Die letzten Tage war - zumindest in NRW - wirklich ideales Motorrad Wetter: Angenehm warm, trocken, mit ein wenig Wind. Doch leider ist genau dieses Wetter auch sehr ideal für herumschwirrende Pollen, mit denen Allergiker die an Heuschnupfen leiden zu kämpfen haben. Die Augen jucken, die Nase läuft und man ist irgendwie neben der Spur. Da zeigt sich mir zum ersten Mal der Vorteil einer Dose: Fenster hoch, Lüftung aus - das lindert die Symptome.

Um als Motorradfahrer die Heuschnupfen Zeit doch noch ein wenig genießen zu können, habe ich mich da ich selbst betroffen bin, informiert und einige Tipps zusammengestellt, wie eine Linderung der Symptome erreicht werden kann. Da ich kein Mediziner bin, kann ich allerdings nicht für Wirkung garantieren. Wer sich unsicher ist hält am Besten Rücksprache mit dem Hausarzt, oder einer anderen Person "vom Fach".

Zuersteinmal ist es wichtig seinen Feind zu kennen: Die Pollen. Kleine fiese Teilchen, die praktisch überall hinkommen. Helfen könnte nur ein Mikrofilter, aber sowas ist wohl ziemlich schwierig in einen Helm zu integrieren. Fakt ist: Pollenkontakt lässt sich beim Motorradfahren erstmal nicht vermeiden. Es ist aber davon abhängig, zu welcher Zeit man sich mit dem Motorrad bewegt. Die Pollenbelastung ist nämlich Abends wesentlich geringer, als zur Hauptzeit - um den Mittag (12 - 14 Uhr) herum. Folglich wäre eine Möglichkeit, dem Feind einfach auszuweichen und in den Abendstunden zu fahren, was ja auch sehr schön sein kann (Stichwort: Sonnenuntergang, Pferd mit Ölablassschraube, Behelmter Cowboy).
Am stärksten ist die Pollenbelastung übrigens an warmen, trockenen und windigen Tagen. Also sollte der Allergiker vermeiden an solchen Tagen längere Touren zu fahren, gerade wenn sich diese über die Mittagszeit erstrecken.

Lässt sich das Fahren zu den genannten Zeiten nicht vermeiden, hilft wohl nur noch der Gang zum Arzt mit anschließendem Apothekenbesuch. Es wird dann ein Antihistaminika verschrieben, dass die allergische Reaktion unterdrückt. Antihistaminika gibt es sowohl in Tablettenform, als auch als Nasenspray. Wichtig ist aber, dass ein Antihistaminika der 2. Generation verschrieben wird, da die Tabletten der 1. Generation oft unangenehme Nebenwirkungen haben: Müdigkeit und Konzentrationsstörungen - also genau das, was ein Motorradfahrer nicht brauchen kann. Die neuen Präparate sind allerdings besser verträglich und haben keine Nebenwirkungen mehr.

Wer nicht gleich zu Tabletten greifen möchte, kann auch ein neues Produkt mit einem interessanten Ansatz probieren: Nasaleze ist ein Mikro-Puder, das wie ein Nasenspray in die Nase gesprüht wird und dort einen Film über der Nasenschleimhaut bildet und so vor Pollen schützt. Einfach mal in der Apotheke fragen.

Bei akuten Problemen hilft übrigens auch immer eine Spülung der Nase mit Salzlösung. Die Nasenschleimhäute werden gereinigt, beruhigt und schwellen ab.

Viel wichtiger als die akute Bekämpfung der Symptome sind für Allergiker allerdings vorbeugende Maßnahmen. Es gibt viele Hausmittel, die bei Heuschnupfen helfen. Einige haben ihre Wirksamkeit sogar in klinischen Studien belegen können.

Wichtig für Allergiker ist das Immunsystem zu stärken, denn die Allergie schwächt das Immunsystem, da es ja versucht die Pollen, die fälschlicherweise als Krankheit erkannt werden, abzuwehren. Ausgewogene Ernährung und Vitaminversorgung kann also schon hilfreich sein.

Oft leiden Allergiker auch an Zinkmangel. Ein gesunder Zinkhaushalt stärkt das Immunsystem und lindert die Symptome des Heuschnupfens. Entsprechende Präperate gibt es rezeptfrei in jeder Apotheke. Auch Calciumtabletten können übrigens helfen. Empfehlenswert ist es, beim Hausarzt ein Blutbild machen zu lassen, um einer Mangelerscheinung zuvorzukommen.

Auch die Natur bietet vielfältige Möglichkeiten die Beschwerden zu lindern: Jeden Tag einen halben Liter Joghurt - klingt komisch, ist aber so... sagen jedenfalls die Amerikaner. Naja, schaden kann es ja nicht, also guten Appetit. Zudem enthalten auch Brennnesseln (Tee) und Zwiebeln (z.B. auf Gyros ;-) ), die sogenannten Antihistamine, welche die allergische Reaktion abschwächen können.

Wer es auf eine längerfristige natürliche Desensibilisierung anlegt, dem sei Honig empfohlen. In der pollenfreien Zeit jeden Tag einen Löffel, aber wichtig: Es sollte Honig aus der Region sein, damit die Pollen enthalten sind, mit denen häufig Kontakt stattfindet. Auch Blütenpollen (gibt es im Supermarkt und Reformhäusern) sollen helfen. Allerdings sollten diese Produkte nur angewendet werden, wenn keine Nahrungsmittelallergie vorliegt - ist ja logisch.

Dann gibt es da noch die Kolostral- oder auch Erstmilchprodukte. Hier handelt es sich um Produkte aus der Milch, welche die Kuh bis 48 Stunden nach der Geburt eines Kalbes abgibt. In dieser Milch sind sehr viele Stoffe enthalten, die das Immunsystem des Kälbchens aufbauen und auch unserem Immunsystem helfen können. Auch hier einfach mal in der Apotheke und/oder beim Arzt nachfragen.

Wichtig aber bei allen Tipps: Im Zweifel immer Rücksprache mit dem Hausarzt halten, oder in der Apotheke nachfragen.

Vielleicht hilft es aber auch schon unter dem Helm ein Tuch über Mund und Nase zu ziehen, vielleicht wehrt das zumindest einige der Pollen ab. Alternativ hilft da wohl nur noch Gasmaske und Stahlhelm, aber das ginge wohl ein wenig zu weit... und die Rennleitung würde sich wohl auch beschweren.

In diesem Sinne: Eine möglichst beschwerdefreie Saison - auch in Bezug auf die Rennleitung.