Alles neu macht der kurz vor der Tür stehende und um Einlass bittende Mai, so auch meinen Vorderradreifen der Marke Avon, den ich vor dem TüV Termin am letzten Dienstag noch wechseln lassen musste. Möglicherweise wäre der alte Reifen zwar noch eine Saison gegangen, aber ich wollte auf Nummer sicher gehen. Außerdem hat der erste Reifen immerhin 13.300 Kilometer lang durchgehalten, da will ich nicht meckern. Der Avon mag zwar ein wenig flutschig sein, aber er hält wirklich lang, und ehrlich gesagt: Rutschprobleme hatte ich trotz des nicht besonders guten Rufs bei einigen anderen Enfieldfahren nie – auch nicht im Winter. Es mag an meiner doch recht ruhigen Fahrweise mit der Enfield liegen, oder ich merke es einfach nicht wenn ich rutsche. ;-)

Trotzdem neuem Reifen wurde mir der TüV Bericht „ohne Mängel“ leider verwehrt – Frechheit! – denn die „Kette ist nahe der Verschleißgrenze“. Das ärgert mich dann schon ein wenig, denn das was ich am langlebigen Reifen gespart habe, holt die Kette locker wieder rein, es ist die zweite Kette in zweieinhalb Jahren, die nun ersetzt werden muss. Ob’s an mangelnder Pflege liegt? Ich weiß es nicht, ich dachte, ich hätte immer ordentlich Kettenspray drauf geballert, jedenfalls sieht meine Hinterradfelge echt sauig aus. Naja… ich werde es noch ein wenig hinauszögern und dann den Kettenwechsel vollziehen.

Erfreulicherweise habe ich auch die Abgasuntersuchung bestanden, vermutlich mit viel drehen an der Gemischschraube und anschließendem zurückdrehen. Auf jeden Fall wurde gedreht, denn die Enfield lief nach dem Werkstattaufenthalt besser als vorher. Vorsorglich hatte ich aber auch noch den Kontaktabstand eingestellt, was wirklich nötig war. Jedenfalls rennt sie nun wieder wirklich super, wie auf einer kleinen 100 Kilometer Tour heute festgestellt habe. Zuerst war es etwas ungewohnt, weil ich ja in den letzten zwei Monaten (übrigens über 3300 Kilometer, WTF?) mit der 4-Zylinder Yamaha gefahren bin. Der Unterschied ist schon recht krass – die Enfield erzeugt erstmal eine gewisse Angst und wirft die Frage auf, ob der Motor nicht defekt ist, so rumpelt es und schüttelt es, aber nach einigen Kilometern hat man sich daran gewöhnt und schon gleitest du wieder hocherhobenen Hauptes über die Landstraße.

Da der TüV ja nun geschafft ist, kann es los gehen mit meinen geplanten Optimierungen: Veränderte Düsennadel einbauen, Sekundärluftssystem stillegen, die Entlüftung des Motors endlich mal anständig verlegen (ab auf die Kette damit, dann hält sie vielleicht auch mal länger), um mein Nivea Problem (Wasser im Öl, sieht echt aus wie Creme) endlich loszuwerden und natürlich will der eh überflüssige Alibi-Kat auch noch aus dem Krümmer gedremelt werden. Klingt jetzt erstmal ziemlich drastisch, ist es aber nicht, denn diese tollen Nachrüstungen der Inder sind wirklich keine Verbesserungen, sondern schaffen nur Probleme. Das SLS ist einfach nur sinnlos und heizt das Auslassventil zusätzlich auf, die Entlüftung zieht Kondenswasser ins Öl, weil der Ölsammler nicht nah genug am Motor ist und nicht warm wird, der Kat funktioniert nicht, weil er nicht heiß genug wird und die Serien-Düsennadel ist zu lang und zu dick und magert das eh schon zu magere Gemisch im Teillastbereich noch weiter ab. Da ich ja schon einen Kolbenfresser hatte (wohl Zylinderbohrung zu eng + die Verschlimmbesserungen) und ich einen weiteren vermeiden möchte, wenn ich mal länger 90 Km/h fahren will, mache ich nun die einfachsten Dinge. Wenn es dann immer noch Probleme gibt, dann fahre ich größere Geschütze auf: Stärkere Ölpumpen und ein 19er Ritzel. Aber ich denke nicht, dass das nötig sein wird. Immerhin habe ich mit der Standardkonfiguration nach dem Fresser auch rund 9000 Kilometer ohne Probleme geschafft. Trotzdem wird der Motor im Sommer eindeutig zu heiß. Da muss was getan werden…