Na das ist ja mal eine gute Nachricht, endlich keine Kuchenbleche mehr. Was für ein Hohn. Ob Kristina Schröder mit ihrer brunzdummen "wir werden dann vor den gleichen Herausforderungen stehen wie viele andere Paare in Deutschland, bei denen beide beruflich sehr gefordert sind" Aussage, weil sie EIN Kind bekommt und sie mit ihrem Mann zusammen ja auch "nur" so rund 26000 Euro im Monat verdient, oder ob die 6 Millonen Bezieher von ALG II mit einer Erhöhung um 5 Euro verhöhnt werden, obwohl das Verfassungsgericht einen völlig anderen Auftrag erteilt hat, oder Stuttgart 21, oder in Berlin die Liebigstraße 14, oder oder oder, nein dem nicht genug, nun verhöhnen sie auch noch uns Motorradfahrer mit kleinen Nummernschildern. Es tut mir leid, mag die Freude darüber allerseits noch so groß sein, aber ich kann diese Symbolpolitik nicht mehr ertragen und es tut mir auch ein wenig leid euch in diesem Blog mit Politik auf den Sack zu gehen, aber ich habe die Schnauze gestrichen voll. Die wirklich wichtigen und notwendigen Modernisierungen im Führerscheinrecht - gerade im Bereich Kraftrad - wurden vom Verkehrsministerium nicht aufgenommen. Gut, dass Trike-Fahrer nun einen Motorradführerschein der Klasse A (unbeschränkt) brauchen, das geht mir persönlich jetzt ziemlich am Arsch vorbei, aber Fakt ist nunmal, dass ein Trike von der Fahrphysik mit einem Motorrad sehr wenig zu tun hat. Aber wenn man als bayrischer Politiker hackevoll im Bierzelt rumschwankt, dann verkommt wohl alles zu einem Motorrad, was eine Gabel und einen Lenker hat. Das ist sowas von an der Realität vorbei, sowas kann sich ein Mensch doch nur einfallen lassen, wenn er im Vollrausch ist. Was lernt man denn, wenn man in der Fahrschule den Führerschein der Klasse A macht? Schräglage, dynamische Achslastverlagerung, Gefahrbremsung mit einem Zweirad. Das ist für das Fahren von Trikes so relevant, wie argentinisches Rindersteak (englisch gebraten) für eine Veganerin. Und über die möglicherweise kommende ABS Pflicht möchte ich gar nicht erst reden, da hat Clemens schon Tacheles geredet. Was aber in meinen Augen absolut nützlich, notwendig, oder um's im Politikerbullshitbingoneusprech zu sagen "alternativlos" gewesen wäre, ist der Einschluss der Führerscheinklasse A1 (125 ccm) in die Klasse B (PKW). Die EU Verordnung hätte dies ohne Probleme ermöglicht und in anderen Ländern wird dies ja bereits seit Jahren so praktiziert (z.B. in Spanien). Den 125er Führerschein mit in den PKW Führerschein zu integrieren hätte in meinen Augen viele Vorteile mit sich gebracht. Der Individualverkehr wird in Deutschland weitgehend über PKWs gestaltet. Mein größter Kritikpunkt beim Auto war schon immer - neben der Langweiligkeit der Sache - die mangelnde Effizienz dessen. Wie oft sehe ich Menschen, die mit ihrem Auto zur Arbeit fahren und alleine im Wagen hocken. Es werden also 1,5 Tonnen Fahrzeug benötigt, das zudem noch mit nutzlosem Luxuskram vollgepackt ist, um eine Person zu befördern. Na spitze. Das ist ja mal Effizienz in Reinkultur. Die 125er Klasse Teil des PKW Führerscheins werden zu lassen hätte vielen Menschen ermöglicht im Sommer teilweise auf das Auto zu verzichten und sich vielleicht einen 125er Roller, oder eine Enduro, oder auch eine kleine Rennsemmel zu schwingen. Die fressen nämlich kein Brot, verbrauchen kaum Sprit und machen Spaß. Ich verlange ja gar nicht, dass jeder so bekloppt ist wie ich und bei jedem Wetter mit zwei Rädern fährt, aber eine sinnvolle Neuregelung wäre eine echte Chance gewesen die Effizienz des Individualverkehrs zu steigern. Und natürlich um Menschen das Motorradfahren wieder näher zu bringen, weil Moppenfahren einfach eine geile Sache ist. Autofahren kann jeder Depp, Motorradfahren ist eine Kunst. Außerdem werden wir Motorradfahrer nicht jünger. Der Trend geht leider langsam aber stetig zum alten Sack. Ich sehe das immer an den Treffen an denen ich teilnehme und übrigens auch an den Motorrädern, die am meisten verkauft werden: Die BMW GS - das SUV unter den Motorrädern. Jedenfalls gibt es auf den Treffen nur ganz wenig junge Leute und ich gehöre mit meinen 33 Jahren oft schon dazu. Ist ja auch irgendwie kein Wunder wenn ich überlege, was heute so ein Motorradführerschein kostet. Da sind locker 1500 Euro fällig und wer kann sich das zusätzlich zum PKW Führerschein, der ja noch mehr kostet, überhaupt leisten? Und dann gibt's da auch noch Leute in meinem Alter und auch ein wenig älter, ja die treffe ich immer wieder solche Gesellen: Haben einen Führerschein, haben ein Motorrad, aber fahren nicht mehr. Die Ausreden sind immer dieselben... kein Zeit, zu gefährlich, Spaß am Fahren verloren oder häufig: Baby im Anmarsch / Kinder bekommen. Jungs und Mädels, ihr müsst euch die Zeit nur nehmen. Ich hab auch jede Menge Stress um die Ohren und betreue mit meiner Fastfrau insgesamt 4 Kinder und 3 Jugendliche und trotzdem fahre ich Motorrad. Ohne Motorrad würde ich bekloppt, nur unter dem Helm sind die Gedanken wirklich frei, vielleicht ist ja das genau der Unterschied zwischen euch und mir. Aber ich schweife ab. Fakt ist: Es fehlt ein einfacher Zugang zum Motorradfahren. Sei es über die Integration der 125er Klasse in den PKW Schein, oder über kostengünstige A Führerscheine. Und da hätte die Politik ansetzen können, die Chance war da, aber die Lobbykraten haben's wie immer totalvergeigt, wie sie einfach alles vergeigen was die von der Realität abgekapselten hirnamputierten Politzombies nur vergeigen können. Immer. Seit Jahren. Mich kotzt das an. Das musste mal raus. kkthxbye