Was ja oft übersehen wird – von mir übrigens auch – ist die Tatsache, dass moderne Motorräder nur gebaut werden können, weil sich durch die Industrialisierung gewisse Basistechnologien entwickelt haben. Zu den wichtigsten Basistechnologien zähle ich auch den Druckguss, denn nur durch den Druckguss ist es möglich Strukturteile in großer Menge kostengünstig herzustellen, da bei diesem Gussverfahren Dauerformen verwendet werden. Die Formen müssen also nicht für jeden Guss neu erstellt werden und das ist ein entscheidender Vorteil gegenüber anderen Gussverfahren.

Motorradschwinge, hergestellt im Druckgussverfahren

Motorradschwinge, hergestellt im Druckgussverfahren

Viele Teile am Motorrad entstehen im Druckgussverfahren, z.B. die Schwinge, aber auch viele Motor- und Vergasergehäuseteile werden so hergestellt. Großer Vorteil sind die geringen Toleranzen, die beim Guss entstehen, wenn ich da an den Graugusszylinder meiner Benzin Enfield denke und wie „passgenau“ und „formschön“ der mit seinen kleinen Gussfehlern ist, so wird der Unterschied in der Qualität dieser beiden Gussverfahren sehr deutlich. Zudem bietet der Druckguss was die Qualität angeht mehr Kontinuität, denn es wird für viele Teile dieselbe Form verwendet. Die Verwendung von Einzelformen sind anfälliger für Fehler, haben allerdings den Vorteil, dass eben nur ein Teil einen Fehler haben kann. Hat eine Dauerform einen Fehler, ist bei nicht ausreichender Kontrolle die gesamte Charge im Eimer.

Es gibt einen recht interessanten Wikipedia Eintrag zum Druckguss, aber leider wird der Bereich der historischen Entwicklung hier nur sehr mager abgehandelt, dabei hätte mich genau das interessiert. Es gibt auch ein Online Magazin zum Thema Druckguss, aber leider bin ich da auch nicht fündig geworden. Weiß jemand mehr? Dann bitte in die Kommentare.