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	<title>Das Motorrad Blog &#187; forum</title>
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	<description>Gedanken rund um das Thema Motorrad</description>
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		<title>Mit der Yamaha XJ 650 zum Treffen an die Rhön</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Aug 2008 14:55:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marc</dc:creator>
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		<category><![CDATA[rhön]]></category>
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		<description><![CDATA[Freitag Morgen, es ist acht Uhr und nach dem ersten Kaffee, den ich mir gemeinsam mit Steffi in den Kopf schütte, bin ich bereit für die Reise zu meinem ersten richtigen Motorradtreffen. Naja, was heißt richtig, sagen wir mal so: Bereit für das erste Treffen, dessen Inhalt ein für meine Verhältnisse modernes Motorrad ist - die Yamaha XJ. Es geht an die Rhön, doch ich werde nicht allein Anreisen, ich habe mich mit Siggi und Ludwig in Dortmund verabredet und so fahre ich von Menden nach Dortmund in meine Wohnung, um noch ein paar Sachen zu packen. 

Diesmal vergesse ich es nicht, eine Jeans und normales Schuhwerk einzupacken, was möglicherweise auch mit dem im Vergleich zur Enfield üppigen Platzangebot der Seitenkoffer der XJ liegen mag. Nachdem ich meinen Kram zusammengesucht habe, fahre ich fix über die B1 nach Hörde - entpuppt sich als scheiß Idee, weil die B1 mal wieder dicht ist. Ich komme gerade so fast pünktlich bei Siggi an der Garage an, und nach einer kurzen Vorstellung warten wir gemei]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/ce1a0419b3434fc3902229dd498a42f5" height="1" width="1" class="VGWortPixel" alt=""/>
<p>Freitag Morgen, es ist acht Uhr und nach dem ersten Kaffee, den ich mir gemeinsam mit Steffi in den Kopf schütte, bin ich bereit für die Reise zu meinem ersten richtigen Motorradtreffen. Naja, was heißt richtig, sagen wir mal so: Bereit für das erste Treffen, dessen Inhalt ein für meine Verhältnisse modernes Motorrad ist &#8211; die Yamaha XJ. Es geht an die Rhön, doch ich werde nicht allein Anreisen, ich habe mich mit Siggi und Ludwig in Dortmund verabredet und so fahre ich von Menden nach Dortmund in meine Wohnung, um noch ein paar Sachen zu packen. <span id="more-215"></span></p>
<p>Diesmal vergesse ich es nicht, eine Jeans und normales Schuhwerk einzupacken, was möglicherweise auch mit dem im Vergleich zur Enfield üppigen Platzangebot der Seitenkoffer der XJ liegen mag. Nachdem ich meinen Kram zusammengesucht habe, fahre ich fix über die B1 nach Hörde &#8211; entpuppt sich als scheiß Idee, weil die B1 mal wieder dicht ist. Ich komme gerade so fast pünktlich bei Siggi an der Garage an, und nach einer kurzen Vorstellung warten wir gemeinsam auf Ludwig, der wohl ebenso mit dem Verkehr auf der B1 zu kämpfen hat. Siggi fährt mit seiner kürzlich für kleines Geld erstandenen und wieder schön zurecht gemachen 750er Seca &#8211; ein Traum in vollverkleidetem rot. Nach 20 Minuten Wartezeit fährt Ludwig mit seiner 900er vor und nach einer Zigarette fahren wir gemeinsam los.</p>
<p><a title="Erster Tankstopp" rel="lightbox" href="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/yamaha-forum-treffen-2008/DSC00041.jpg"><img class="alignleft" src="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/yamaha-forum-treffen-2008/thumbs/thumbs_DSC00041.jpg" alt="DSC00041.jpg" width="180" height="180" /></a>Ich habe die Route geplant, sie führt uns über die B1 bis nach Werl, dann fahren wir durch den Arnsberger Wald bis nach Brilon und machen die erste Rast. Dieser Teil der Strecke ist ist identisch mit der Strecke, die ich nach Dreseden letztes Jahr zu meiner Hochzeit gefahren bin &#8211; ein komisches Gefühl, zumal es nun fast genau ein Jahr her und die Ehe bereits zerbrochen ist. Wir fahren weiter in Richtung Bad Arolsen, bis plötzlich die Straße gesperrt ist und es eine Umleitung gibt. Die Umleitung errinnert mich an die letzten Monate meines Lebens, das von Irrungen und Wirrungen geprägt war, und so verhält es sich auch mit dieser Umleitung: Sie ist ziemlich beschissen beschildert und wir kommen tüchtig von meiner geplanten Route ab &#8211; auch das wie ein Spiegel der Vergangenheit. Doch dann treffen wir hinter Marsberg auf die Autobahn und ohne lang zu diskutieren fahren wir auf und in zügiger Geschwindigkeit Richtung Kassel. Ist es seltsam, dass ich auch hier Parallelen zu meinem Lebensverlauf ziehe? Von schlecht beschilderten Umleitungen ab auf die Autobahn, zurück auf Kurs.</p>
<p>Hinter Kassel wechseln wir auf die A7 und machen kurz darauf unsere zweite Rast. Wir stellen fest, dass mein Hinterreifen ziemlich runter ist. Ich hatte es bisher nicht als großes Problem gesehen, dass die Rille in der Mitte des Reifens bereits seit einigen tausend Kilometern verschwunden ist. Siggi meint, die Rennleitung würde bei Sichtprüfung meines Reifens zwei Pünktchen auf der Richterskala einräumen und die Weiterfahrt verweigern. Scheiße, ich bin einfach die Avon Reifen von der Enfield gewohnt, die halten ihre 13.000 Kilometer und mehr, weil sie einfach so herrlich steinhart sind. Mit den &#8220;hochmodernen&#8221; Reifen auf meiner XJ ist das eben anders &#8211; wieder was gelernt.</p>
<p><a title="Zweiter Tankstopp" rel="lightbox" href="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/yamaha-forum-treffen-2008/DSC00042.jpg"><img class="alignright" src="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/yamaha-forum-treffen-2008/thumbs/thumbs_DSC00042.jpg" alt="DSC00042.jpg" width="180" height="180" /></a>Siggi bietet mir vor der Weiterfahrt noch an, ich solle nach dem Treffen zu ihm kommen, er hat noch eine hintere Felge liegen, mit einem fast neuen Reifen, den er so oder so nicht fährt. Wir können einfach das Rad tauschen und gut. Eine super Idee, wie ich finde, vorallem, weil ich bedingt durch meinen aktuell anstehenden Umzug und die hohen Kosten meiner derzeitigen Wohnung, die ja eigentlich für zwei gedacht war, finanziell sehr stark belastet bin. Da ist ein solches Angebot wie ein rettender Strohhalm in der rauhen See.</p>
<p>Autobahnfahren ist langweilig und zugleich anstrengend. Gerade das vorausfahren fällt mir schwer, weil ich damit keine Erfahrung habe und die Autobahn ja bekanntermaßen eher meide. Klar, das gesetzte Ziel rückt schnell näher, doch um welchen Preis? Die Windgeräusche sind nervtötend, im Rückspiegel ist nicht mehr wirklich viel zu erkennen, so dass es mir schwer fällt einen Überholvorgang einzuleiten und überhaupt scheint die Autobahn &#8211; wie der Name schon sagt &#8211; eben nur für Autos gemacht zu sein.</p>
<p>Kurz vor dem Ziel legen wir abseits der Autobahn noch eine Rast ein, tanken für den morgigen Tag und erholen uns ein wenig von den Strapazen der bisherigen Fahrt. Ein Eis, einen Red Bull und ein paar Zigaretten später fahren wir weiter und kurz darauf von der Autobahn ab, Richtung Motten. Die Bundesstraße tut gut. Endlich wieder normale Geschwindigkeiten, endlich wieder Kurven. Wir erreichen Motten nach einer viertel Stunde und kurz darauf, nach einer kurvenreichen Bergfahrt, den Ort Kothen, das Ziel unserer Reise. Das Gasthaus zur Postkutsche ist schnell gefunden, denn es stehen bereits einige andere XJ auf dem Parkplatz und nach dem einchecken gesellen wir uns in die vorerst noch kleine Runde. Schließlich sitzen wir in Jeans und T-Shirt da, trinken unserer erstes Bier und erholen uns von den Strapazen der Reise.</p>
<p><a title="Langsam füllt es sich" rel="lightbox" href="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/yamaha-forum-treffen-2008/DSC00044.jpg"><img class="alignleft" src="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/yamaha-forum-treffen-2008/thumbs/thumbs_DSC00044.jpg" alt="DSC00044.jpg" width="180" height="180" /></a>Nach und nach trudeln immer mehr XJ Fahrer ein und es wird klar: Ein tolles Treffen steht bevor. Durchweg nette Leute, freundlich, offen, nett und am Abend haben sich dann geschätzt fast 20 Fahrerinnen, Fahrer und Sozia eingefunden und es gibt ein reichliches Abendessen.</p>
<p>Dann gibt es die erste Humanschädigung zu beklagen, der eintreffende XJ Forumsteilnehmer &#8220;Freibeuter&#8221; präsentiert einen lädierten kleinen Finger, wobei der mittlere Knochen einen deutlichen Knick aufweist. Der nach dem Kontakt mit einem Außenspiegel gebrochene Finger muss fachgerecht behandelt werden, also geht es mit der Dose eines Mitfahrers ab ins Krankenhaus.</p>
<p>Das Essen war gut und zudem im Unterkunftspreis von 65,- € für das ganze Wochenende inbegriffen. Da kann ich nicht meckern, zumal es meiner im Moment leicht angespannten Finanzlage entgegen kommt. Der Sprit ist schon teuer genug.</p>
<p>Nach dem Abendessen geht es munter weiter mit ordentlich süffigem Bier und irgendwann ist der Freibeuter mit gerichtetem und gegipstem Finger sogar wieder dabei. Nach dreieinhalb Liter Bier werde ich irgendwann langsam müde, obwohl mich das Bier ein wenig an das Kölsch letzte Woche in Solingen erinnert&#8230; egal welche Menge ich auch in mich reinschütte, es wirkt nicht. Aber da die Fahrt anstrengend war, beschließe ich langsam in mein Bett zu kriechen. Wir haben morgen schließlich 250 Kilometer vor uns. Also bestelle ich mir noch einen Humpen von der leckeren Gerstenkaltschale, die ich mit auf&#8217;s Zimmer nehme und mich in die Falle haue. Die Zimmer sind wirklich nett, sogar mit Dusche, aber leider ohne Fernbedienung für den Fernseher. Ich bleibe beim Sender Phoenix kleben, was allerdings dem Plan das Bier noch aufzutrinken nicht entgegenkommt.</p>
<p>Am nächsten Morgen erwache ich ziemlich ausgeschlafen und gut gelaunt. Was ein Bett doch so für positive Vibrations erzeugen kann, oder vielmehr die Tatsache auf einem Motorradtreffen mal ohne Rückenschmerzen und mit einem seltsamen Geschmack im Mund aufzuwachen. Leider habe ich dann doch noch ein erschreckendes Erlebnis: Das Bier von gestern Abend ist noch halbvoll. &#8220;Was für eine Verschwendung&#8221;, murmelnd schlurfe ich ins Bad, schütte das Bier ins Klo und nehme eine Dusche. Danach schmeiße ich mich direkt in meine Moppedklamotten und gehe nach unten, in der Hoffnung, dass noch Kaffee da ist. Für&#8217;s Frühstück bin ich nämlich leider etwas spät, aber ich bin so oder so nicht der große Müsli, Toastbrot, oder Schnittenesser. Kaffee, Kippe, dann bin ich wach.</p>
<p><a title="Meine XJ 650" rel="lightbox" href="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/yamaha-forum-treffen-2008/DSC00047.jpg"><img class="alignright" src="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/yamaha-forum-treffen-2008/thumbs/thumbs_DSC00047.jpg" alt="DSC00047.jpg" width="180" height="180" /></a>Nach zwei Kaffee, fahr ich noch eben schnell Bargeld holen. Im vielleicht fünf Kilometer entfernten Motten ist eine Volksbank, also rauf auf den Bock und raus aus Kothen, hinein in die ersten Kurven eines neuen Tages. Erst geht es eine kurvige Strecke bergauf und nach Überwindung des Hügels wieder runter &#8211; klingt logisch, ist es auch, schließlich haben das Berge so an sich. Kurz vor Kothen passiert es dann: Vor einer recht scharfen Linkskurve schalte ich recht hart in den dritten runter, um die Bremswirkung des Motors auszunutzen und plötzlich rutscht mein Hinterrad weg. Das Motorrad stellt sich kurz etwas quer, bis sich der Reifen wieder fängt. Adrenalin schießt mir in die Blutbahn. Von wegen Kaffee, Kippe und ich bin wach: Jetzt bin ich wirklich wach. Verdammte scheiße, der Reifen ist wirklich fertig &#8211; zumindest in der Mitte, an den Seiten hat er ja noch Profil, aber irgendwie beruhigt mich der Gedanke gerade nicht wirklich. Ich finde sliden ja durchaus cool, aber bitte nur dann, wenn ich mich vorher drauf eingestellt habe. Nachdem ich das Geld geholt habe, beschließe ich für die Rückfahrt, die Gänge etwas vorsichtiger einzukuppeln. Wenn der Hinterreifen runter ist, wäre eine Anti Hopping Kupplung übrigens nicht schlecht. Damit lässt sich das Maximale an Lebensdauer des Reifens herausholen.</p>
<p><a title="Einsatzbesprechung" rel="lightbox" href="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/yamaha-forum-treffen-2008/DSC00052.jpg"><img class="alignleft" src="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/yamaha-forum-treffen-2008/thumbs/thumbs_DSC00052.jpg" alt="DSC00052.jpg" width="180" height="180" /></a>Um kurz vor zehn ist dann die Besprechung der geplanten Ausfahrt. Es werden zwei Touren angeboten: Einmal was für die schnellere Fraktion und dann noch was für die Blümchenpflücker. Ich denke, bei den Blümchenpflückern bin ich gut aufgehoben, auch wenn ich so an meinen Hinterreifen denke. Aber als die schnelle Truppe dann losfährt, packt es mich und ich fahre doch dort mit. Warum auch nicht? Probieren geht über studieren, manche Erfahrungen wollen gemacht werden.</p>
<p>Also fahren wir raus aus Kothen und nehmen den ersten Berg samt Kurven. Noch ist die Geschwindigkeit zügig aber nicht schnell, trotzdem fahre ich sehr verhalten, mein Reifen verursacht im Hinterkopf einfach ein schlechtes Gewissen. Immer wieder falle ich zurück, was sich dann dadurch rächt, dass ich nach den Kurven eine regelrechte Aufholjagt starten muss, um dranzubleiben. Dadurch bin ich teilweise einfach viel zu schnell unterwegs. Ich hätte nicht als letzter fahren sollen. Hinter mir ist nur Susanne, unsere Lumpensammlerin, vor mir sind neun oder zehn andere Maschinen und wie das beim Fahren in der Gruppe so ist, zieht sich der Pulk nach den Kurven immer ein wenig auseinander. Die Aufholjagt auf den Führenden wird dann nach hinten weitergereicht. Teilweise kann ich das Tempo mitgehen, teilweise ist es mir aber auch zu schnell, da ich das Gefühl habe am Maximum meiner Schräglage angekommen zu sein, was die spätere Kontrolle meiner Reifen übrigens noch bestätigen wird.</p>
<p><a title="Tankstopp während der Ausfahrt" rel="lightbox" href="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/yamaha-forum-treffen-2008/DSC00056.jpg"><img class="alignright" src="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/yamaha-forum-treffen-2008/thumbs/thumbs_DSC00056.jpg" alt="DSC00056.jpg" width="180" height="180" /></a>Nachdem wir eine Stunde durch die Landschaft geballert sind, halten wir an einer Tankstelle und treffen auf die langsamere Gruppe, die nur kurz nach uns eintrifft. Nachdem alle 27 Maschinen betankt sind, geht es weiter. Für mich ab jetzt in der Blümchenpflückergruppe, ich bin ja hier auf Urlaub, da brauch ich keinen Stress und der Gedanken an den Reifen nagt einfach zu sehr an meinen Gedanken, als dass ich stressfrei fahren könnte. Lieber kein Risiko eingehen.</p>
<p>Und langsam geht es bei den Blümchenpflückern auch nicht zu, wie ich feststellen darf. Ellen gibt das Tempo vor und ich mag ihre Geschwindigkeit, die Raum für Reserven lässt, sehr angenehm. Jetzt habe ich Zeit mal ein wenig auf die tolle Landschaft zu achten, das Gebiet um die Rhön ist wirklich traumhaft, fast heimisch fühle ich mich hier, denn die hügelige Landschaft mit Feldern und Nadelwäldern erinnert mich doch sehr an das Sauerland. Nur der Asphalt ist hier in wesentlich besserem Zustand, da können sich die Sauerländer mal ruhig eine Scheibe von abschneiden.</p>
<p>Nach tollen Kurven und viel Landstraße gibt es dann eine interessante Bergauffahrt, die hoch über den Tälern bei einer Gaststätte endet, wo wir ein Mittagessen eingeplant haben und ein Tisch für uns reserviert ist. Ich bestelle mir hausgemachte Sülze &#8211; nicht Jedermanns Sache, aber ich liebe die einfache Küche &#8211; und ein Erfrischungsgetränk, also Kaffee. Die urige Hütte ist gut gefüllt, nicht nur mit uns Motorradfahrern, auch einige Wanderer und Spaziergänger sind hier eingekehrt. Nach dem Essen gehe ich vor die Tür und rauche mit zitternden Händen eine Zigarette. Weiter unten im Tal war es überhaupt nicht kalt, aber hier oben, wo der Wind stark weht friere ich mir echt einen ab. Schnell wieder rein und noch einen Kaffee zum warmwerden und eine Apfelsaftschorle gegen den Durst.</p>
<p>Nachdem Alle bezahlt haben wird draußen noch ein Gruppenfoto geschossen, danach steigen wir wieder auf unsere Maschinen. Es kommt wie es kommen musste, mein Anlasser tut&#8217;s mal wieder nicht. Keine Ahnung ob die Kohlen runter sind, irgendein öminöser Magnetschalter keine Lust hat, aber im Anschieben bin ich ja erfahren, was dann natürlich auch problemlos klappt.</p>
<p><a title="Die Rhön erinnerte mich irgendwie an meine Heimat, das Sauerland" rel="lightbox" href="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/yamaha-forum-treffen-2008/DSC00059.jpg"><img class="alignleft" src="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/yamaha-forum-treffen-2008/thumbs/thumbs_DSC00059.jpg" alt="DSC00059.jpg" width="180" height="180" /></a>Also geht es weiter, den Berg wieder hinab, zurück auf die Landstraße. Wir kommen an vielen Stellen vorbei, an denen ich denke, dass ich hier schonmal gewesen bin. Kann sein, dass die Strecke sich mehrfach gekreuzt hat, ich habe irgendwie die Orientierung verloren, macht aber nichts. Ellen fährt vor, sie kennt den Weg. Eine Kurve folgt der nächsten, der Tageskilometerzähler zeigt mit jeder Minute mehr an.</p>
<p>Am Nachmittag kehren wir in einer Gaststätte ein, trinken Kaffee und essen Kuchen. Danach ruhen sich alle noch ein wenig aus und stehen redent um ihre Maschinen herum. Die Stimmung ist nun leicht gedämpft, die Anstrengungen der bisherigen Fahrt machen sich auch bei mir bemerkbar. Ich bin es nicht gewohnt solch umfangreiche Ausfahrten zu fahren, da bei den Enfield Treffen meist wesentlich kürzere Strecken absolviert werden. Liegt wohl auch einfach ein wenig daran, dass die Enfield einfach ein wenig langsamer ist.</p>
<p>Dann gehen wir den letzten Teil der Ausfahrt an, die Rückkehr zur Postkutsche. Rauf auf die XJ, den Knopf gedrückt, der E-Starter funktioniert diesmal sogar und wir fahren los. Wieder führt uns Ellen durch die wunderschöne Landschaft der Rhön. Als wir einere längere Gerade bergab fahren, überholt uns plötzlich jemand auf einer Rennmaschine. Er überholt zudem noch in einem riskanten Manöver einen Lieferwagen und geht sehr tief in die uns noch bevorstehende langezogene S-Kurve. Als wir dann die Kurve durchfahren, kommt uns der Tiefflieger wieder entgegen, das Knie auf dem Boden schleifend und weit nach vorne gerichtet, Schräglage extrem. Hätte auch schief gehen können und Auslaufzonen gibt es nur auf der Rennstrecke.</p>
<p>Wir legen kurz vor dem Ziel noch einen Tankstopp ein, der sportlich ambitionierte Fahrer wird zum allgemeinen Gesprächsinhalt, wobei die Worte, die gesprochen werden nicht gerade freundlich sind. Nachdem die Tanks wieder mit Inhalt gefüllt sind starten wir die Schlussetappe und erreichen schon nach kurzer Zeit das Ziel. Alle steigen nach rund 250 Kilometern glücklich aber geschafft von ihren Maschinen. Ellen bedankt sich bei allen für die schöne Tour, für das entgegengebrachte Vertrauen und für das disziplinierte gemeinsame Fahren. Mein persönliches Fazit: Ein tolle Ausfahrt mit vielen Kurven, durchweg netten Mitfahrer/-innen, super organisiert und verantwortungsvoll geführt.</p>
<p><a title="Das mit dem Basteln ist wie bei der Enfield" rel="lightbox" href="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/yamaha-forum-treffen-2008/DSC00063.jpg"><img class="alignright" src="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/yamaha-forum-treffen-2008/thumbs/thumbs_DSC00063.jpg" alt="DSC00063.jpg" width="180" height="180" /></a>Schön ist auch zu sehen, dass es nicht nur auf Enfieldtreffen immer etwas zu schrauben gibt, bei einer der XJ Ratten funktioniert das Bremslicht nicht, was durch eine gemeinsame Fehlersuche und Überbrückung eines gebrochenen Kabels schnell behoben werden kann. Danach wird sich etwas frisch gemacht und wir treffen uns im Garten der Postkutsche, wo der Koch für uns Grillgut aufgefahren hat, dass mir das Wasser im Munde zusammenläuft. Wer viel fährt, muss auch viel essen &#8211; aber erstmal ein Bier, den Staub aus der Kehle spülen.</p>
<p>Der Abend verläuft sehr gemütlich, Grillgut und Bier wirken wie eine Beruhigungstablette auf mich. Ein wenig Aufruhr gibt es noch, als drei XJ Fahrer eintreffen und berichten, dass sich ein R1 Fahrer unter die Planke geschoben hat. Glücklicherweise ist nichts passiert, aber sie kriegen die Karre nicht aus dem Dreck. Also fahren einige hin um zu helfen. Nach ihrer Rückkehr berichten sie allerdings, dass der Gestürzte es wohl doch alleine geschafft hat und nicht mehr da war.</p>
<p>Nach ein paar Bier und netten Gesprächen ist es dann irgendwann spät und Zeit zu Bett zu gehen. Es wird morgen eine harte Rückfahrt, da wir mit vier Maschinen &#8211; Siggi, Ludwig, Micha mit Sozia und ich &#8211; die gesamte Strecke auf der Dosenbahn zurücklegen wollen. Also haue ich mich hin und falle schnell in einen tiefen, festen und traumlosen Schlaf.</p>
<p>Am nächsten Morgen erwache ich relativ ausgeruht, packe schnell meinen Kram zusammen und gehe dann zum Frühstück. Die Stimmung ist trotz des Allen bevorstehenden Aufbruchs ruhig und gelassen, nicht verkehrt an einem Abreisetag. Unentspannt abzureisen ist ja nicht Sinn der Sache. Nach dem Frühstück packe ich dann meine Klamotten in die Koffer der XJ, ich bin wieder mal begeistert wie praktisch die Dinger sind und erstaunt, was da so alles hinein passt. Selbst ein Sack Katzenstreu oder ein paar Sixpacks sind kein Problem und im Nachhinein bin ich wirklich froh mich für die XJ als Drittmopped entschieden zu haben. Einerseits wäre mir dann das tolle Treffen entgangen, andererseits hätte ich mehr Probleme gehabt bestimmte Dinge des Alltags zu erledigen, da ich ja nun seit längerer Zeit definitiv kein Auto mehr zu Verfügung habe. Natürlich ist die Enfield ein verlässliches Motorrad, aber die Taschen fassen nicht viel und mal eben mit 140 von A nach B ballern, das geht eben nicht und dafür ist die Enfield auch zu schade. Nein, es war die richtige Entscheidung die XJ zu kaufen.</p>
<p><a title="Die ersten Fahren" rel="lightbox" href="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/yamaha-forum-treffen-2008/DSC00067.jpg"><img class="alignleft" src="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/yamaha-forum-treffen-2008/thumbs/thumbs_DSC00067.jpg" alt="DSC00067.jpg" width="180" height="180" /></a>Nachdem alles gepackt ist, verabschieden sich die Ersten und treten den Weg in die Heimat an. Aber einige der Teilnehmer bleiben noch da, um Mittag zu essen, so auch Ludwig und Siggi, also warten wir noch ein Weile, bis die Zeit auch dieses Ereignis zur Vergangenheit werden lässt und starten dann. Ein letztes Mal verlassen wir Kothen, fahren die Kurvenstrecke über den Berg und erreichen nach einer halben Stunde die Autobahn.</p>
<p>Was soll ich jetzt schreiben? Die Autobahn ist Dosenrevier. Sie bringt dich schnell von A nach B, schnell und unspektakulär, vergleichbar mit Dingen, die praktisch sind, aber scheiße aussehen: Herrenhandtaschen, Feinripunterwäsche, kurz geschorene Haare, Anhängerkupplungen an Motorrädern, Winterreifen, Goldwings, Gewebeklebeband, Voodoo Puppen, Roller, Fahrradhelme, Regenkleidung, Sturzbügel und solcher Kram.</p>
<p>Nach drei oder vier Stunden erreichen wir Unna und trennen uns, wobei ich Ludwig noch zur B236 bringe, damit er nicht über die B1 Richtung Bochum muss. Erledigt aber glücklich komme ich schließlich an meiner Wohnung an, schaffe das Gepäck nach oben und gehe duschen, ich bin total durchgeschwitzt. Während das heiße Wasser an mir herunterläuft und die Muskeln sich langsam ein wenig entspannen, lasse ich das Wochenende vor meinem inneren Auge nochmal Revue passieren.</p>
<p>Bleibt nur eins zu sagen: Es war schön.</p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>[<a href="http://www.das-motorrad-blog.de/nggallery/page-47/album-1/gallery-9">Bildergallerie</a>]</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>Mit der Enfield beim Bulettenputztreff in Solingen</title>
		<link>http://www.das-motorrad-blog.de/mit-der-enfield-beim-bulettenputztreff-in-solingen/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Jun 2008 15:53:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marc</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Anreisetag

Irgendwie bin ich immer schrecklich müde, wenn ich auf Tour gehe. Nach dem spannenden Spiel von Deutschland gegen Portugal war ich so aufgedreht, dass ich erst spät und womöglich auch mit einem Bier zuviel ins Bett gekommen bin. Der Wecker am heutigen Freitag Morgen respektiert diesen Umstand allerdings nur wenig bis gar nicht, zeigt keine Gnade und reißt mich um sieben aus dem eher unruhigen Schlaf. "Keine Kopfschmerzen", denke ich erfreut, "wenigstens bleibt mir das erspart".

Ich komme nur langsam in die Gänge, vermutlich auch, weil ich weiß, dass ich viel Zeit habe, um von Dortmund nach Solingen zum "Royal Enfield Foren- und Bulettenputztreffen 2008" zu fahren, das Sven mit einigen weiteren Teilnehmern des Enfield Forums organisiert hat. Es sind nur knapp 70 Kilometer - fast langweilig, also gehe ich den Morgen langsam an, trinke mit Steffi Kaffee und als sie zur Arbeit fährt höre ich erstmal noch ein wenig Musik. Dann schwinge ich mich auf die Yamaha und fahre nach Dortmund zu mei]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/c10231a49b1c428a86e4eeb21b5900eb" height="1" width="1" class="VGWortPixel" alt=""/>
<p><em>Anreisetag</em></p>
<p>Irgendwie bin ich immer schrecklich müde, wenn ich auf Tour gehe. Nach dem spannenden Spiel von Deutschland gegen Portugal war ich so aufgedreht, dass ich erst spät und womöglich auch mit einem Bier zuviel ins Bett gekommen bin. Der Wecker am heutigen Freitag Morgen respektiert diesen Umstand allerdings nur wenig bis gar nicht, zeigt keine Gnade und reißt mich um sieben aus dem eher unruhigen Schlaf. &#8220;Keine Kopfschmerzen&#8221;, denke ich erfreut, &#8220;wenigstens bleibt mir das erspart&#8221;.</p>
<p><span id="more-212"></span>Ich komme nur langsam in die Gänge, vermutlich auch, weil ich weiß, dass ich viel Zeit habe, um von Dortmund nach Solingen zum &#8220;Royal Enfield Foren- und Bulettenputztreffen 2008&#8243; zu fahren, das Sven mit einigen weiteren Teilnehmern des Enfield Forums organisiert hat. Es sind nur knapp 70 Kilometer &#8211; fast langweilig, also gehe ich den Morgen langsam an, trinke mit Steffi Kaffee und als sie zur Arbeit fährt höre ich erstmal noch ein wenig Musik. Dann schwinge ich mich auf die Yamaha und fahre nach Dortmund zu meiner Wohnung, doch vorher fahre ich noch bei der Post vorbei &#8211; meine neue Speicherkarte für mein Mobiltelefon abholen. Ich will ja auf dem Treffen auch einige Fotos machen. Mit dem neuen Telefon und der 3,2 Megapixel Kamera eröffnen sich da ganz neue Möglichkeiten, da muss einfach eine 1 Gigabyte Speicherkarte her.</p>
<p><a title="Kurz vor der Abfahrt, die Enfield ist fertig bepackt." rel="lightbox" href="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/DSC00001.jpg"><img style="float: left;" title="Kurz vor der Abfahrt, die Enfield ist fertig bepackt." src="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/thumbs/thumbs_DSC00001.jpg" alt="Kurz vor der Abfahrt, die Enfield ist fertig bepackt." /></a>In meiner Wohnung angekommen gehe ich die Route nochmal durch, surfe noch ein wenig durchs Internet und gehe schließlich duschen. Gemächlich ziehe ich mir die Motorradklamotten an, belade die Enfield und tuckere kurz nach 13 Uhr los. Bereits in Dortmund stelle ich fest, dass die von mir geplante Route und meine Bummeligkeit am Morgen eine schlechte Kombination ist. Die Straßen sind verstopft, der Verkehr fließt einfach nicht, und ich habe mich bei der Routenplanung auch noch dazu entschieden durch große Städte zu fahren. Die Zeit die ich benötige, das Dortmunder Stadtgebiet über Landstraße Richtung Hagen zu verlassen zieht sich wie Kaugummi und bis ich Herdecke erreiche vergeht einige Zeit. Ich biege ab und fahre erst durch Herdecke und dann am Harkortsee entlang Richtung Wetter. Kurz hinter Wetter bekomme ich zum ersten Mal endlich das Gefühl auf der Landstraße und unterwegs zu sein. Kein lästiges Stop-and-go mehr, kein aufreibendes hin und her Geschalte zwischen dem dritten und dem vierten Gang. Ein nutzbarer fünfter Gang, wie schön.</p>
<p>Ich ertappe mich dabei, wie ich im Kopf diese Zeilen bereits schreibe. So ist es immer auf der Landstraße. Zeit nachzudenken, aber auch Zeit nicht nachzudenken, ganz wie gewünscht. Motorradfahren als Kreativitätsquell, warum auch nicht? Andere haben ihre besten Ideen auf dem Scheißhaus, da finde ich den Motorradsattel der Enfield als Inspirationsquell doch irgendwie positiver besetzt.</p>
<p>Doch das Landstraßengefühl verschwindet schnell wieder, als ich mich im Stadtgebiet von Wuppertal wiederfinde. Jetzt heißt es erneut den linken Fuß im zähen Freitagnachmittag Stadtverkehr zu trainieren. Und Wuppertal zieht sich. Zu allem Übel verfahre ich mich auch noch, oder besser gesagt: Verlasse mich auf die Schilder und fahre über Remscheid Richtung Solingen. Was für ein Umweg und Remscheid bedeutet wieder nervenaufreibender Stadtverkehr. Nur ein kurzes Stück Landstraße wird mir noch gegönnt, dann erreiche ich Solingen.</p>
<p><a title="Freitag Nachmittag waren schon einige Enfields zusammen gekommen." rel="lightbox" href="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/DSC00003.jpg"><img style="float: right;" src="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/thumbs/thumbs_DSC00003.jpg" alt="DSC00003.jpg" /></a>Den Treffpunkt finde ich ohne Probleme, muss aber nochmal drehen, weil ich das Haus auf der anderen Straßenseite vermutet hatte. Dieters Pfiffe machen mich auf meinen Fehler aufmerksam und schon rolle ich auf den Hof. Ein herrlicher Anblick offenbart sich, es sind schon ungefähr 10 Enfields vor Ort, die auf dem Parkplatz vor dem &#8220;Zentrum für Behinderte Menschen und ihre Freunde der Stadt Solingen&#8221; in Reih und Glied spalier stehen. Ich stelle meine dicke Inderin dazu und werde freundlich begrüßt.</p>
<p>Sven, der Ausrichter des Treffens, führt mich herum und zeigt mir die Einrichtung, die für ein Motorradtreffen sehr gut geeignet ist. Es gibt einen kleinen Garten für die Camper, einige Räume, wo auf Luftmatratzen geschlafen werden kann, einen Frühstücksraum, getrennte Toiletten, eine Dusche und eine Industrieküche mit Kühlanlagen. Außerdem ist das Gebäude klimatisiert, was auch kein Nachteil ist.</p>
<p>Da ich nur mit leichtem Gepäck reisen wollte, habe ich nur meine Luftmatratze und den Schlafsack dabei. Schnell finde ich ein Plätzchen im Schlafraum, danach trinke ich erstmal einen Kaffee, rauche ein paar Zigaretten, quatsche ein wenig und schaue mir die anderen Enfields genauer an. Sind wirklich schöne Maschinen dabei, aber mir wird mal wieder klar: Jede Enfield ist ein Unikat und so ist jede Enfield für sich auch eine Schönheit, denn diese liegt ja bekanntlich immer im Auge des Besitzers.</p>
<p><a title="Oazapft is! (Aber Stangenpils...)" rel="lightbox" href="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/DSC00004.jpg"><img style="float: left;" src="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/thumbs/thumbs_DSC00004.jpg" alt="DSC00004.jpg" /></a>Über den restlichen Nachmittag treffen immer mehr Maschinen ein, langsam füllt sich der Parkplatz vor dem Gebäude und als alle erwarteten Personen eingetrudelt sind, begrüßt uns Sven offiziell, erzählt ein wenig über den geplanten Verlauf der nächsten zwei Tage und danach wird das 20 Liter Fass Kölsch fachgerecht angestochen. Zum Stangenpils wird ein hervorragendes Chili gereicht und nach dem gemeinschaftlichen Abendessen gehen wir zum Klönen über.</p>
<p>Ich stehe draußen bei den Maschinen, als plötzlich eine schwarze Yamaha Fazer auf den Hof fährt. Eine junge Frau steigt ab und zeigt sich begeistert von den Enfields. Ich unterhalte mich ein wenig mit ihr, erzähle einige Dinge über Enfield und biete ihr an mal probezusitzen. Das Angebot nimmt sie dankbar lächelnd an und steigt auf meine Ennie. &#8220;Och, ist das toll&#8221;, sagt sie und erzählt, dass sie mit ihrer Fazer nicht so wirklich zufrieden ist und das sie die Enfields wirklich schön findet. Solche Aussagen gehen einem Enfieldfahrer natürlich runter wie 20W50.</p>
<p>Nach einigen weiteren interessanten und lustigen Gesprächen ist um zwei Uhr das Fass leer, also gehe ich ins Bett, wird schließlich anstrengend morgen und auszuschlafen wird auch nicht möglich sein.</p>
<p><em>Der Samstag Morgen<br />
</em></p>
<p><a title="Nach einem schönen Freitag Abend gabs am nächsten Morgen ein reichliches Frühstück." rel="lightbox" href="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/DSC00007.jpg"><img style="float: right;" src="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/thumbs/thumbs_DSC00007.jpg" alt="DSC00007.jpg" /></a>Sieben Uhr, ich wache auf und um mich herum herrscht bereits eine hektische Betriebsamkeit. Da wird in Tüten und Taschen nach Dingen gesucht, es wird gelacht und gescherzt. Noch ziemlich müde versuche ich meinen Blutdruck auf Trab zu bringen, damit ich aufstehen kann. Nach einem einige Minuten lang andauerndem Kampf gelingt es mir, aber ohne Umschweife stürze ich mich Richtung Küche, mein Körper schreit nach Koffein. Ein leichter Kopfschmerz malträtiert meinen Schädel, muss wohl am Kölsch liegen. Obwohl: Irgendwie bin ich von dem Zeug gar nicht betrunken geworden &#8211; und es ist nicht so, als hätte ich wenig getrunken &#8211; aber scheinbar läuft Kölsch so schnell wieder unten raus, wie es oben reingeschüttet wird. Egal, geschmeckt hat es trotzdem.</p>
<p>Nach einem reichhaltigen gemeinsamen Frühstück und anschließender kurzer Ruhephase wird per Beamer die geplante Tour präsentiert, die Haltepunkte vorgestellt, allgemeine Hinweise zum Fahren und zu kritischen Stellen gegeben. Sehr schöne Sache so eine Präsentation mit dem Beamer. Alle sind ausreichend informiert, und wissen was auf sie zu kommt. Nicht ganz unwichtig, da wir mit fast 30 Enfields fahren werden. Es wird eine lange und laute Schlange von hübschen Motorrädern.</p>
<p><a title="Vor der Ausfahrt Erklärungen zur Strecke und zum Ablauf." rel="lightbox[]" href="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/DSC00011.jpg"></a></p>
<p style="text-align: center;"><a rel="lightbox" href="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/DSC00011.jpg"><img class="aligncenter" src="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/thumbs/thumbs_DSC00011.jpg" alt="DSC00011.jpg" /></a></p>
<p><em>Die Ausfahrt</em></p>
<p>Gegen 11 Uhr bollern wir los und stehen nun erstmal der Situation gegenüber, mit einer großen Gruppe die Stadt zu verlassen. Nicht ganz ohne, aber dank der Präsentation sind wir alle gut vorbereitet und meistern diese erste Hürde problemlos. Dann geht es raus auf die Dörfer, Landstraße pur, aber leider müssen wir mit sehr niedriger Geschwindigkeit fahren. Ich komme nichtmal in den Fünften, aber bei einer so großen Gruppe muss einfach langsam gefahren werden, denn wenn der Erste den Letzten nicht mehr sieht, kann es schnell passieren, dass die Gruppe getrennt wird. Da ich an zweiter Position fahre, ist das für mich sehr gut nachvollziehbar.</p>
<p><a title="Erster Stopp am Altenberger Dom." rel="lightbox" href="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/DSC00012.jpg"><img style="float: left;" src="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/thumbs/thumbs_DSC00012.jpg" alt="DSC00012.jpg" /></a>Nach einigen schönen Landstraßenstrecken mit netten Kurven und dem für das bergische Land typischen auf und nieder, erreichen wir unser erstes Ziel, den <a title="Webseite des Altenberger Doms" href="http://www.altenberger-dom.de" target="_blank">Altenberger Dom</a>. Auf dem üppigen Besucherparkplatz ist genügend Platz, um die Enfields zu parken. Zeit für eine erste Zählung: 27 Enfields und ihre Fahrerinnen (Doris und Johanna) und Fahrer (der schmutzige Rest) haben an diesem Tag zusammengefunden. Für ein privat organisiertes Treffen eine reife Leistung.</p>
<p>Einige pausieren bei den Maschinen, doch ich setzte mich mit den Anderen in Bewegung, um den Dom aus der Nähe zu betrachten. Ein wirklich schönes Gebäude, hervorragend restauriert und sogar eine Hochzeitsgesellschaft ist heute vorort. Wir scherzen, dass die Braut gerettet werden müsste und vor dem Hintergrund meiner eigenen Erfahrungen mit dem Heiraten, habe ich wirklich kurz das Verlangen laut herauszuschreien &#8220;Tu&#8217;s nicht&#8221; &#8211; aber es kann natürlich auch alles gut gehen. Trotzdem bleibe ich dabei: Der Hauptgrund für Ehescheidungen sind Hochzeiten. Ob ich mich noch mal traue? Ich denke nicht, aber wissen kann ich natürlich nicht genau. Die Zukunft ist wie Frühstücksfleisch: Keine Ahnung was drin ist.</p>
<p><a title="Der Altenberger Dom." rel="lightbox" href="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/DSC00017.jpg"><img style="float: right;" src="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/thumbs/thumbs_DSC00017.jpg" alt="DSC00017.jpg" /></a>Wir beobachten das Spektakel aus der Ferne, irgendwie bereitet mir der Anblick schmerzliche Erinnerungen, aber ich wische sie fort, der Tag ist zu vielversprechend, als das ich mir meine Laune vermiesen lasse. Nach einiger Zeit schlendern wir zurück auf den Parkplatz, sitzen auf und fahren weiter.</p>
<p>Ich fahre nun an vierter Position hinter Dieter und nach einigen Kilometern wird mir klar: Verdammt nochmal, ich brauche so einen Auspuff. Die kurze, ziemlich offene Zigarre macht einen irren Sound. Tief, sonor, laut. Eigentlich habe ich ja für laute Endtöpfe nichts übrig. Eigentlich &#8211; aber das Teil klingt einfach super und es ist ein Genuss hinter Dieter zu fahren, denn bei jedem Öffnen des Schiebers ertönt ein wahres Gewitter. An einer Ampel habe ich dann ein weiteres Schlüsselerlebnis: Selbst wenn ich noch zwei Meter hinter Dieter stehe flattert meine Hose, wenn er Gas gibt. Ich brauche so einen Auspuff, unbedingt!</p>
<p><a title="Die größte Stahlbrücke in Deutschland?" rel="lightbox" href="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/DSC00021.jpg"><img style="float: left;" src="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/thumbs/thumbs_DSC00021.jpg" alt="DSC00021.jpg" /></a>Der nächste Stopp ist bei einer Eisenbahnbrücke, die ein tiefes Tal überbrückt. Das Interessante an der Brücke, sie ist eine reine Stahlkonstruktion, wohl die größte ihrer Art in Deutschland. Nach einer kurzen Erholungsphase laufen wir zur Brücke und wie praktisch &#8211; es gibt eine kleine kioskartige Gaststätte. Ich kaufe mir ein Eis und was Süßes und setze mich in die Sonne, während die Anderen näher zur Brücke gehen, um diese genauer zu betrachten. Bis jetzt haben wir richtig Glück mit dem Wetter gehabt. Waren die Prognosen doch am Vortag wirklich nicht vielversprechend, aber pünktlich zur Ausfahrt hatte der Wettergott ein Einsehen. Wenn es einen Wettergott gibt, dann fährt er offensichtlich Enfield.</p>
<p>Nach dieser Verschnaufpause schlendern wir zurück zum Parkplatz, wo Sven uns vor die Wahl stellt: <a href="http://www.cafehubraum.com/" target="_blank">Café Hubraum</a>, oder nach Wuppertal zur <a href="http://www.schwebebahn-wtal.de/" target="_blank">Schwebebahn</a>. Erstaunlicherweise entscheiden sich grob geschätzt 98% der Fahrerinnen und Fahrer für das Café Hubraum, einer der bekanntesten Motorradtreffs in Nordrhein-Westfalen. Nur wenige, soweit ich mich erinnere drei Fahrer, wollen mit der Schwebebahn fahren. Kurzum wird die Gruppe geteilt, und wir rauschen los.</p>
<p><a title="Der BRONTOSAURUS - das kernige Dieselgespann." rel="lightbox" href="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/DSC00010.jpg"><img style="float: right;" src="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/thumbs/thumbs_DSC00010.jpg" alt="DSC00010.jpg" /></a>Dann passiert es das erste Mal: Die Gruppe wird getrennt. Als sich die Möglichkeit bietet halten wir sofort an und warten, doch längere Zeit passiert nichts. Haben die eine Abbiegung verpasst und sich verfahren? Jemand fährt zurück, um zu schauen was los ist. Kurze Zeit später dann die Nachricht: Der Brontosaurus, das dieselig Urgetüm auf Ural Basis, hat ein technisches Problem &#8211; der Hinterreifen hat Luft verloren. Also erstmal zur Tankstelle und Luft nachfüllen. Nach einiger Zeit rauschen die Zurückgebliebenen dann mitsamt dem Brontosaurus Gespann an und es geht weiter. Das Tempo ist inzwischen etwas angehoben worden, ich kann sogar einmal für kurze Zeit in den fünften Gang schalten. Aber auch wenn wir nicht schnell fahren: Das Fahren in der Gruppe macht trotzdem sehr viel Spaß. Für uns Enfieldfahrer ist es eben ein recht seltenes Ereignis mit anderen Enfields zusammen zu fahren. Mit einer Kayahosu ist sowas deutlich einfacher.</p>
<p><a title="Schöner Motorradtreff im Bergischen: Das Café Hubraum." rel="lightbox" href="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/DSC00024.jpg"><img style="float: left;" src="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/thumbs/thumbs_DSC00024.jpg" alt="DSC00024.jpg" /></a>Nach kurzer Fahrt erspähen wir hinter einer Kurve dann plötzlich das Café Hubraum. Sehr schön gemacht: Vor dem Lokal gibt es eine Art Boxengasse, in die wir fahren und rechts und links nach Parkplätzen suchen. Die erstaunten Gesichter der anderen Motorradfahrer vor Ort muss ich wohl nicht näher beschreiben. Wenn über 20 Enfields und ein Brontosaurus angebollert kommen, ist das einfach ein visuelles, akustisches und aufgrund der Diesel sicherlich auch ein olfaktorisch beeindruckendes Erlebnis.</p>
<p>Wir setzen uns, ich hol mir aber erstmal Pommes Schranke und eine Cola. Das Café Hubraum ist eine wirklich schöne Lokalität, mit Biergarten, direkt an einem kleinen Fluß gelegen. Es geht relativ ruhig zu und die Preise sind auch noch akzeptabel. Zwar etwas höher, als ich es von anderen Treffs kenne (Tasse Kaffee 1,80 Euro, wtf?), aber die durchaus sehr gute Ausstattung rechtfertigt den Preis.</p>
<p>Nachdem wir uns einige Zeit ausgeruht haben, ist plötzlich ein sich näherndes nagelndes Geräusch zu vernehmen: Ganz klar ein Hatz Diesel. Die leuchtend Rote Sommer Enfield hält in der Boxengasse und ein uns noch Unbekannter gesellt sich zu uns. Wieder eine Maschine mehr.</p>
<p><a title="Enfield neben Enfield, immer wieder schön." rel="lightbox" href="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/DSC00009.jpg"><img style="float: right;" src="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/thumbs/thumbs_DSC00009.jpg" alt="DSC00009.jpg" /></a>Nach etwa einer Stunde beschließen wir, den Rückweg anzugehen und besteigen wieder unsere Motorräder. Natürlich wieder eine riesen Show für alle Anwesenden. Die Rückfahrt zur Unterkunft gestaltet sich dann noch als etwas nervenaufreibend, das Navigationssystem des Vorrausfahrenden will uns unbedingt durch die Solinger Fußgängerzone leiten. Dabei weiß ich doch die ganze Zeit, wie wir fahren müssen, bin ich doch über genau die Strecke am Freitag zum Treffpunkt gegondelt &#8211; aber ich kann mir in der leichten Hektik nicht genug Gehör verschaffen. Schlussendlich lässt sich das Navigationssystem aber doch wieder dazu überreden, nicht durch die Fußgängerzone fahren zu wollen und wir finden den Weg zurück.</p>
<p>Auf dem Gelände angekommen dann erstmal ein kleiner Schreck, es hat einen Auffahrunfall bei zwei Dieselfahrern gegeben. Das hintere Schutzblech, der im Café Hubraum dazugestoßenen roten Hatz Enfield ist leicht verbogen, die Rücklichthalterung nicht mehr ganz fest und das Nummernschild beschädigt. Es ist wohl bei einem Ampelstopp passiert. Nicht wirklich schlimm, wofür gibt&#8217;s schließlich Versicherungen, aber doch schon irgendwie ärgerlich. Mit ein wenig Hilfe und Werkzeug wird die rote Hatz so gut es geht wieder hergerichtet und der Besitzer rauscht kurz darauf von dannen.</p>
<p><a title="Ein kleiner Auffahrunfall mit ärgerlichen Folgen." rel="lightbox[]" href="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/DSC00025.jpg"></a></p>
<p style="text-align: center;"><a rel="lightbox" href="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/DSC00025.jpg"><img class="aligncenter" src="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/thumbs/thumbs_DSC00025.jpg" alt="DSC00025.jpg" /></a></p>
<p><em>Das Grillen</em></p>
<p>Als ich den Ölstand meiner Inderin kontrolliere, bekomme ich einen Schock. Durch das langsame Fahren ist der ganze Ölmessstab mit Nivea, dieser ekeligen weißen Öl-Wasser-Emulsion, beschmiert, ich habe also mal wieder jede Menge Wasser im Öl. Am Abend vorher hatte ich noch mit Bulli darüber gesprochen, jetzt kann ich nicht anders und setzte es gleich in die Tat um. Vorerst provisorisch baue ich die Entlüftung und Rückführung des Öltanks um.</p>
<p><a title="Nach der Ausfahrt Nivea am Stab." rel="lightbox[]" href="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/DSC00026.jpg"><img style="float: right;" src="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/thumbs/thumbs_DSC00026.jpg" alt="DSC00026.jpg" /></a>Also raus mit dem Töpfchen hinter dem Seitenkasten, dass die aus der Entlüftung austretenden Öldämpfe auffängt und über den Rücklauf wieder in den Ölkreislauf zurückführt. Genau dieses Töpfchen ist nämlich das Problem: Das Öl vermischt sich mit Kondenswasser, es bildet sich Nivea, das lustig und ohne Scham zurück in den Ölkreislauf fließt. Das das auf Dauer nicht gesund sein kann ist klar. Also raus mit dem Geraffel, alle Schläuche ab und das schon wieder zu ein Drittel gefüllte Töpfchen geleert. Ist ja auch erst 3 Monate her, seit ich die letzte Leerung vorgenommen habe. Dann überlege ich mir, wie ich vorgehe: Ich verschließe erstmal nur den Rücklauf, so dass die Niveapampe aus dem Töpfchen nicht mehr in den Ölkreislauf fließt, sondern auf den Kettenschutz. Ich nehme aus meinem Bordwerkzeug eine alte Glühbirne, die ich durch Zufall noch nicht weggeworfen hatte, entferne den Glaskörper, so dass nur die Metallfassung übrig bleibt und stülpe diese über das Schlauchende des Rücklaufs. Passt perfekt. Gewebeklebeband fixiert und dichtet das Ganze dann ab. Danach baue ich den Topf wieder ein und hoffe auf eine gute und niveafreie Zukunft.</p>
<p><a title="Samstag Abend gemeinschaftliches Grillen." rel="lightbox" href="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/DSC00028.jpg"><img style="float: left;" src="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/thumbs/thumbs_DSC00028.jpg" alt="DSC00028.jpg" /></a>Gerade als ich fertig bin schaut Sven vorbei und bittet mich doch zum Grillen hinter das Haus zu kommen. Als ich mich umschaue bemerke ich, dass ich der einzige bin, der noch am Schrauben ist. Während ich meine Ölrückführung umgebaut habe, wurden übrigens eine Kette nachgespannt und eine Vorderradbremse wieder gängiger gemacht. So ist das eben mit der Enfield. Durch die vielen Kleinigkeiten, die es zu beachten und zu lernen gilt, erlangt dieses Motorrad eine eigene Seele und einen Platz tief im Herzen der Fahrerinnen und Fahrer. Meine XJ ist ein tolles Motorrad, fährt gut, ist schnell, bequem und praktisch, aber die Enfield ist mir einfach noch die Liebste, weil sie mir vorgaukelt mehr als ein Motorrad zu sein &#8211; und ich lasse mir, zumindest von ihr, wirklich gerne etwas vormachen.</p>
<p>Aber erstmal etwas essen, Fleisch und Beilagen sind reichlich vorhanden, dazu gibt es wieder Kölsch vom Fass. Nach vollzogener Nahrungsaufnahme sitzen wir dann gemütlich beisammen und genießen die Abendsonne. Die Reihen lichten sich alsbald, viele sind wieder nach vorne zu den Enfields gegangen, um dort Blech und Benzin zu quatschen.</p>
<p><a title="Schnapsidee: Das verschönern der Taurette." rel="lightbox" href="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/DSC00032.jpg"><img style="float: right;" src="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/thumbs/thumbs_DSC00032.jpg" alt="DSC00032.jpg" /></a>Dann werden die Verbliebenen, zu denen auch ich zähle, nach vorne gerufen und siehe da: Die Taurette wurde auf sehr interessante Art und Weise optisch getuned (siehe Bild). Die armen Dieseltreiber müssen schon ein ganz schön dickes Fell mitbringen: Ständig wird über Geruchsbelästigung und Langsamkeit gefrozelt, aber über diesen Witz musste auch der Besitzer der Taurette &#8211; wie auch wir alle &#8211; herzhaft lachen.</p>
<p>Astrid, die Fahrerin der Yamaha Fazer vom Vortag ist auch wieder da und wir quatschen noch eine Runde über Gott und die Welt. Das ist das schöne an Motorradtreffen: Neue Leute, neue Eindrücke, zumeist offene Menschen mit gleichen Interessen. Ich werde es nie bereuen mich zum Motorradfahren entschieden zu haben. Es bereichert mein Leben.</p>
<p>Das zweite Fass ist irgendwann leer und langsam wird es Zeit ins Bett zu gehen. Nach einem anstrengendem, und auch wunderschönem Tag haue ich mich hin, höre noch ein wenig Musik, schlafe dann aber ziemlich schnell ein.</p>
<p><em>Die Rückreise</em></p>
<p>Am nächsten Morgen erwache ich erneut in bereits betriebssamem Gewusel der Anderen. Ich bin ziemlich platt und brauche einige Zeit, bis ich aufstehen kann. Ziemlich fertig von drei Tagen Schlafentzug schleiche ich in die Küche, shit kein Kaffee. Aber die nächste Kanne läuft bereits. Na dann erstmal eine rauchen. Irgendwann ist der Kaffee fertig und ich schütte mir schnell zwei Tassen in den Kopf. Langsam wird es besser. Manchmal fühle ich mich in der Früh wie ein Reptil, dass morgens erst einige Stunden in der Sonne liegen muss, damit sich das Blut erwärmt und schnellere Bewegungen möglich werden.</p>
<p><a title="Aufbruchstimmung am Sonntag." rel="lightbox" href="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/DSC00033.jpg"><img style="float: left;" src="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/thumbs/thumbs_DSC00033.jpg" alt="DSC00033.jpg" /></a>Frühstück muss heute nicht sein, lieber noch einen Kaffee und eine Zigarette. Danach packe ich meinen Kram zusammen und befestige alles wieder mit Spannseilen auf der Sitzbank der Enfield. Noch ein paar Fotos von den bepackten Enfields, eine herzliche und dankbare Verabschiedung und zu Dritt fahren wir Richtung Remscheid, um dort auf die B229 zu wechseln. Der Rückweg wird auf jeden Fall schöner als die Anfahrt, denn die B229 ist eine gut ausgebaut Bundesstraße, die vom bergischen Land durchs Sauerland führt. Ich kenne die Strecke und hinter Lüdenscheid setze ich mich an die Spitze und fahre noch eine kleine &#8220;Abkürzung&#8221;. Aber wirklich nur eine kleine, denn meine Mitfahrer haben es noch etwas weiter als ich: Osnabrück ist das Ziel. Gerne wäre ich noch durchs Hönnetal gebraust, aber ich lasse mich überzeugen auf der B229 zu bleiben, der Umweg über Menden und Werl wäre doch zu groß. Ich fahre noch ein Stück mit, weil es gerade so einen Spaß macht, aber in Arnsberg heißt es dann lebwohl, bis zum nächsten Mal und in einem großen Bogen fahre ich zurück nach Balve, um den Geburtstag meiner Mutter zu feiern.</p>
<p><a title="Nasse Hunde und Motorradstiefel müssen draußen bleiben." rel="lightbox" href="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/DSC00037.jpg"><img style="float: right;" src="http://www.das-motorrad-blog.de/gallery/Solingen 2008/thumbs/thumbs_DSC00037.jpg" alt="DSC00037.jpg" /></a>In Balve angekommen muss ich erstmal duschen. Es ist schwülwarm, nein heiß, ein Gewitter liegt in der Luft und in der Lederkleidung erwärmt sich der Körper auf gefühlte 80 Grad. Die Stiefel stelle ich nach draußen, um meine Familie nicht mit dem Geruch zu belästigen. Dann hole ich noch meine Schwester mit der Enfield ab, weil ihr Auto streikt und wir haben einen schönen Nachmittag mit der ganzen Familie. Kurz bevor ich los muss, überrede ich meine Mutter dazu, mit mir noch eine Runde um den Block zu fahren. Natürlich erkläre ich ihr, wie sie sich als Sozia zu verhalten hat, speziell die Kurventechnik lege ich ihr nahe, doch sie kann nicht wiederstehen und in einer Kurve lehnt sie sich in die falsche Richtung, wohl um dem ungewohnten Gefühl der Schräglage entgegen zu wirken. In weiser Vorraussicht bin ich aber nur 30 Km/h gefahren und die Enfield ist ja generell so gutmütig zu fahren, dass es kein Problem ist. Meine Schwester ist da ganz anders. Die wusste sofort wo der Hase läuft. Auch wenn meine Mutter etwas ängstlich war, Spaß gemacht hat es ihr meinem Gefühl nach trotzdem. Und natürlich trug es zur allgemeinen Belustigung bei.</p>
<p>Bevor es anfängt zu gewittern, mache ich mich auf den Weg nach Dortmund und um sechs bin ich wieder Zuhause. Die Kontrolle des Ölmessstabs bestätigt dann noch meinen Umbau der Entlüftung: Kein Nivea mehr am Stab und das Nivea im oberen Bereich des Öltanks ist auch schon fast komplett verdampft. Und noch besser: Auf dem Kettenschutz finden sich auch keine Spuren von Nivea oder Öl, was bedeutet, dass aus dem Töpchen nicht mal etwas raussifft und die Umwelt versaut.</p>
<p>Zuhause gehe ich nochmal duschen, die Schwüle hat während der Fahrt noch zugenommen und als ich aus der Dusche steige bricht die Hölle los und es schüttet wie aus Eimern.</p>
<p>Als der Regen etwas abgeklungen ist, ziehe ich mir Jeans an, besteige die Yamaha und fahre nach Menden zu Steffi. Auf der Fahrt sehe ich dann, was die lokalen Gewitterunwetter angerichtet haben: Teilweise liegen Bäume auf der Straße, die Feuerwehren sind im Einsatz und die Straßen stehen an einigen Stellen unter Wasser. Was für ein Glück, dass ich nicht in dieses Chaos geraten bin.</p>
<p>Zusammen mit Steffi lasse ich den Abend ruhig ausklingen, mit der Sicherheit im Hinterkopf, dass ich die letzten drei Tage in schöner Erinnerung behalten werden. Das Treffen war wirklich top, vorallem, wenn ich bedenke, dass alles privat organisiert war. Ein dickes Lob an alle Beteiligten &#8211; besser ging es nicht. Es war toll einige Bekannte und auch einige unbekannte Gesichter zu sehen. Leidenschaften zu teilen ist eine der schönsten Sachen beim Motorradfahren.</p>
<p>Tja, am Freitag geht es auf&#8217;s Yamaha XJ Forentreffen. Mal sehen wie das wird, ich werde berichten&#8230; :-)</p>
<p>[<a href="http://www.das-motorrad-blog.de/nggallery/page-47/album-1/gallery-8">Link zur Bildergallerie]</a></p>
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