Neulich bin ich bei eBay über so ziemlich die einzige Zubehör Auspuff-Anlage für die aktuelle Kawasaki KLX 250 gestolpert, doch der Preis von 655 Euro hat mich im ersten Moment sehr abgeschreckt. Dann ist mir eingefallen, dass ich dieses Jahr eine Steuerrückzahlung erhalten habe, worauf mein Gehirn sich kurz verabschiedet hat und ich die Anlage in geistiger Umnachtung bestellt habe. Du kennst das sicher: Da wird ein total geiles, aber teures Irgendwas angeboten und weil dir der Sabber in die Tastatur tropft kaufst du es dann, wirst aber hinterher von einem schlechten Gewissen heimgesucht.
Als das Paket dann am Freitag endlich eintraf, hatte sich das mit dem schlechten Gewissen aber auch ganz schnell wieder erledigt. Das GPR (Grand Prix Evolution, mit EU Zulassung) Auspuff-Komplettsystem ist sehr gut verarbeitet und der Endtopf (komplett aus Aluminium), wiegt grob geschätzt nur ein Fünftel vom Serien-Endtopf. Zudem wurde das System durch den optimierten Krümmer (Edelstahl) und ovalen Endtopf als leistungssteigernd angepriesen und bei 22 PS zählt wirklich jedes zusätzliche Pferdchen, wie ich auf meiner Tour im Odenwald feststellen musste (Bericht folgt).
Am Samstag habe ich die Anlage dann montiert – übrigens problemlos, alles sehr passgenau und auch alles dabei, was benötigt wird. Das System wird mit zwei Schalldämpfern geliefert, einem Endschalldämpfer und einem Dämpfer hinter dem Krümmer. Mein Endschalldämpfer ist noch drin, den zweiten DB-Eater habe ich zum testen erstmal nicht verbaut.
Nach dem ersten Anlassen tropfte mir dann wie bei der Bestellung der Sabber auf den Garagenfußboden, um es kurz zu machen: Rattenscharfer Sound – dumpf, pötternd, wie es sich für eine Enduro gehört. Und die anschließende Probefahrt bewies: Die Auspuff-Anlage wirkt sich tatsächlich sehr positiv auf die Leistung der Maschine aus. Der 5. Gang lässt sich nun locker und flüssig bis 100 ziehen, insgesamt hängt der kleine 250er Motor viel besser am Gas, die Beschleunigung ist gerade im 3. und 4. Gang wesentlich besser und unten rum wird mehr Drehmoment zur Verfügung gestellt.
Am Sonntag habe ich dann fix ein Video gemacht, das den Klang des Topfes kurz, aber deutlich darstellt: Einmal im Stand und danach bei einer Vorbeifahrt. Viel Spaß dabei!
Mein Fazit: Auch wenn die GPR Anlage teuer war, es hat sich gelohnt. Die kleine KLX macht so wesentlich mehr Spaß! Andererseits kann ich bei dem Preis ja auch gar nichts anderes sagen, oder? ;-)
Jetzt noch einen leichteren Tank, denn weniger Gewicht = mehr Leistung.
Kleiner Nachtrag: Wer hören will, wie der Sound vorher war, der sollte sich das Flip Testvideo ansehen (Idee von Max, siehe Kommentare).
Als ich gestern nach Hause gefahren bin, stand auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein Polizeiwagen, der gerade mit dem Kontrollieren eines anderen PKW beschäftigt war. Als ich angepöttert kam, blickte der Polizist im geschlossenen Polizeiwagen sofort auf und sah mich an. Nachgefahren sind sie mir nicht, da sie ja gerade beschäftigt waren, hätten sie Zeit gehabt, wäre ich fällig gewesen – jedenfalls gehe ich davon aus.
Deswegen habe ich heute morgen den 2. DB Eater doch noch eingebaut (Sache von 10 Minuten), Ergebnis: Klingt genauso geil, nur etwas leiser und umweltverträglicher. Damit ist der Auspuff nun sogar offiziell zugelassen, eine EU Zulassung ist ja der ABE gleichgestellt und ich muss mir keine Sorgen mehr machen.
Leider hat der DB Eater auch etwas Leistung gekostet, aber dem werde ich ja vielleicht bald mit einem Power Commander Modul entgegnen, wenn alles klappt. :-)
Die Anreise
Am späten Donnerstag Nachmittag komme ich los, und fahre direkt vom Büro aus auf die Autobahn Richtung Süden. Weibersbrunn im schönen Spessart ist mein Ziel, dort stehen ein paar Hondas die bewegt werden wollen. Bis zum ersten Tankstopp drehe ich den Gasgriff der KLX auf Anschlag und fahre mit 115 bis 120 Km/h über die Sauerlandlinie. Mehr schafft der kleine Motor einfach nicht, was ich aber nicht als hinderlich empfinde, die dünne harte Sitzbank ist da schon eher etwas anstrengend – und der Rucksack, der an meinen Schultern zerrt. Aber ich habe mich einfach nicht getraut die Kameraausrüstung diesmal auch in die Gepäckrolle zu verfrachten, um diese dann wieder – wie auf der Twitaly-Tour – auf der Autobahn zu verteilen.
Während des ersten Tankstopps fällt mir dann auf, dass diese “hohen Geschwindigkeiten” den Hinterreifen stark belasten, der Abrieb ist sichtbar, die erste Etappe hat mich bestimmt 2 bis 3 Millimeter Gummi gekostet. Ich fahre weiter und hänge mich fortan hinter zu schnell fahrende LKWs, lasse mich mit 100 bis 105 Km/h vom Windschatten mitziehen, wodurch die Fahrt etwas entspannter wird. Irgendwann wechsele ich von der Sauerlandlinie auf die A3 Richtung Nürnberg, und die Sonne verschwindet teilweise hinter den Bergketten, so dass ich nochmal anhalten muss, weil meine Hände von der Kälte kribbeln. Auf einem Autobahnrastplatz ziehe ich die Winterhandschuhe an und die Regenjacke über, danach geht es besser.
Dann wird es nochmal spannend, der Tankinhalt neigt sich kurz vor dem Ziel seinem Ende entgegen, aber ich möchte nicht ein weiteres Mal anhalten, da es inzwischen schon kurz vor 20 Uhr ist. Als der Tageskilometerzähler dann 180 anzeigt wird es langsam ernst, doch kurz darauf erreiche ich die ersehnte Ausfahrt. Das Hotel liegt keine 500 Meter von der Ausfahrt entfernt und direkt nebenan ist eine Tankstelle. Perfekt.
Dennis empfängt mich auf dem Parkplatz und begleitet mich zum einchecken, danach ziehe ich mich kurz um und wir gehen in das Hotelrestaurant, wo auch auch schon die Honda Mitarbeiter/-innen sitzen und auch Jochen. Ich versuche mich zu aklimatisieren, indem ich ein Bier bestelle. Mein Hirn ist von der Autobahnheizerei noch unterwegs und bisher nur in Teilen in Weibersbrunn angekommen.
Nach dem Essen wird es mit meinem Hirn langsam besser und wir quatschen in der sehr netten und sympatischen Runde über dies und das, interessanterweise aber weniger über Motorräder, sondern es geht eher um Internet-Kram, Sozial-Media und Web2.0, was mich ein wenig an die Twitaly-Tour erinnert. Blogger auf Motorrädern. Irgendwann verschwindet Dennis in seinem Zimmer und ein Bier später gehe auch ich ziemlich angeschickert aber glücklich schlafen. (weiterlesen …)
Da mein Bericht “Honda Pressetag 2010 – von CBR125 bis Goldwing” sicher noch bis morgen Abend in der Schreibe ist, hier vorab einige kleine optische Appetithäppchen. Viel Spaß beim linsen! Mein Lieblingsbild ist übrigens das, wo die CBR 600 RR ABS im Vordergrund und die CBR 1000 RR Fireblade im Hintergrund unscharf zu sehen ist. :-)
Ich habe übrigens bewusst versucht keine schnöden Fotos von der Seite zu machen, weil mich das selbst immer irgendwie anödet. Zuerst habe ich einfach mal die meisten Typbezeichnungen als Nahaufnahme aufgenommen und dann auch möglichst immer einige Details fotografiert. Ich hoffe es ist gefällig, ich finde es so zumindest interessanter und lebendiger.
Gestern hat mich Dennis vom MoppedBlog darauf aufmerksam gemacht, dass mein Content auf irgendeiner dubiosen Freehoster-Domain in Kopie online gestellt und mit GoogleAds versehen wurde. Ziemlich dreist: http://leben-aufmotorrad.iblogger.org/ (Link nicht als Link, damit der Schrott nicht auch noch in die Suchmaschinen rutscht).
Ich habe den Hoster angeschrieben, damit diese Inhalte entfernt werden, doch leider noch keine Antwort erhalten und da ich auch rechtlich kaum eine Chance habe, gegen einen ausländischen Hoster vorzugehen, muss ich nun wohl tricksen.
Im Support-Forum des Hosters habe ich nämlich gelesen, dass die Inhalte durch einen “abuse filter” laufen. Bei bestimmten Begriffen wird die Webseite also automatisch dicht gemacht. Da ich davon ausgehe, dass die Beiträge von mir regelmäßig auf das Freehosting-Angebot kopiert werden, kann ich das ja nutzen.
Deswegen folgen nun ein paar saftige Wörter in englischer Sprache – zum Schutze der Allgemeinheit in weißer Schrift auf weißem Grund…
[Update]
Der “Hack” hat funktioniert, deswegen habe ich die Schimpfworte mal entfernt. Scheinbar greift einige Zeit nachdem der Post auf die Kopie-Seite transferiert wurde, der Content-Filter des Hosters. Sehr schön!
Donnerstag Nachmittag geht’s Richtung Spessart, ich freue mich schon. Die Anreise mit der KLX wird vermutlich etwas langweilig und anstrengend, denn ich werde wohl die Autobahn benutzen müssen, da ich am Donnerstag noch arbeiten muss, aber ich bin gespannt, wie der darauf folgende Freitag werden wird und ob es mir gelingt dieses Ereignis auch medial ansprechend zu dokumentieren.
Zur Erinnerung: Ich darf die aktuelle Modellpalette von Honda zusammen mit Dennis vom Moppedblog und vermutlich vielen weiteren Pressevertretern, wie z.B. Jochen Vorfelder, ordentlich durchtesten. Da ich noch nie Honda gefahren bin, eine spannende Sache.
Getestet werden können ziemlich viele der edlen Honda Krafträder:
Ich möchte gerne die neuen 125er (CBR/CBF) testen, weil Kaja nämlich mit 16 – also in nichtmal 2 Jahren – den A1 Führerschein machen will. Da lohnt es sich für mich auf jeden Fall Eindrücke über die aktuellen 125er von Honda zu sammeln, auch was Leistung, Sicherheit und Handling angeht. Ein wenig Sorgen mache ich mir nämlich schon, auch wenn ich es toll finde, dass sie sich für das Motorradfahren begeistert.
Was mich auch noch sehr interessiert ist die Transalp, die einen sehr guten Ruf besitzt. Die Zuverlässigkeit kann ich zwar nicht testen, wohl aber, wie sich die “Transe” bewegen lässt und wie gut die Komponenten des Motorrads ingesamt zusammen passen.
Was ich sonst noch so fahren werde, weiß ich noch nicht, das lasse ich einfach auf mich zukommen. Die CBR1000RR Fireblade wäre natürlich der Oberkracher, aber ich könnte mir auch durchaus vorstellen die Goldwing mal zu fahren. Vielleicht überzeugt mich die Maschine ja sogar, dass meine Aversion gegen “Dickschiffe” unbegründet ist. Die VFR800 finde ich auch noch ziemlich interessant, weil mir die Optik gefällt.
Interessant wäre auch, wenn Dennis und ich die gleichen Maschinen fahren würden, so ließen sich unsere Einschätzungen später vergleichen, was sicherlich spannend wäre. Naja, mal sehen… ich quatsche ihn einfach mal darauf an.
Um einige optische Eindrücke von der Veranstaltung vermitteln zu können, werde ich meine Flip HD Videokamera mitnehmen und neben Twitter (Hashtag: #honda2010tt :D) und dem nachträglichen Schreiben eines Blog-Eintrags auch versuchen die Veranstaltung per Video festzuhalten. Das wird auf jeden Fall spannend, da es das Blog vielleicht endlich um eine weiteres Medium erweitert. Hoffentlich verliere ich meine Kamera-Ausrüstung nicht wieder auf der Autobahn… ich denke aber nicht. So ein Mist passiert mir nur einmal.
Auf den Freitag folgt meistens der Samstag, den ich mit den Jungs von der Handwaschpaste und mit Alexander von abgeschweift.de im Odenwald verbringen werde. Wenn ich schonmal da unten bin und Herr Troelf mir dieses verlockende Angebot unterbreitet, dann kann ich das einfach nicht ausschlagen.
Worüber ich mich jedoch besonders freue: Das ist meine erste Tour mit der KLX. Mal sehen, wie ich den Packsack auf die dünne Sitzbank gefriemelt bekomme und ob mir der Arsch am Abend blutet. :-)
Vorfreude ist was schönes. Und eine 4-Tage Arbeitswoche auch.