Gestern hat mir ein anderer Enfield fahrender KLX Fahrer im Royal Enfield Forum Deutschland eine Nachricht zukommen lassen, das für die KLX 250 S von Kawasaki eine Rückrufaktion gestartet wurde. Als ich abends nach Hause gekommen bin, hatte ich auch tatsächlich ein Einschreiben von Kawasaki im Postkasten. Beim Lesen des Briefs staunte ich nicht schlecht.
Hier mal der Originaltext der Gründe für die Rückrufaktion:
Das die Stecker bei normalem bis hartem Einsatz korrodieren wusste ich bereits von zwei anderen KLX Fahrern, die deswegen übrigens auch liegen geblieben sind. Bei beiden Maschinen waren es die ECU Stecker, nicht der Neigungssensor. Übrigens interessant, dass ich auf diesem Wege erfahre, dass die KLX einen Neigungssensor hat, ich hatte mich schon gewundert, warum das Motorrad bei der maximal möglichen Schräglage von 90 ° einfach ausgeht. Wäre ich selbst mal liegen geblieben hätte ich nach der ECU/EFI geschaut, aber nicht nach einem Neigungssensor. Gut zu wissen. :-)
Das die Tanklaschen abvibrieren können, finde ich allerdings noch ein wenig bedenklicher, ich kenne das ja von meinem Dieselmotorrad. Da besteht vibrationsbedingt auch die Gefahr, dass der Tank undicht wird, nur ist Diesel eben nicht leicht entzündlich. Es wird allerdings auch nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird, ich denke nicht, dass irgendwo eine Maschine in Brand geraten ist, aber es wird wohl ein Tank undicht geworden sein, sonst wäre es Kawasaki ja wohl kaum aufgefallen.
Was mich aber wirklich nervt: Jetzt darf ich wieder nach Soest zum Schnock gurken, was mich zwei Stunden sinnlos verschwendete Lebenszeit kostet. Diese zwei Stunden könnte ich durchaus anderweitig und angenehmer sinnlos verschwenden. Zum Beispiel mit total sinnlosem geballer über die Hausstrecke. ;-)
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Schlussanekdote
Gestern habe ich eine neue Küche bestellt, weil die alte einfach nicht in den neuen Raum passt. Ich habe dann mit dem Verkäufer ein wenig über das Motorradfahren geschwatzt und es stellte sich heraus, dass er keinen Motorradführerschein hat, weil ihm das zu gefährlich ist. Er fährt lieber *sic!* TRIKE. Bwahaha, als er das erzählt hat, habe ich fast laut losgelacht. Aber sonst war er echt nett und hat uns einen astreine Küche geplant.
Im Moment wird in der Presse ja so langsam die “Marktstart der HD Tri Glide” Sau durchs Dorf getrieben. Also habe ich mich dazu hinreißen lassen, mir einige der Artikel auch mal anzuschauen. Dabei ist mir etwas witziges aufgefallen: Überall ist zu lesen, dass dieses “Ding” mit PKW Führerschein gefahren werden darf. Gut, das ist so auch korrekt, aber nur wer seinen Führerschein vor der diesjährigen Führerschein Reform macht, denn die Reform sieht ja vor, dass zum Führen von Trikes in Zukunft ein Motorradführerschein erworben werden muss. Wer allerdings so jung ist, dass sie oder er gerade den Führerschein erwirbt, wird sowas eh nicht fahren wollen, also kennt Harley Davidson offenbar die Zielgruppe für dieses “Ding” sehr genau, wenn sie das mit dem PKW Schein sogar in offizielle Pressemitteilungen packen.
Abgesehen davon ist das Ding natürlich eh total scheiße und für die Jungs, die über die Google Suche “Tri Glide Führerschein” auf dieser Seite gelandet sind: Kauft euch sowas nicht. Wer sowas kauft hat einen kleinen Pimmel und nicht den Mumm ein richtiges Motorrad zu fahren. Aber Harley Davidson ist ja so oder so kacke, die haben Buell zu gemacht und jetzt warten sie halt mittelfristig auf ihren eigenen Tod, weil ihnen die Kundschaft wegstirbt und dieses Dreirad da oben ist dann halt die Krönung der ganzen Produktpalette. Ein völlig überteuerter Rentnerchopper und dank drei Rädern kann der pensionierte Zahnwalt damit an der Ampel nicht mal mehr umfallen. Also erst eine Sportster, dann eine E-Glide und kurz bevor der gemeine HD Kunde in die Kiste springt, wechselt er dann auf dieses “Ding”. Eigentlich eine clevere Geschäftsidee. Die von Harley Davidson erfinden sich auch immer wieder neu. Fragt sich nur, wann sie anfangen “Dinger” mit 4 Rädern zu bauen. Obwohl… die Idee ist gar nicht so schlecht, denn da könnten sie wirklich völlig gefahrlos schreiben: “Kann mit einem PKW Führerschein gefahren werden”. Ich lach mich schlapp!
PS: Nein ich mag Harley Davidson nicht. Fahrt das, wenn ihr wollt, aber mit Harley Davidson ist das bei mir genau wie mit Apple. Ich finde die Firma scheiße, ich finde die Chefs unsympatisch, die Produkte gefallen mir nicht und noch weniger das, was sie allgemein als “Firmenphilosophie” bezeichnen. Da bin ich leider auch nicht zu bekehren.
Am 6.7. soll ich ja auf Einladung von BOSCH deren neue ABS Systeme testen. Da ich ABS prinzipiell komisch finde und auch kein Motorrad mit ABS besitze, möchte ich mir die Gelegenheit mich intensiv mit diesen Systemen zu beschäftigen nicht nehmen lassen, denn die haben da einen Rundkurs, wo ich auch mal in der Kurve reinlangen kann, um zu sehen was passiert. Problem: Die Veranstaltung ist an einem Mittwoch in Erlensee Boxberg – einfache Autobahnstrecke 370 Kilometer. Also knapp 800 Kilometer hin und zurück und das an einem Tag. Ich denke mit der KLX wäre das kein Zuckerschlecken, deswegen hatte ich den Plan gefasst mir für den Tag ein Motorrad zu mieten. Kann ja nicht so schwer sein!
Also bin ich zu Yamaha Aster in Menden gefahren, weil ich von früheren Werkstattaufenthalten wusste, dass die auch Mietmotorräder haben. Mit dem Chef habe ich dann zusammen ins Prospekt geschaut, eine Ténéré wäre ja nicht schlecht. Für einen Tag kostet die irgendwas um die 100 Euro, aber leider sind da auch nur 100 Kilometer oder so mit drin. Für die 800 Kilometer hätte ich im Endeffekt über 300 Euro bezahlt! Er schlug mir dann vor, ich solle doch eine FZ8 für eine Woche mieten, da wären 900 Kilometer frei und das koste ja nur 250 Euro. Ähhh, hallo? Ich brauche das Teil nur für einen Tag, um relativ entspannt über die Dosenbahn blasen zu können und das sind mir 250 Euro echt nicht wert, denn das macht ja noch nicht einmal Spaß. Das Beste aber zum Schluss: Ich solle doch mal bei einer Autovermietung fragen,da die vielleicht günstiger wären. Klar, ich setze mich auch in einen Personenkraftwagen und fahre damit zu einer Motorradveranstaltung. Wie peinlich ist das denn bitte? Und dann schreib ich hinterher hier im Blog “ja, das war ja auch viel einfacher und entspannter mit dem Auto und überhaupt sind Autos ja toll und ich registriere jetzt die Domain www.das-auto-blog.de!”, oder wie? Nein, danke!
Die letzte Möglichkeit, die mir noch bleibt, ist das Angebot einer Motorradvermietung in Hamm, die haben eine Sparwoche (Mo. – Fr.) mit 900 Km frei für 139,- Euro. Das ist so gerade meine Schmerzgrenze, aber erschwerend kommt hinzu, dass ich eine BMW GS 650 fahren müsste. Nicht gerade mein Pferd, aber gut, wenn es mich in ruhigem Galopp über die Autobahn trägt und mir Abends nicht der Arsch blutet, wenn ich aus dem Sattel rutsche, dann will ich mal nicht so wählerisch sein.

Gelkissen für die Sitzbank (Quelle: Louis)
Falls alle Stricke reißen, habe ich da noch was Nettes bei Louis entdeckt, dass ich mir direkt bestellt habe: Ein Gelkissen für die Sitzbank. Falls ich doch mit der kleinen 250er über die Autobahn prügeln muss, dann könnte das möglicherweise helfen. Testen werde ich dieses Gelkissen auf jeden Fall, auch wenn es nicht wirklich prickelnd aussieht, aber in einer Kundenbewertung ist zu lesen:
“Ich fahre eine 650 Supermoto mit einer schmalen Sitzbank. Bereits beim Arbeitsweg (45 Min.) spürte man die harte Sitzbank. Letztes Jahr beim Dänemarktrip war es dann echt ne Qual. Also das Gelkissen vor meiner Harztour gekauft und da es so dünn ist, habe ich es unter den Sitzbankbezug eingebaut. Seit dem, selbst nach 6 Stunden fahrt, keine Probleme mehr.”
Das lässt hoffen, irgendwie muss ich ja schließlich zu dieser BOSCH-Veranstaltung kommen und falls das Gelkissen nichts taugt, dann habe ich wenigstens schon einen schönen Spitznamen dafür: Pussydeckchen.
Was ich zum Abschluss noch mal mit aller Deutlichkeit sagen muss: Das die bei Yamaha mit ihren Mietkonditionen so unflexibel sind, finde ich ziemlich arm. Ich habe die Situation genau erklärt, aber man konnte oder wollte das Problem nicht wirklich lösen.
Steve McQueen ist mir im Gedächtnis geblieben, weil ich als Jugendlicher den Film “Gesprengte Ketten” gesehen habe und diesen sehr mochte. Die Melodie des Hauptthemas der Musik in diesem Film ist auf ewig in meine Erinnerung eingebrannt und ebenfalls der legendäre Stunt von Steve McQueen (bzw. Bud Ekins), als er versucht mit einem Motorrad über die Schweizer Grenze in die Freiheit zu springen. Es gelingt ihm nicht, er stürzt und landet im Stacheldraht von Nazi Deutschland. Wissenswertes Detail: Steve McQueen hat das Drehbuch von “Gesprengte Ketten” umschreiben lassen, damit er in diesem Film Motorrad fahren konnte. Seine Leidenschaft für Motorräder hat er Anfang der siebziger Jahre in einem besonderen Film zum Ausdruck gebracht: On Any Sunday. (weiterlesen …)