Seit zwei Monaten schon bin auf der Suche nach einer Yamaha FZR 1000, weil ich gerne noch ein sportliches Motorrad in der Garage haben möchte. Und da liegt die FZR nahe, weil: Es ist eine Yamaha und das Ur-Modell hat diese zwei runden Doppelscheinwerfer, die ich sehr hübsch finde. Leider ist es gar nicht so leicht eine unverbastelte Kilo FZR zu finden, weil diese gerne für Streetfighter Umbauten genutzt wird. Wie kann jemand einem Motorrad nur so etwas antun? Ich finde Streetfighter sehen einfach grauselig aus, aber gut – ist ja Geschmackssache.

Nach langem suchen habe ich endlich eine blaue FZR Baujahr 1991 gefunden. Gut, ich wollte eigentlich das Urvieh, eine 87er oder 88er, aber die 91er wäre auch okay, da ist wenigstens schon das EXUP System integriert. Also rufe ich den Verkäufer an, verhandele den Preis und vereinbare einen Abholungstermin für’s Wochenende. Als ich die Doppelkarte habe und gerade das Kurzzeitkennzeichen holen will, bekomme ich dann einen Anruf vom Verkäufer. Er hat sie nun an jemand Anderen verkauft, der mit dem Hänger da war und sie direkt mitgenomen hat. Zum selben Preis übrigens. Ja danke. Keine Ehre im Balg.

Was mache ich jetzt mit der Doppelkarte. Ganz klar: Weitersuchen, vielleicht finde ich ja doch noch was passendes und am Tag darauf fällt mir eine 87er FZR bei Mobile auf. Jetzt aber Nägel mit Köpfen, ich kontaktiere den Anbieter und wir verabreden per E-Mail ein Telefonat am Abend. Das Telefonat verläuft dann sehr positiv und wir vereinbaren einen Besichtigungstermin am kommenden Samstag.

Leider kann Steffi mich nicht fahren, weil sie mit einer fiesen Erkältung im Bett liegt, auch meine Eltern haben keine Zeit, aber glücklicherweise erklärt sich Donni bereit mit mir am Samstag zu fahren. Dank Navi und exakter Zeitplaneinhaltung sind wir am Samstag dann auf die Minute genau pünktlich in Langenfeld zwischen Wuppertal und Leverkusen.

Wir werden sehr nett empfangen und trinken erstmal einen Kaffee. Danach geht es ab zur FZR 1000, die im Garten unter einem Holzverschlag steht. Bischen dreckig ist sie, aber sie springt sofort an und klingt gesund. Leider ist die Seitenverkleidung abmontiert, aber sie ist vorhanden und hängt intakt an der Wand in der Garage. Ich muss nicht lange überlegen und da der Preis okay ist fahren Donni und ich zum Bankautomaten und heben das Geld ab.

Wieder zurück schraube ich das Kurzzeitkennzeichen an die FZR und Michael gibt uns noch jede Menge Ersatzteile mit, die in Donnis Kombi verschwinden. Ein kompletter Satz Felgen, eine Auspuffanlage samt Krümmer und Sammler und jede Menge Kleinteile. Für 1200 Euro kann ich da nicht meckern, das war ein wirklich guter Preis.

Also rauf auf den Hobel, auf die Straße rollen und los gehts. Die Kackstuhlhaltung ist etwas ungewohnt für mich als reiner Tourenfahrer, aber ich gewöhne mich bereits nach ein paar Kilometern daran und bin überrascht, wie einfach sich die FZR fahren lässt. Dann geht es ab auf die Autobahn. Die Verkleidung ist echt genial, vom Fahrtwind geschützt sind auch höhere Geschwindigkeiten problemlos fahrbar und die Beschleunigung der Kilo ist unglaublich. Einmal kurz am Kabel gezogen und der Tacho zeigt 200 an. So schnell bin ich noch nie mit einem Motorrad gefahren.

Ich lasse es aber dann trotzdem etwas langsamer angehen und erreiche nach 90 Minuten meine Garage. Donni taucht kurze Zeit später auf und wir laden die Teile in die Garage. Dann schnappe ich mir den Putzeimer und befreie die FZR ein wenig vom Schmutz und baue die Seitenverkleidung wieder an, die gehört für mich einfach dazu. Und dann steht sie da: Meine Kilo FZR.

Yamaha FRZ 1000 2LA