gerne detaillierter Auskunft über die von mir zum Privatverkauf angebotenen Maschinen. Telefonnummer steht im Impressum.
Ich hoffe es wird respektiert, wie schmerzhaft es für mich war, diesen Beitrag zu schreiben. Gerade die XJ! *seufz*
Nun ist es tatsächlich passiert: Ich habe ein Motorrad verkauft – zum ersten Mal in meinem Leben. Die ETZ ist Geschichte, Vergangenheit, nur noch eine schöne Erinnerung an rund 15.000 Kilometer auf der rattigen Zonenfeile. Doch Motoren sind wie Menschen: Je älter sie werden, um so mehr verschleißen sie und mit ziemlicher Sicherheit wird irgendwann ein wichtiges Teil versagen. Das ist der Lauf der Dinge. Beim Motor der ETZ versagte nach über 74.000 Kilometern das Lager des Pleuls.
Danach gingen mir so einige Gedanken durch den Kopf: Dieselmotor rein, Austauschmotor rein, oder den Motor neu aufbauen. Letztendlich entschied ich dann aber die MZ zu verkaufen, denn egal was ich gemacht hätte, es wäre entweder zu teuer, zu zeitaufwändig, oder beides gewesen. Und da ich bis heute nicht dazu gekommen bin, die Enfield wieder zusammenzuschrauben, war die Entscheidung ein Motorrad abzugeben vielleicht nicht die schlechteste. Außerdem war für mich zusätzlich die Bestätigung: Nein, du bist kein Motorrad-Messie.
Einige Tage, nachdem ich eine Anzeige ins MZ Forum gesetzt hatte, meldete sich dann tatsächlich ein Interessent, der die ETZ kurz darauf abgeholt hat. Übrigens nicht zum ausschlachten, sondern zum Wiederaufbau, was mich sehr gefreut hat.
Jedenfalls wünsche ich dem Käufer viel Spaß mit der Maschine und hoffe das meine seine Emme noch ein langes und würdiges Leben haben und niemals zum Organspender wird.
Ein Ersatzmotorrad habe ich mir schon ausgesucht: Nächstes Jahr gibt’s noch eine SR 500. Patricks Maschine hat mich auf der #Twitaly Tour so begeistert, da komm ich wohl nicht dran vorbei.
Und nun noch ein Abschiedsfoto… *schief*
Seit zwei Monaten schon bin auf der Suche nach einer Yamaha FZR 1000, weil ich gerne noch ein sportliches Motorrad in der Garage haben möchte. Und da liegt die FZR nahe, weil: Es ist eine Yamaha und das Ur-Modell hat diese zwei runden Doppelscheinwerfer, die ich sehr hübsch finde. Leider ist es gar nicht so leicht eine unverbastelte Kilo FZR zu finden, weil diese gerne für Streetfighter Umbauten genutzt wird. Wie kann jemand einem Motorrad nur so etwas antun? Ich finde Streetfighter sehen einfach grauselig aus, aber gut – ist ja Geschmackssache. (weiterlesen …)
Nachdem Bernd mir auf dem Dieseltreffen in Hamm, Gernot von Moto Moscow vorgestellt hat und dieser mir erzählte, er hätte ein günstiges Ural Gespann mit leicht rattigem Charme da, war ich zuerst kritisch – nicht wegen der Ural, sondern eher weil meine Finanzlage im Moment keine Ausgaben erlauben. Trotzdem bin ich mal auf Gernots Internetseite gegangen und habe mir die 650er Ural beschaut und war ziemlich begeistert. Anhängerkupplung, Rückfahrscheinwerfer, Rückwärtsgang, wahlweise auch als Solomaschine zu betreiben, die teuren Dell´Ortos drauf und tatsächlich: Ein leicht rattiger Charme, der dem Gespann einen individuellen Charakter gibt. Genau, wie ich’s mag. Ein Krad, das nicht nur in der Garage oder gar im Wohnzimmer rumstand und mehr geputzt, als gefahren wurde, sondern ein echtes Arbeitstier. Tausendsiebenhundert, soll sie kosten.
Also bin ich im Kopf mal die Möglichkeiten der Finanzierung des Projekts durchgegangen und habe bezüglich dessen eine wirklich gute Lösung gefunden, mit der ich gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen kann und bei dem sogar noch ein Ural Gespann herausspringen würde. Und da ich ja nun schon seit drei Jahren darüber nachdenke eine Ural zu kaufen, ist das die Gelegenheit.
Ich habe dann letzte Woche mit Gernot Kontakt aufgenommen und mir gestern die Ural angesehen. Wir hatten erst einige Probleme die 650er ans Laufen zu kriegen, aber nach dem Entleeren einer Schwimmerkammer hat es dann doch geklappt und sofort lief die Ural wirklich gut. Hat halt was länger gestanden. Dann hat Gernot mit mir im Beiwagen eine Probefahrt gemacht, über sandige Feldwege und durch den Wald. Die Ural zog dabei wirklich gut, auch unten rum. Der Sound erinnerte mich irgendwie ein wenig an den VW Käfer, wohl wegen dem luftgekühlten Boxer.
Danach durfte ich auf einer Wiese selbst fahren, um mich mit dem Gespann und dem Gespannfahren ein wenig vertraut zu machen. Es ist erstmal total ungewohnt, weil der Lenker mit ordentlich Kraft geführt werden will. Auch der Effekt, dass das Gespann beim Bremsen nach links zieht und beim Gasgeben nach rechts ist gewöhnungsbedürftig, doch nach ein paar Runden klappts dann ohne Probleme. Dann probiere ich den Rückwärtsgang aus. Leerlauf rein, Kupplung ziehen, rechte Hacke auf den Rückwärtsganghebel und Kupplung langsam kommen lassen: Scheiße, das Ding fährt wirklich rückwärts. Ich meine, warum sollte es auch nicht, aber es ist halt seltsam, wenn du zum ersten Mal mit einem Motorrad wirklich rückwärts fährst. Auf jeden Fall richtig cool.
Einige Dinge sind natürlich zu erledigen: Der Sitz ist irgendwie scheiße, und der Lenker viel zu breit (Fehling Drag Bar), der Blinker vom Seitenwagen geht nicht, aber das sind Kleinigkeiten, die schnell und kostengünstig zu beheben sind. Sehr positiv ist: TÜV bis 04/10 und die Reifen sind noch gut. Als Gernot mit dem Preis noch ein wenig runter geht ist meine Entscheidung gefallen. Nummer Vier wird genau diese Ural 650 mit Rückwärtsgang, Anhängerkupplung und Beiwagen.
Leider ist der Anhänger, und vorallem das Holz nicht mit dabei.
Gernot ist übrigens einer von den Guten, wer also auf der Suche nach einer Ural, Dnepr, Chang Jiang, oder Enfield ist, sollte sich seine Webseite anschauen, oder ihn einfach mal anrufen.