Vor einiger Zeit hatte ich Acerbis Handprotektoren bestellt, die aber leider nicht an meinen KLX Lenker gepasst haben. Die waren um's verecken nicht zu montieren. Also habe ich mich im Netz ein wenig umgesehen und bin über das Planet KLX Forum auf die D-Flex Handprotektoren der Firma Tusk gestoßen. Leider gibt's die nur in den USA, aber ich habe ja Geduld. Nach 3 Wochen war das Paket endlich da, wobei die Frachtkosten genau so teuer waren, wie das Kit selbst. Narf!

Dann habe ich mich natürlich sofort daran gemacht die Dinger anzubauen und nach dem ersten groben anhalten war klar: Es passt. Irgendwie. Doch nachdem ich mit einem Messer den Gasgriff beschnitten hatte, staunte ich erstmal nicht schlecht: Kawasaki hatte die tolle Idee innen im Lenker Lenkerendengewichte einzuschweißen. Mit drei Schweißpunkten. An dieser Stelle vielen Dank dafür.

Jetzt mal im Ernst: Was ist wohl das am meisten verbaute Zubehör an einer Enduro? Könnten das vielleicht eventuell HANDPROTEKTOREN sein? Und wie werden die Dinger in 99,953 % der Fälle montiert? Werden die vielleicht im Lenker verankert? Und klappt das wenn da eingeschweißte Gewichte drin sind? Ich muss mir an den Kopf fassen.

Egal. Da ich mit der Bohrmaschine nicht weit gekommen bin, habe ich mir von meinem Bruder einen Dremel geliehen und konnte so die Schweißpunkte wegschleifen und das Gewicht lösen. Es dauert ein wenig, aber es geht gut. Ich hätte in das Gewicht auch ein Gewinde schneiden können, um die Handprotektoren auf diese Art zu verschrauben - in einem US Forum hat das jemand bei der KLX schonmal gemacht - aber ich wollte den Einbau so vornehmen, wie er gewöhnlich gemacht wird. Also habe ich die Gewichte ein wenig tiefer in den Lenker geschoben und gut. Nachdem ich dann noch die Plastikschalen provisorisch an die Aluminiumschienen des Protektorensystems geschraubt hatte, konnte es endlich losgehen (*hust*).

Einbau an der rechten Seite (Gas)

Damit die Befestigung für die Aluschiene gut positioniert werden kann, sollte erstmal die Amatur der Bremse gelöst werden. Die Amatur dann ein wenig nach hinten drehen, sonst ist der Ausgleichsbehälter im Weg. Danach den Halter für die Aluschiene positionieren und die Schiene provisorisch festschrauben. Jetzt können wir feststellen, dass das mit dem Ausgleichsbehälter nicht wirklich gut passt, weil die Bremsleitung nicht schräg genug nach oben weg geht. Dem lässt sich einfach Abhilfe schaffen: Die Befestigungsschraube der Bremsleitung am Ausgleichsbehälter etwas lösen, die Bremsleitung soweit nach oben drücken, bis es passt und die Schraube wieder festziehen. Danach einfach die Amatur nach Bedarf noch weiter positionieren und wieder befestigen - fertig. Die Bremsleitung muss übrigens über der Schiene verlaufen, weil es sonst Schwierigkeiten mit der anderen Seite gibt.

Einbau an der linken Seite (Kupplung)

Auch hier sollte die Amatur mit Kupplungshebel und Spiegel zuerst gelöst werden, damit der Halter für die Schiene des Handprotektors einfacher positioniert werden kann. Wenn dann die Position grob passt, wird man feststellen, dass es mit der Bremsleitung Probleme geben wird, wenn das Motorrad einfedert, also muss die Bremsleitung noch anders verlegt werden. Dazu den Kupplungszug am Kupplungshebel aushängen und nun die Bremsleitung vor dem Kupplungszug herführen. Danach den Kupplungszug wieder einhängen und den Handschutz endgültig montieren und noch die Kupplungsamatur wieder festziehen. Nun sollte noch der obere Ring, durch den die Bremsleitung läuft etwas umgearbeitet werden. Dazu einfach den Plastikring entfernen, die Metalllasche entsprechend nach vorne umbiegen, den Plastikring wieder einsetzen - fertig.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Wenn alles montiert und festgezogen ist, sollte man sich auf die Maschine setzen und die Gabel aus und wieder einfedern. Dabei muss geprüft werden, ob die Bremsleitung irgendwo abknickt, oder sich gar verhaken kann. Die Bremsleitung muss beim Ein-, wie beim Ausfedern frei beweglich sein, warum dürfte wohl klar sein.

Und so sieht das dann aus... (klicken macht das Bild groß!)

D-Flex Handprotektoren von Tusk an der KLX 250

Detailliertere Bilder folgen, wenn ich mehr Zeit habe.

Fazit

Der Anbau war recht aufwändig, das Entfernen der Lenkerendengewichte ist zeitaufwändig und mit der Bremsleitung muss man echt aufpassen, aber gelohnt hat es sich auf jeden Fall. Ich finde die Optik der weißen Protektoren einfach genial. Es passt super zur Front des Motorrads und erhöht dabei die aktive Sicherheit!