Ich brauche ein Backup-Motorrad, eines das immer läuft. Die Karren die ich fahre, sind im Winter einfach zu heikel: XJ zu schwer, die Ural nicht immer unbedingt zuverlässig, aktuell macht mir mal wieder der Fliehkraftregler grande Probleme. Deswegen habe ich mir ein Brot und Butter Mopped gekauft. Eine neue KLX 250 mit 22 PS, Einspritzgedöns, vollgetankt 138 Kilo, 4 Jahre Garantie, Wartungsintervall 12.000 Kilometer. Quanta costa ~ 3.900 € (Tageszulassung), finanziert über das „Easy to bike“ Programm von Kawasaki – nette Sache übrigens.

Letzten Samstag bin ich mit der Ural zum Kawa Händler in Soest gedüst, um mich mal drauf zu setzen und habe dann direkt zugeschlagen. Montag Abend Brief geholt, Dienstag angemeldet, Abends abgeholt. Voll einfach. Genau wie die KLX. Knöpfchen drücken, lospöttern, Brötchen holen oder zur Arbeit, oder auch mal in die Grube und ein wenig im Schlamm wühlen. Stoppelhopser halt.

Die KLX fährt sich auf der Straße sehr angenehm, die Stollenreifen sind nicht so grobstollig gewählt, dass die Maschine auf dem Asphalt holpern würde. Das niedrige Gewicht macht die Maschine sehr handlich, fast schon wie eine 125er, was an Schräglage so geht konnte ich aber noch nicht wirklich testen, da ich die Reifen erst noch einfahren muss und es zudem gestern Abend und heute Morgen feucht war. Die Motorleistung ist für mich ausreichend, die Maschine erreicht zügig die 100 Km/h Marke, wie es danach aussieht weiß ich nicht, der Motor muss eingefahren werden und ich will sie nicht so hoch drehen. Auch die zwei Scheibenbremsen sind gut dimensioniert und packen ordentlich zu. Ich kann nichts negatives sagen, selbst die Gasannahme ist trotz Einspritzung nicht merklich verzögert, wie ich es bei der Probefahrt der FZ 1 kennengelernt habe.

Gestern Abend habe ich mir die Maschine in der Garage dann noch etwas genauer angesehen. Die Verarbeitung ist wirklich gut und erst nach langem Suchen habe ich etwas gefunden, was beschraubt werden will: Der Bremslichtschalter der hinteren Bremse muss eingestellt werden. Sonst nix. Enttäuschend. Und noch etwas habe ich festgestellt, als ich die KLX in der Garage noch ein wenig laufen ließ, um sie Steffi vorzuführen: Sie stinkt nicht. Wenn ich die Ural eine halbe Minute nach irgendwelchen Einstellarbeiten in der offenen Garage laufen lasse, schießen mir danach die Tränen in die Augen und ich flüchte freiwillig ins Freie. Aber die KLX: Nichts. Kein Gestank, kein Krach, nur ein angenehmes pött pött pött. Schon verrückt diese Euro 3 Geschichte.

Wobei ich jetzt nicht sagen will, dass ich das schlecht finde. Zwar machen die paar Urals und Enfields, die luftverpestenderweise in der Welt rumeiern, den Braten auch nicht fett, aber es geht auch gar nicht nur um den Umweltschutzgedanken: Die Einspritanlage ist echt nett. Wenn ich mir überlege, wie oft ich schon irgendwelche Vergaser auseinandergeschraubt habe, meine kalten Finger in Benzin tauchen musste, dann ist es echt entspannend wenigstens ein Mopped zu haben, bei dem ich das nicht machen muss.

Ich hoffe es war die richtige Entscheidung und die KLX hält das, was ich mir von ihr verspreche: Zuverlässigkeit. Dann kann ich nämlich endlich wieder an meinen anderen Moppeds schrauben, wenn ich es WILL und nicht wenn MUSS.

Fotos liefere ich nach, war gestern zu dunkel.