Freitag Nacht wäre es beinnahe mal wieder soweit gewesen, dabei fing der Abend doch so schön an, hatte ich mit meinem Arbeitskollegen Frank Hennecke nämlich den Motorradstammtisch in Balve besucht. Da ich bald wieder nach Balve ziehen werde, wollte ich hier schonmal ein wenig Kontakte knüpfen und mir scheint es handelt sich um einen netten und lockeren Haufen, aber das nur nebenbei.

Die Rückfahrt von Balve nach Dortmund gestaltete sich Enfield typisch sehr angenehm, Freitag Nacht eben, wenig Verkehr, ich kam gut durch, konnte fahren wie ich wollte und erreichte schließlich die Stadtgrenze von Dortmund. Ich bin über die Holzwickeder Straße Richtung Neuasseln gefahren, das ist eine lange gerade Strecke, die leicht bergab geht, bis man am Tiefpunkt eine Kreuzung erreicht, und dann geht es wieder bergauf, unter einer Unterführung durch. Links ist dann übrigens direkt das Autohaus am Funkturm, wo ich meine Enfield gekauft habe. Aber auch das nur am Rande.

Und wie ich so auf die Unterführung zufahre, bemerke ich plötzlich, dass vor mir etwas auf der Fahrbahn steht. Im fahlen leicht gelblichen Licht der Beleuchtung konnte ich nicht gleich sehen, worum es sich handelt, also bin ich voll in die Eisen und nach rechts auf den Seitenstreifen ausgewichen. Im Näherkommen konnte ich dann erkennen was es war: Ein Holztisch. Ja richtig, da hat irgendso ein dämliches Arschloch einen alten gammeligen Holztisch des Nachts mitten auf die Straße gestellt. Und bei dem gelblichen Licht, mit dem Unterführungen ja oft beleuchtet werden, war das verwitterte Objekt sehr gut zu übersehen. Nur gut, dass ich es noch geschafft habe auszuweichen und zu bremsen.

Ich habe dann sofort angehalten und den Tisch auf den Bürgersteig gestellt, naja, ehrlich gesagt habe ich ihn geworfen, denn ich war ziemlich sauer. Mir war in dem Moment auch klar, dass die Idioten, die das Ding da hin gestellt haben noch nicht weit seien können, denn immerhin ist die Holzwickeder Straße auch Nachts relativ gut befahren, es ist keine Nebenstraße oder so, sondern eine Straße, die direkt in Brakel auf den Hellweg führt.

Also habe ich mich sofort wieder auf die Enfield gesetzt und bin weitergefahren und 500 Meter weiter die Straße rauf, lief eine Gruppe Jugendlicher daher. Also bin ich mit der Enfield direkt vor ihnen auf den Bürgersteig gefahren und hab sie zur Rede gestellt. Natürlich haben sie alles abgestritten, nein nein, sie wären das nicht gewesen, ich sollte sich doch bitte vorbeilassen, sie wollten doch nur zum Bus. Zähneknirschend bin ich weitergefahren, beweisen konnte ich es ihnen ja nicht, aber ich bin mir sicher, dass die Gruppe den Tisch dort hingestellt hat, den sie vermutlich vorher in der Kleingartensiedlung geklaut haben.

Klar habe ich als Jugendlicher auch oft genug irgendwelchen Scheiß gebaut, aber „sowas hätten wir damals nie gemacht“. So blöd sich das auch anhören mag.

Kiffen die einfach zu früh und zu viel, liegts an der allgemeinen Verblödung der Gesellschaft, oder gelten „Holzklotzwerfer“ bei solchen Vor-der-Klasse-neun-Abbrechern als cool, dass sie unbedingt gefährdend in den Straßenverkehr eingreifen müssen? Warum haben solche Vollpfosten einen Horizont nur so groß wie die Kartons der dämlichen Turnschuhe die sie tragen, oder liegt’s gar an den bescheuerten Mützen die verhindern, dass das Gehirn genügend Sauerstoff bekommt? Und stecken sich diese Leute deswegen ein Hosenbein in die Socke und merken deswegen gar nicht, wie lächerlich und dumm sie sind, oder merken sie es doch und rächen sich durch solche Scheißaktionen an der restlichen Gesellschaft? Liegts an mangelnder Intelligenz, oder an der mangelnden Bildung? Gibt es eigentlich schon das Wort Konsequenzresistent?

Jedenfalls: Ich will mir die Fragen nach dem „was wäre wenn“ gar nicht stellen, so wie es diese Gruppe Jugendlicher offensichtlich ja auch nicht getan hat, was aber nichts daran ändert, dass das auch hätte unschön ausgehen können. Nur gut, dass nichts schlimmes passiert ist.