Hier stünde normalerweise ein schönes Bild. ;-)

Technik |

Tank entlacken und polieren ohne großen Aufwand

Im Zuge des Umbaus meiner XJ 650 zum Caféracer, konnte ich einige Erfahrungen beim Entlacken von Metallteilen sammeln. Ausgesuchte Tipps möchte ich mit diesem Beitrag gerne weiter geben, denn die Fehler, die ich gemacht habe sind vermeidbar und sparen Zeit und Geld.

Arbeitsmaterialien

Riefen im Blech müssen noch raus

Das Schutzblech ist zu Beginn ziemlich missraten, weil ich eine Messingbürste als Bohrmaschinenaufsatz verwendet habe. Das Messing schleift den Lack zwar gut vom Metall, aber der Druck auf das Werkstück muss dabei recht hoch sein. Dadurch gibt’s dann richtig “schöne” Riefen im Metall, die vor dem Polieren mühsam wieder ausgeschliffen werden müssen. Das ist echt Arbeit, die nicht sein muss.

Nach einigem experimentieren bin ich dann auf einen Fächerschleifer von Bosch gestoßen, der mit 15 Euro (Baumarktpreis) in einer 120er Körnung wirklich gut funktioniert und ein zügiges und angenehmes Arbeiten erlaubt. Die Haltbarkeit ist zudem höher als die der Messingbürsten, was mich positiv überrascht hat. Ich habe mit dem Fächerschleifer inzwischen das Schutzblech bearbeitet und den Tank komplett entlackt und er hat erst ca. 50% der Fächerlänge eingebüßt, der relativ hohe Preis geht also in Ordnung. Weiterer Vorteil: Nachdem das Metall mit dem Fächerschleifer bearbeitet wurde, ist es bereits fertig zum polieren, es sind keinere weiteren Arbeiten notwendig, durch die 120er Körnung ist das Metall bereits sehr glatt und fühlt sich gut an.

Während der ersten Poliervorgänge hat nach kurzer Zeit die eh schon angeschlagene Bohrmaschine den Geist aufgegeben, da der permanente seitliche Druck auf das Lager der Antriebswelle wirkt und dieses irgendwann ausschlägt. Bis zum Totalversagen des Werkzeugs. Wer also mit einer Bohrmaschine ein Werkstück polieren will, der nimmt nicht seine Bosch/Metabo/wasweißich, sondern rennt vorher in den Baumarkt und kauft sich den billigsten Chinabohrer, den er kriegen kann. Meine neue Bohrmaschine hat 21 Euro gekostet – vertretbar, wenn die nach zwei Tanks das zeitliche segnet.

Als Polierset habe ich ein Einsteiger-Set von Louis verwendet mit dem ich bereits einige gute Ergebnisse erzielen konnte – jedenfalls dort, wo am Schutzblech keine Riefen waren. Dort wurde die Oberfläche glänzend wie ein Spiegel.

Konservierung von entlacktem Metall

Wer nicht die Möglichkeit hat, den Tack nach dem Entlacken sofort wieder zu grundieren, oder wie ich vor hat, den Tank blank zu lassen, der muss das Metall zwangsweise konservieren, sonst kann sich – je nach Lagerungsort – schnell Flugrost bilden.

Ich habe meinen Tank leicht eingeölt und er lagert im Moment in der nicht sehr trockenen Garage, Probleme mit Flugrost habe ich keine. Der feine Ölfilm auf dem Tank unterbindet den Kontakt mit dem Sauerstoff und der Feuchtigkeit der Umgebungsluft. Eine weiterer Tipp, den ich kürzlich bekommen habe (vergessen von wem… :/) war zur Konservierung Leinölfirniss zu verwenden. Klingt logisch, weil sich Leinölfirniss bereits beim Arbeit mit Holz bewährt hat. Auf jeden Fall einen Versuch wert. Die dritte Möglichkeit ist die Konservierung mittels Wachs, was den Vorteil hat, dass Wachs länger hält als Öl. Allerdings dauert das Wachsen natürlich auch länger als mal eben mit einem öligen Lappen über den Tank zu wischen. Ansonsten ist noch NevrDull dein Freund.

Was gar nicht geht: Klarlack – hält auf blankem Metall nicht lang, blättert schnell wieder ab, braucht zwingend eine Grundierung, bitte aus dem Kopf schlagen.

Das war’s zum Thema entlacken, polieren und konservieren von meiner Seite, wenn mir noch etwas einfällt, ergänze ich es in den Kommentaren. Das steht dir natürlich auch frei, falls ich irgendetwas wichtiges übersehen habe. Eine detaillierte Anleitung wie du selbst ein Werkstück mit einfachen Mitteln polieren kannst kommt demnächst auch noch.

Stay tuned…

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Voll für den Arsch: Gelkissen für die Motorrad Sitzbank

Als ich versucht habe ein Motorrad zu mieten habe ich ja bereits erwähnt, dass ich bei Louis so ein Gelkissen für die Sitzbank gefunden habe und das ich das testen werden. Nun, ich habe es getestet und bereits mehrere Monate auf meiner krass harten Enduro Sitzbank der KLX 250 montiert und kann nun guten Gewissens ein realistisches Urteil abgeben.

Das Ding kostet 50 € im Angebot (70 € regulär), ist mit Gel-Material aus der Medizintechnik gefüllt und kinderleicht montiert. Einfach die Sitzbank abnehmen, das Kissen positionieren und die seitlich abgehenden Bänder unter der Sitzbank straff zusammenknoten, Sitzbank wieder drauf, fertig. Das Kissen gibt’s in zwei verschiedenen Größen, ich habe das Kleinere genommen, das für meine Sitzbank sogar noch einen Tick zu groß ist, was sich aber als unproblematisch herausgestellt hat.

Gelkissen für die Sitzbank, (c) Louis

Nach dem nun lange andauernden Test sind mir bis jetzt fast nur positive Dinge ausgefallen. Ein wichtiger Punkt ist, dass das Kissen dank gummierter Unterseite beim Fahren nicht verrutscht und so der Kontakt zum Motorrad nicht leidet. Während der Fahrt spüre ich das Kissen gar nicht, nach einer längeren Fahrt allerdings schon, weil nämlich die Schmerzen im Hintern nicht vorhanden sind. Es funktioniert tatsächlich. Ich bin zwar noch nicht länger als eine Stunde am Stück damit gefahren, aber früher tat mir bereits nach 60 Minuten der Hintern so weh, dass ich eine Zwangspause einlegen musste. Das ist nun weg, der Sitzkomfort ist tatsächlich deutlich gestiegen, optisch ist es allerdings nicht so der Bringer.

Fazit

Wer keine Lust hat, sich die Sitzbank neu polstern zu lassen, für den ist ein Gelkissen sicherlich eine gute Alternative. Es ist schnell montiert und schont bei längeren Touren das Sitzfleisch, auch auf dem Soziussitz. Zudem lässt sich das Kissen beim Wechsel des Motorrads wieder zügig demontieren und auf’s neue Mopped mitnehmen – auch deswegen lohnt sich die Anschaffung. Einziges Manko: Sonnenbestrahlung lässt die Farbe des Kissens (schwarz) etwas ausbleichen, was ich aber nicht schlimm finde, weil die Optik von dem Ding so oder so fragwürdig ist (Siehe Bild aus dem Louis Katalog, Foto von der KLX reiche ich nach).

In diesem Sinne: Kann ich empfehlen und werde es selbst weiterhin benutzen.

PS: Sorry für den faden Wortwitz in der Überschrift. Ich schmeiß 5 € ins Phrasenschwein. Ehrlich.

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Ein Motorrad lenkt man mit dem Hintern… NICHT!

Ich erinnere mich noch gut an eine Diskussion, die ich vor einigen Jahren mit einem Freund und seiner damaligen Freundin geführt habe: Beide mit Moppedschein und der festen Überzeugung, ein Motorrad würde mit dem Hinterteil gesteuert. Was habe ich mir den Mund fusselig geredet, aber ich konnte mich auch mit völlig logischen Argumenten nicht durchsetzen. Dabei fährt es sich doch manchmal einfach besser, wenn bestimmte Vorgänge nicht nur unterbewusst, sondern auch ganz bewusst gesteuert werden können. Deswegen nun ein kurzer und knackiger Beitrag für alle die noch immer denken, ihr Motorrad würde von ihrem Arsch gelenkt.

Im Grunde ist es einfach: Wir steuern das Motorrad mit unseren Händen, wir merken es nur nicht, weil wir es uns noch nie richtig bewusst gemacht haben. Der Fachausdruck zum Einleiten der Schräglage heißt “Lenkimpuls”, welcher den Schwerpunkt des Motorrads so verändert, dass es in Schräglage fällt. Dies funktioniert allerdings nur, wenn die Kreiselkräfte der Räder des Motorrads so hoch sind, das es spurstabil fährt, was bei eine Geschwindigkeit ab 20 Km/h der Fall ist. Fahren wir langsam, lenken wir tatsächlich, fahren wir schneller, lässt sich das Motorrad durch lenken nicht mehr steuern, sondern nur noch durch den Lenkimpuls. Und der läuft wie folgt ab:

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Bosch Motorrad ABS Infotag – das Bosch ABS System der Version 9

Vor einiger Zeit war ich, wie ja bereits schon in einem Video zu sehen war, auf einer Infoveranstaltung bei Bosch in Boxberg, wo die nächste Generation des Bosch ABS Systems speziell für Motorräder vorgestellt wurde. Ich war leider ein wenig zu spät, weil ich mich mal wieder ein wenig auf der Landstraße verfahren hatte und platzte in den ersten Vortrag von Tobias Fluck, der die technischen Details und die Weiterentwicklungen des neuen ABS vorstellte. Ich will gar nicht lange drum herum reden: Das System hat jetzt einen Schräglagen- und einen Beschleunigungssensor und das finde ich gut! Und noch besser: Es ist eine Funktion vorgesehen, mit der sich das ABS auch abschalten lässt, z.B. wenn es auf die Rennstrecke geht.

Ein Problem bei einigen anderen ABS war, dass manche zu früh die Bremse öffnen, oder dass eine Bremsung mit ABS in Schräglage zum Abflug führen konnte, denn das Motorrad entwickelt dann ein sehr starkes Aufstellmoment. Und was es heißt, wenn sich das Motorrad aus voller Schräglage plötzlich aufrichtet, kann sich wohl jeder vorstellen: Wir fahren schön gerade aus in den Gegenverkehr, wahlweise auch in die Leidplanke, oder wir lernen mal, wie sich ein Highsider so in echt anfühlt. Doof also, da ist mir ein Lowsider lieber. Und das die EU nun bald ABS für Motorräder vorschreiben will, das macht das ganze natürlich nicht besser. Herr Dr. Gleich vom MojoMag hat ja auch bereits etwas dazu geschrieben, worin auch viel Wahrheit liegt. Die ABS Pflicht darf nicht dazu führen, dass irgendwelche graupigen System in die Motorräder integriert werden, nur damit eine gesetzlich vorgegebene Richtlinie möglichst kostengünstig erfüllt wird. ABS macht nur Sinn, wenn es wirklich perfekt funktioniert und vorallem die Gefahren, die durch den Einsatz eines ABS entstehen können, eliminiert werden.

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Ein Hoch auf die Basistechnologien, heute: Druckguss

Was ja oft übersehen wird – von mir übrigens auch – ist die Tatsache, dass moderne Motorräder nur gebaut werden können, weil sich durch die Industrialisierung gewisse Basistechnologien entwickelt haben. Zu den wichtigsten Basistechnologien zähle ich auch den Druckguss, denn nur durch den Druckguss ist es möglich Strukturteile in großer Menge kostengünstig herzustellen, da bei diesem Gussverfahren Dauerformen verwendet werden. Die Formen müssen also nicht für jeden Guss neu erstellt werden und das ist ein entscheidender Vorteil gegenüber anderen Gussverfahren.

Motorradschwinge, hergestellt im Druckgussverfahren

Motorradschwinge, hergestellt im Druckgussverfahren

Viele Teile am Motorrad entstehen im Druckgussverfahren, z.B. die Schwinge, aber auch viele Motor- und Vergasergehäuseteile werden so hergestellt. Großer Vorteil sind die geringen Toleranzen, die beim Guss entstehen, wenn ich da an den Graugusszylinder meiner Benzin Enfield denke und wie “passgenau” und “formschön” der mit seinen kleinen Gussfehlern ist, so wird der Unterschied in der Qualität dieser beiden Gussverfahren sehr deutlich. Zudem bietet der Druckguss was die Qualität angeht mehr Kontinuität, denn es wird für viele Teile dieselbe Form verwendet. Die Verwendung von Einzelformen sind anfälliger für Fehler, haben allerdings den Vorteil, dass eben nur ein Teil einen Fehler haben kann. Hat eine Dauerform einen Fehler, ist bei nicht ausreichender Kontrolle die gesamte Charge im Eimer.

Es gibt einen recht interessanten Wikipedia Eintrag zum Druckguss, aber leider wird der Bereich der historischen Entwicklung hier nur sehr mager abgehandelt, dabei hätte mich genau das interessiert. Es gibt auch ein Online Magazin zum Thema Druckguss, aber leider bin ich da auch nicht fündig geworden. Weiß jemand mehr? Dann bitte in die Kommentare.

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