Heute morgen war ich mit der Diesel Enfield beim TÜV. Ich hatte etwas Bedenken, was das indische Rücklicht ohne Rückstrahler anging und ob das breitere Hinterrad, welches einer Bullet 500 entliehen wurde, auch eingetragen werden könnte. Für beide Probleme hatte ich aber bereits eine mögliche Lösung für den TÜV bereit. Im Seitenkasten lag ein klebbarer Rückstrahler, den Achim mir mitgegeben hatte und ich hatte den Brief von meiner 500er eingepackt, wo das Hinterrade mit der Größe 3.50×19″ Serienmäßig verbaut ist. Meine Diesel wurde auf Basis der 350er Enfield hergestellt, deshalb war im Brief als Hinterrad die Größe 3.25×19″ vermerkt.

Nach einiger Wartezeit war ich dann endlich an der Reihe und glücklicherweise erwischte ich einen Prüfer, bei dem ich schon öfter mal war. Einer von den netten Prüfern, die versuchen Probleme zu lösen, anstatt dem Motorrad Steine in den Weg zu schmeißen. Zuerst wurde natürlich die elektrische Anlage geprüft, alles funktionierte natürlich. Das der Rückstrahler in dem original indischen Rücklicht fehlt, fiel auch nicht auf, so war diese Hürde bereits gemeistert. Ich werde den Rückstrahler aber trotzdem montieren, ist einfach sicherer.

Dann kam die breitere Felge ins Spiel und ich zückte den 500er Brief, was schonmal hilfreich war. Trotzdem sollte das vom Chef entschieden werden. Nachdem das Lenkkopflager geprüft wurde, machte der Prüfer noch eine Probefahrt, wo er sich noch fast gemault hätte, weil er sich verschaltet hat, ist aber nichts passiert und ihm schien die kurze Fahrt sogar Spaß gemacht zu haben. Danach wurde ich ins Büro geschickt, wo wir dem Chef-Prüfer das Anliegen vortrugen und ich den 500er Brief zeigte. Ziemlich kritisch wurde mir gesagt, da könnte ja sonst eine Felge montiert sein, weil die Felgen ja nicht gekennzeichnet sind. Dann wurde ich wieder in den Wartebereich geschickt, weil noch die Papiere für einen anderen Motorradfahrer fertiggemacht werden mussten. Nach bangen Minuten ging der Chef-Prüfer dann mit mir nochmal zur Diesel Enfield und beschaute sich gefühlte 10 Minuten die Hinterradfelge und brummelte nach einigen Hinweisen auf die gebrochenen Speichern bei der 3.25er Felge durch mich dann schließlich, „gut können wir so machen“.

Erleichtert holte ich kurz darauf meine Papiere ab, zahlte 76 € für den neuen TÜV und die Eintragung und dann ging es ab zum Straßenverkehrsamt, das glücklicherweise direkt neben meiner Arbeitsstelle ist. Dort angekommen fiel mir dann auf, dass sich der Diesel bereits des ersten unnützen Teil entledigt hatte: Den Kickstarter hat es irgendwo auf dem Weg zur Arbeit abgeschüttelt. Na ja, mit dem Kicker lässt sich der Diesel eh nicht starten, zuviel Schwungmasse.

Die Zulassung erfolgte zügig und ohne Probleme, kostete aber nochmal fast 50 € durch die Eintragung, wobei ich nicht einmal ein Wunschkennzeichen genommen habe. Oh Mann! Egal, ich hab TÜV, ich habe die Zulassung, nur das zählt.

Das Kennzeichen schraube ich heute Abend an.