Mai 2008

Bericht zum Gespanntreffen in Neuerkerode

Letztes Wochenende war ich wie angekündigt auf dem Gespanntreffen in Neuerkerode bei Braunschweig. Ich fuhr am Freitag morgen, nachdem ich die Campingausrüstung und meine übrigen Klamotten auf die Enfield gebastelt hatte, für meine Verhältnisse relativ pünktlich um kurz vor 11 Uhr los. Zuerst war ich etwas unsicher, ob meine mit Gummiseilen gesicherte Gepäckkonstruktion halten würde, was aber kein Problem war. Im Gegenteil: Ich konnte mich sogar ein wenig anlehnen, an der Gepäcksissibar, sehr bequem.

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Die Enfield lebt

Es ist vollbracht, das Öl sprudelt nicht mehr wie die heißen Quellen auf Island. Ein neuer Deckel für die Stößelstangenkammer hat geholfen, der mir freundlicherweise von meiner Lieblingswerkstatt zur Verfügung gestellt wurde. Problem war nämlich: Das Ersatzteil wäre niemals bis morgen früh da gewesen, aber ich will doch unbedingt mit der Enfield zum Gespanntreffen in Neuerkerode fahren. Also hat der Meister Meißner kurzerhand den Deckel von einer Ausstellungsmaschine genommen und mir noch den weisen Rat mit auf den Weg gegeben: “Zärtlich anziehen, nicht mit der Knarre”. Gesagt getan… dicht. Den letzten hatte ich wohl einfach zu stark festgezogen, so dass der Aluminiumdeckel einen Riss bekommen hat.

Doch noch mehr: Gestern ist mein optimierter bzw. gekürzter Schieber für den Vergaser und eine neue 115ner Hauptdüse eingetrudelt, die ich natürlich heute Abend noch verbaut habe. Es ging erstaunlich problemlos und zügig von statten: Schieber entfernen, Vergaser ausbauen, Schwimmerkammer demontieren, 110er Düse gegen die 115ner tauschen, alles wieder zusammenfriemeln und fertig ist der Lack. Dabei habe ich noch kontrolliert, ob sich in der Schwimmerkammer Ablagerungen festgesetzt haben, Ergebnis: Das Ding war trotz Winterstandzeit absolut sauber, also war nicht mal eine Reinigung nötig.

Dann der erste Probelauf: Huch, das Standgas ist viel höher, Nebenluft? Nein, keine Nebenluft, dass kommt durch den veränderten Schieber, also raus mit der Schieberanschlagschraube und auf zur verregneten Probefahrt…

Ich muss sagen, ich bin beeindruckt, die Enfield läuft jetzt wirklich spürbar besser. Gerade bei niedrigen Drehzahlen hat sie einfach mehr Druck und das Beschleunigen gestaltet sich wesentlich weicher. Der Leerlauf ist auch um einiges gleichmäßiger geworden und das Loch beim Gasgeben ist verschwunden. Ich kann den Umbau also wirklich empfehlen: Gekürzter Schieber, gekürzte und optimierte Düsennadel, eine größere Hauptdüse und das Sekundärluftssystem stillegen: Bringt wirklich was. Dann noch eine Iridium Kerze rein und die Enfield läuft um Längen besser. Der genau eingestellte Zündzeitpunkt bringt dann noch ein paar Prozente auf der Wohlfühlskala und das Beste: Kostet alles fast nichts. Grob überschlagen habe ich ca. 40 Euro investiert für die Teile und eben ein wenig meiner Zeit. Aber hey, mir macht das Basteln an der Enfield unglaublich viel Spaß, ich habe die Zeit wirklich gerne investiert. Die Technik ist auch nach drei Jahren immer noch faszinierend. Und wenn die Finger Abends mal schmutzig sind, dann weiß ich wenigstens was ich getan hab.

Morgen geht’s dann mit der Enfield auf zum ersten Treffen dieses Jahr. Trotz der eher schlechten Wetterprognosen freue ich mich. On the road… es hat mir wirklich gefehlt, gerade die letzten Monate, in der ich ziemlich viel privaten Stress hatte und auch jetzt noch eine nicht gerade einfache Lebenssituation zu bewältigen habe. Da tut es gut mal rauszukommen. Und mir ist egal wenn es pisst… es ist nur Wasser und zur Not mache ich mich einfach von Innen mit Bier feucht. Die äußeren und inneren Kräfte müssen schließlich im Gleichgewicht bleiben.

Ein Bericht der Tour wird jedenfalls folgen, da bin ich mir ziemlich sicher.

Was für eine Spammail!

Frisch aus meinem E-Mail Briefkasten. Endlich mal SPAM, der lesenwert ist:

Sehr geehrter Herr,

Menzee Corporation ist ein verläßlicher Name in der Herstellung des Motorradkleides und wird festgelegt, wenn er Dienstleistungen zu seinen bewerteten Kunden zur Verfügung stellt, um Sicherheit, Sicherheit, Zuverlässigkeit und Zeit-Leistungsfähigkeit durch seinen Zustand der kunsttechnologie und der engagierten Mannschaft der Fachleute sicherzustellen.

Dieses Jahr auch, wir sind fortgefahren, in den neuen Technologien des Geschäfts mit einem Fokus auf Sicherheit der Mitfahrer auf dem Fahrrad mit Art und Weise zu investieren. Titanschutze, TPU protection(non breakable) aus Seite die Schultern, Knie u. Winkelstücke und Firmenzeichen über dem Schutz mit Lasertechnologie und TRP Firmenzeichen Einspritzung-Technologie. Dieses Schutz für das Laufen der Klagen, der Jacken, der Handschuhe, der Hosen und der neuen kevler Jeans im Baumwollstofftuch auch eingeführt.

Wir sind erstes Einleitungszeichen die Titanknieschweber für das Laufen der Klagen in Pakistan an der Welt, die preiswertester Preis mit Ihren gedruckten Firmenzeichen mit Laser bearbeitet.

Minimoto Leder- u. Textilkleider eine andere Produktinnovation eingeführt durch menzee, um die Verarbeitung der Kunden Anforderungen in einem mehr Sicherheit und Art und Weiseeffekt zu erleichtern.

Wir arbeiten von vielen Jahren corben innen den Faserschutz für das Laufen der Klagen und laufen Handschuhe, Jacken und so weiter, Sicherheit zu unseren Kunden Marken zur Verfügung zu stellen.

Unser Schutz ist das CER, das von SATRA genehmigt wird.

Wir möchten diese Gelegenheit wahrnehmen, unsere Verpflichtung als Ihr zuverlässiger Marke Partner zu reiterieren. Als immer, fahren wir fort, unsere Dienstleistungen zu exportieren, um das Entwerfen der Lösungen anzubieten, die Mehrwert Ihrem Geschäft. Unsere Verkäufe und Kundendienstpersonal ist immer vorhanden, irgendeine Art Fragen zu erleichtern.

Fühlen Sie bitte frei, mit uns für jede mögliche Kleid bezogene Frage in Verbindung zu treten, wie wir vorwärts zu einem gegenseitig erfüllenverhältnis schauen.

Mit freundlichen Grüßen,

Imran Saleem

Sales & Export Manager

Klar, so ein Motorradkleid hätte ich auch gern! Macht bestimmt was her. Und Titanknieschweber, hey, die wollte ich doch schon immer mal haben! Aber wenn das Kundendienstpersonal auch so redet, wie in der Mail… dann sehe ich von einem Kauf doch lieber ab – auch, wenn das gegenseitig verhältnis noch so erfüllen!

Kleiner Ölunfall [Update]

Im Moment kämpfe ich mit der Dichtigkeit des Deckels der Stößelstangenkammer meiner Enfield. Diese meinte nämlich Samstag Nacht auf der Rückfahrt von Menden nach Dortmund noch so undicht werden zu müssen, dass mir mein Gefährt einen halben Liter Öl über die Hose und die rechte Seite des Moppeds verteilt hat. Eine riesen Sauerei! Und es war wirklich ein halber Liter… soviel musste ich nämlich auffüllen.

Also habe ich gestern Nachmittag versucht das ölversprühende Mistvieh wieder zur Dichtigkeit zu überreden, aber zuerst galt es die genaue Stelle der Undichtigkeit zu ermitteln – was übrigens gar nicht so einfach ist, wenn alles voll mit Öl ist. Mit meiner ersten Vermutung, dass die Dichtung des Deckels einen weg hat, lag ich leider dann auch noch total falsch, es lag an der Dichtung der Mutter, die den Deckel auf das Motorgehäuse presst. Die Mutter hat unten eine Art Teller, in die eine Nut gefräst ist. In dieser Nut liegt normalerweise ein Gummiring, der die Mutter abdichten soll, was aber nur funktionieren kann, wenn die Gummidichtung auch komplett ist… was leider nicht der Fall war, denn mehr als die Hälfte des Gummirings war schlichtweg nicht mehr vorhanden.

Also habe ich versucht mir selbst eine neue Dichtung zu basteln… leider erfolglos. Selbst mit einem gut positionierten O-Ring aus Kupfer habe ich das nicht dicht bekommen. Ich bin ein wenig verärgert, weil diese Mutter auch wieder so ein kleiner Konstruktionsfehler ist. Warum nicht von Anfang an eine Hutmutter mit Teller, in den ein normaler Kupferring passt? Das sich das Gummi bei einem Bauteil, dass direkt unter dem Zylinder liegt und ständigen Kontakt mit heißem Motorenöl hat, irgendwann verflüchtigt war doch abzusehen! Bei den älteren Enfields ist es übrigens nicht mit einem Gummiring, sondern mit einem Kupferring als Dichtung gelöst, wie ich dem Werkstatthandbuch entnehmen konnte… also mal wieder eine spezielle Verschlimmbesserung bei meiner Bullet Sixty-5.

Ich war dann heute morgen direkt beim Enfieldhändler, ich hoffe ich bekomme noch bis Freitag morgen Ersatz, weil ich auf das Gespanntreffen in Neuerkerode nämlich mit der Enfield fahren wollte und nicht mit der Yamaha. Zur Not probiere ich es aber nochmal mit einer selbst hergestellten Korkdichtung. Das könnte funktionieren. Außerdem könnte ich diesen Versuch dann noch mit dem Genuss eines leckeren Fläschen Weißweins verbinden, um genügend Ausgangsmaterial für die Dichtung zu erhalten. ;-)

Trotzdem ist es irgendwie ärgerlich: Wegen eines Pfennigartikels kann ich zur Zeit nicht mit der Enfield fahren. Und das bei dem Wetter! :-(

[Update]

Wie sich herausgestellt hat, liegt es nicht an der Dichtung, ich habe nämlich die Neue verbaut und es spritzt immer noch Öl unter der Schraube hervor. Ich denke der Deckel der Stößelstangenkammer hat einen Haarriss. Verdammte Scheiße, hoffentlich krieg ich das Ersatzteil noch bis Freitag morgen…

So, jetzt aber richtig!

Nachdem mir meine gefühlsmäßigen Einstellarbeiten an der Zündung der Enfield nicht wirklich geheuer waren, habe ich mir einen Einsatz für meine Messuhr bestellt, den ich in’s Kerzenloch schrauben kann, um genaueste Messungen mit der Messuhr durchzuführen. Und siehe da: Der Zündzeitpunkt war immer noch ein wenig zu früh, so eine Sauerei! Jetzt habe ich den Zündzeitpunkt mit Hilfe der Messuhr bei meiner Enfield relativ genau auf 0.9 mm bis 1.0 mm vor dem obersten Totpunkt legen können, was bei meiner Fahrweise denke ich optimal ist.

Mein MessuhrWenn man den Bogen mit der Messuhr erstmal raushat, dann ist das Einstellen des Zündzeitpunktes wirklich angenehm zu bewerkstelligen, ich habe nur erst den Fehler gemacht, denn Dekompressionhebel nicht festzukleben, das war etwas anstrengend, aber danach ging es wirklich gut. Du kannst dich wirklich Schritt für Schritt an den Zeitpunkt der Zündung herantasten. Ich habe dann noch ein kleines Multimeter zur Hilfe genommen, dass ich an Masse und den Unterbrecher geklemmt habe, so war der Zeitpunkt des Öffnens des Unterbrechers (=Zündung) wirklich gut zu bestimmen – geht natürlich auch mit einer Prüflampe, aber die hatte ich gerade nicht da.

Tja, und dann habe ich endlich das SLS – das ominöse Sekundärluftsystem der Enfield – lahmgelegt, weil es einfach so sinnvoll ist, wie ein Arschloch am Ellenbogen. Die Funktionsweise ist einfach: Am Ansaugkanal befindet sich ein Schlauch, der durch das vorbeiströmende Benzin-Luft-Gemisch einen Unterdruck erzeugt und ein Ventil öffnet. Wenn das Ventil geöffnet ist, strömt Frischluft über einen zweiten Schlauch in der Krümmer, damit die Abgase “nachverbrannt” werden können. Ansich ja toll, aber: Der SLS Anschluss am Krümmer rostet bei allen Enfields schon nach wenigen Monaten wie blöd und heizt durch die “Nachverbrennung” das Auslassventil zusätzlich auf. Merkt man daran, dass der Krümmer mit SLS wesentlich blauer anläuft, als bei den Enfield ohne SLS. Also habe ich einfach den Teil des SLS auf der Ansaugseite stillgelegt, indem ich ein Stück Metall in den Schlauch geschoben und mit einer Schlauchschelle fixiert habe. Dann habe ich das Auslassgeraffel entfernt, eine Blindmutter auf das SLS am Krümmer geschraubt und gut. Nun ist Ruhe und endlich Patscht es auch nicht mehr so beim Abtouren nach schnellerer Fahrt. Und wer jetzt meint, ich wäre ein Umweltsünder: Ob mit SLS oder ohne… die AU wird auf jeden Fall auch ohne SLS bestanden – da sieht man mal, wie wirkungsvoll die ganze Sache ist.

Jetzt habe ich mir noch einen gekürzten Vergaserschieber, und eine größere Hauptdüse bestellt, damit das Gemisch im Teillastbereich noch ein wenig angefettet wird. Ich erhoffe mir davon, dass die Enfield im Sommer nicht mehr an Hitzeproblemen leidet. Wenn die Teile da sind, werde ich sie einbauen, und natürlich darüber berichten. Ob es dich interessiert, oder nicht! ;-)

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