Nee, jetzt wirklich, das ist ernst gemeint. Also ich hätte mir selbst sogar einen Strafzettel verpasst. Warum? Naja, ganz einfach…
Es ist Nacht, es regnet, ich brause mit der FZR von Balve nach Menden. Ich fahre relativ langsam, die Straße ist ja nass und das Visir mal wieder verschmiert, so dass mich entgegenkommende Fahrzeug ganz schön blenden. Allerdings fahre ich nicht so langsam, dass ich im Hönnetal den Starenkasten nicht umfahren müsste, um dann auf der anschließenden kurzen Geraden ein wenig zu beschleunigen.
Danach bin ich dann innerorts und fahre am Kalkwerk vorbei. Auf der Bundesstraße außerhalb der Ortschaft gebe ich wieder Gas, bis ich nach einigen Kilometern in den Rückspiegeln ein blaues, rotierendes Leuchten wahrnehme. Scheiße, denke ich, jetzt gibt’s Ärger. Ich stoppe die FZR auf dem Seitenstreifen und ein Polizeiwagen hält neben mir.
“Ihr Rücklicht ist kaputt!”
Da ich das nicht widerlegen, nehme ich das erstmal als Tatsache hin.
“Wo müssen Sie denn hin?”
Nach Menden ins Lahrfeld, sind noch etwa 8 Kilometer.
“Gut, dann fahren wir jetzt mal hinter Ihnen her, man sieht Sie wirklich schlecht, nicht das Ihnen noch einer hinten reinfährt. Im Hönnetal ist das übrigens echt gefährlich ohne Rücklicht.”
Wir fahren los und ich achte peinlichst genau darauf, dass ich keine Ampeln bei gelb nehme, die obligatorischen 50 zu 60 Km/h mache und komme mir vor wie damals in der Fahrschule. Und ja, der Polizeiwagen folgt mir tatsächlich bis auf den Parkplatz.
“Für die 10 Euro, die ich Ihnen jetzt nicht abnehme, kaufen Sie sich bitte morgen direkt neue Rücklichtbirnen.”
Ja, das mache ich. Versprochen. Und ich hielt mein Versprechen.
Dann lacht der Polizist noch: “Ist komisch mal wieder wie in der Fahrschule zu fahren, oder? Naja, schönen Abend noch.”
Recht hat er. Aber ich bin dankbar, weil es auch anders hätte laufen können. Mängelkarte und solcher Pipapo. Von daher war die Polizei in diesem Fall wirklich freundlich und hilfsbereit, anstatt zu maßregeln. Gute Sache!
Was ich mich allerdings immer noch frage: Wie lange sind die mir eigentlich vorher schon hinterher gefahren…? Und warum schaut man auf einer FZR eigentlich so selten in die Rückspiegel?
Wie sowas für mehr als fünf Kilometer fahrbar ist? Keine Ahnung. Wer mal eine Deckenlampe installiert hat, wird wissen warum ich keine Antwort darauf habe. Mir würden jedenfalls nach ein paar Minuten die Arme abfallen.
Und ich weiß übrigens nicht was ich schlimmer finde… den Lenker, oder die Fransen daran… ;-)
Die Tochter meiner Freundin nimmt in der Schule im Moment die Flächenberechnung durch und da sie heute – am letzten Tag vor den Ferien – noch eine Mathearbeit schreibt, hat sie gestern Abend noch ein wenig gepaukt und herausgefunden, das eine Fläche von 5 mal 5 Zentimeter gleich 25 Quadratzentimeter sind.
Mein Kommentar zu Steffi: “Quadratzentimter sind überflüssig. KUBIK ist das was zählt.”
Irgendwie konnte ich’s mir nicht verkneifen.
In diesem Sinne – Hubraum statt Wohnraum!
Jetzt wo ich die Yamaha FZR 1000 habe, bin ich so begeistert von der Leistung und Qualität des Motorrads, dass mir die Enfield irgendwie sehr lächerlich vorkommt. 22 PS, nur ein Zylinder und der auch noch luftgekühlt und ständig vibriert alles. Und dann die Wartungsintervalle und irgendwie gefällt mir auch das Aussehen der Enfield nicht mehr, viel zu viel Chrom.
Naja, ich hatte eine schöne Zeit mit ihr, aber ich setze sie morgen bei Mobile rein, ist einfach besser so. Wenn man mal einen modernen leistungsstarken Vierzylinder gefahren ist, dann scheint es unmöglich auf einem in den 50er Jahren konstruierten Motorrad zu fahren. Das das Teil überhaupt fährt ist eigentlich ein Wunder.
APRIL APRIL!
Ich würde meine Enfield NIEMALS verkaufen. Ist nämlich mein Lieblingsmopped!
Endlich Feierabend, also nichts wie raus auf den Parkplatz in die Kälte und rauf auf den Russenhobel. Nach ziemlich vielen “One Kick Only”s habe ich endlich einen laufenden Motor, doch was ist das? Mist, die Katjuscha läuft wieder nur auf einem Pott. Mit halber Leistung fahre ich vom Parkplatz vor die Firma, da ist eine Straßenlaterne und mit Licht schraubt es sich bekanntlich besser. Also erstmal die Hauptdüse losdrehen und die Schwimmerkammer entleeren, um dann in den Resten des Benzins mal wieder Spuren von Wasser zu finden. Das war ja einfach, doch nach dem Zusammenbau des Vergasers immer noch keine Besserung.
Meine nach Benzin stinkenden duftenden behandschuhten Hände fummeln den Dell`Orto nochmal auseinander und ich schau mir die Hauptdüse an. Mist, zu dunkel hier, ich geh mal da rüber zu der Lampe auf dem schneebedeckten Rasen. So jetzt ist es besser. Ich drehe die Hauptdüse in den Fingern und schaue, ob ich Eisreste oder Dreck erkennen kann und plötzlich gleitet mit das Ding aus den kalten Fingern und fällt runter, mitten in einen halben Meter hohen Schneehaufen. Verdammte Scheiße! Ich fange ungefähr da an zu graben, wo ich den Einschlag der Hauptdüse vermute, doch auch als ich auf dem Rasen ankomme finde ich nichts, nur Katzenkacke. Lecker. Also grabe ich tiefer in den Haufen – in den aus Schnee – hinein, streiche mit den Händen immer wieder über das abgetragene eiskalte Material. Nichts.
Ein Arbeitskollege, der ebenfalls gerade Feierabend macht, kommt vorbei und fragt was ich da mache. “Na meine Hauptdüse suchen, was denn sonst?“, erkläre ich ihm. Fragende Blicke, woraufhin ich ihm kurz die unbedingte Notwendigkeit dieses Kleinteils zum Betrieb eines Motorrads erläutere. Er versteht meine Lage und hilft mir beim Suchen. Gemeinsam durchwühlen wir den Schneehaufen während ich ihm näher beschreibe, wonach wir überhaupt schauen müssen. “Ungefähr einen Zentimter groß, aus Messing, rund, kann eingeschraubt werden“, erkläre ich. Das mit der Katzenkacke erwähne ich nicht. Die ist eh gefroren und wird von Nicht-Katzenhaltern für Dreck gehalten. Aber ich weiß eben wie das aussieht – sehe ich jeden Tag im Katzenklo. Und der Schneehaufen wird immer kleiner, das kann doch nicht sein, verdammt! Mein Kollege durchsiebt mit seinen Fingern nochmal den bereits untersuchten Schnee. Hoffentlich stoßen wir nicht auch noch auf gelben Schnee, das wäre jetzt die Krönung.
“Ich hab sie!“, ruf mein Kollege auf einmal und er reckt die Hauptdüse wie eine Siegermedaille in die Höhe. Ich danke ihm voller Erleichtung für seine Hilfe während er die Düse vorsichtig auf meine Handfläche legt und ich bejahe die darauf folgende Nachfrage, ob ich nun alleine klar komme. Wir verabschieden uns, dann gehe ich zurück in die Firma und spüle das kleine Teil aus Messing mit warmem Wasser ab und befreie es so von Schmutz und Schnee. Noch ein wenig mit gespitzten Lippen durchpusten und abtrocknen und wieder ab in die Kälte. Dort schraube ich den Vergaser wieder zusammen, trete die Ural ins Leben und – oh Wunder – sie läuft auf beiden Töpfen. Jetzt aber nichts wie nach Hause.
Was habe ich gelernt? Benzindurchtränkte Unterziehhandschuhe sind nicht griffig, die Schwerkraft ist manchmal ein echt fieser Hund und gefrorene Katzenkacke sieht aus wie Dreck.