Wer auch im Winter Motorrad fährt, ist auf gute Kleidung angewiesen, wenn es das Gebein vom Frost nicht allzu schütteln soll. Ich habe einige Winter mit Moped und Motorrad gebraucht, um einen guten Handschuh zu finden, mit dem ich zufrieden bin.

Guter Kompromiss Dies hier ist das Modell meiner aktuellen Wahl. Ein gelungener Kompromiss, denn im Gegensatz zu Fäustlingen, habe ich in diesen Handschuhen nicht das Gefühl, dass meine Hand in einem Klumpen Zwiebelhackmett steckt. Der Gasgriff lässt sich mit diesem Handschuh ebenso wie Bremse, Kupplung und Blinker noch gut bedienen und dank der 3-Finger wird die Kälte deutlich besser und länger abgewehrt, als es mit 5-Finger Handschuhen der Fall ist. Wobei der Preis von rund 40,-- EUR durchaus noch akzeptabel ist. Die Winterpranken sind mehrschichtig isoliert, angenehm gefüttert und die Handflächen sind aus Leder - schön griffig.

Einziges Manko in meinen Augen: Die Stulpen könnten etwas länger ausfallen, sonst sind Träger von passgenauen Lederjacken im Nachteil. Sind die Ärmel der Jacke etwas zu kurz, friert es am Puls, was bei längeren Fahrten unangenehm werden kann.

Ich wirke dem allerdings entgegen, indem ich einfach etwas unter der Jacke trage, das richtig lange Ärmel hat. Aber im Winter gilt ja eh das Zwiebelschichtprinzip. Wenn es richtig kalt ist, trage ich am Oberköper Thermounterwäsche, ein langärmeliges T-Shirt, einen Pullover, Nierengurt, drüber die Lederjacke und natürlich einen Gesichtsschutz. Kalt ist es dann trotzdem, aber bis ca. -5 Grad ist es schmerzfrei zu ertragen. Die größten Problemzonen im Winter sind - nein, nicht Bauch, Beine, Po - einfach die Hände, Füße und das Gesicht.

Gegen wirklich tiefe Temperaturen (-10° und abwärts) hilft allerdings so oder so kein Handschuh allein, da sind Lenkerstulpen obligatorisch. Auch eine Kniedecke für "unten rum" ist dann empfehlenswert und natürlich geeignete Winterstiefel - über Winterstiefel liefere ich aber in Kürze noch einen weiteren Beitrag nach, ich habe nämlich Neue bestellt, die ich diesen Winter testen werde.

Allgemein ist zu Winterhandschuhen zu sagen, dass diese auf keinen Fall zu eng sein dürfen. Lieber eine Nummer größer, so das die Finger innen etwas Luft haben - Luft isoliert. Ich hatte letztes Jahr Winterhandschuhe von einem Freund getestet, die mir ein wenig zu eng waren. Keine zwanzig Minuten bei 0 Grad und die Finger waren taub. Dafür hatten die richtig schön lange Stulpen - schade eigentlich.

Ach ja, und wenn es wirklich richtig rutschig oder gar eisig ist und an den Reifen nicht gerade Spikes montiert sind - lieber nicht fahren. Gegen gebrochene Knochen und - noch viel schlimmer, ein kaputtes Mopped - hilft auch die dickste Zwiebelschicht nicht. Höchstens ein solides Wintergespann.