Warum? Ich bin heute zum ersten Mal seit über einem Jahr mit dem Auto zur Arbeit gefahren. Meine Frau ist seit Freitag in Freiburg Freunde besuchen und brauchte demnach die letzten Tage das Auto nicht. Also habe ich heute morgen mal nicht die Zwiebelschichten angezogen und bin ganz ohne Thermounterwäsche in unserem Ford – spießig, ich weiß – zur Arbeit gefahren.
Unabhängig davon, dass ich jetzt als Weichei gebrandmarkt werden könnte, sind mir folgende Dinge sofort aufgefallen:
- Scheibenwischer machen nervende Geräusche
- Uhren im Fahrzeug sind so nützlich wie ein Arschloch am Ellenbogen
- Überholen gestaltet sich unnötig umständlich
- als Fahrer musst du viel mehr darauf achten nirgendwo anzuecken…
- …wobei die Sicht echt beschissen ist
- ein Auto hat keinen Kickstarter und lässt sich mit einem einfachen Drehen des Schlüssels starten
- da hat man mal über 60 PS und kommt doch nicht aus dem Quark…
- viel zu viel Platz für viel zu wenig Person
- an der Ampel nach vorne fahren kannst du vergessen!
- wenn man lange nicht mehr Auto gefahren ist, ist das wirklich ein sehr seltsames, fast beunruhigendes Gefühl
- ein Auto hat keine Schräglage!!!
Dafür aber ein Dach. Und Autos kippen nicht so schnell um bei Glatteis.
Aber ich werde mich dieser Bequemlichkeit nicht beugen und morgen wieder mit dem Motorrad fahren.
Ist doch schöner und – trotz des Wetters – irgendwie angenehmer.

Royal Enfield Bullet, geboren 1954, verstorben 2007. Ihre herausragendste Eigenschaft war Kontiunität.
53 Jahre wurde die Bullet in Ihrer bis heute erhaltenen Form gebaut, doch das Schreckgespenst des Klimawandels hat ihr letztendlich eine weitere Zukunft in dieser Form versagt. Sie war das Privileg einen nagelneuen Oldtimer kaufen zu können, ein Motorrad, das die hohe Ingenierskunst der britischen Motorradmanufakturen in den 50er Jahren wiederspiegelt, deren Virtuosität auch im Jahr 2007 noch beindruckt hat. Und übrigens auch das meistgebaute Motorrad und kontinuierlichste Motorrad der Welt, das es nie nötig hatte Geschwindigkeitsrekorde zu brechen und lieber die Herzen der Fahrerinnen und Fahrer mit ihrer einzigartigen Schönheit und Eleganz eroberte. Und übrigens auch Basis für das erste und lange Zeit einzige in Serie gebaute Dieselmotorrad der Welt. Ich verneige mich in nachdenklicher Trauer mit einem weinenden und einem lachenden Auge vor der Königin der Motorräder. Und ich weiß: Born, to be back again. Royal Enfield, die Legende lebt.
Eine traurige Pressemitteilung: Die Rallye Dakar ist heute, einen Tag vor dem geplanten Start des Rennens, vom Veranstalter abgesagt worden.
Angesichts der Ermordung von vier französischen Touristen am 24.12.07 in Mauretanien, durch eine vermutlich dem Terrornetzwerk Al-Qaïda nahestehenden Gruppierung, sowie der direkten Androhnung von Anschlägen gegen das Sportereignis, sah sich der Veranstalter gezwungen die Rallye nicht durchzuführen, um die Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten. Die Veranstalter sind damit der Empfehlung der französischen Regierung gefolgt, die dazu geraten hatte die Rallye nicht durchzuführen.
Eine nachvollziehbare, aber dennoch nicht unstreitbare Entscheidung – auf der einen Seite durch die Verantwortung der Veranstalter gegenüber den Teilnehmern absolut nachvollziehbar, verständlich und legitim, aber auf der anderen Seite auch mit einem bitteren Nachgeschmack behaftet: Der Terrorismus war stärker als unser Wille und hat unsere Lebensart erneut erfolgreich angegriffen und eingeschränkt.
Trotzdem war die Entscheidung wohl richtig: Menschenleben haben immer Vorrang vor einem Sportereignis.
Dennoch bleibt die Enttäuschung groß.
Update:
In einem Spiegel Artikel zum Thema sind nun erste kritische Stimmen zur Entscheidung des Veranstalters nachzulesen. Zudem wird überlegt Schadensersatzforderungen zu stellen.
Update #2:
Es wird nun überlegt, den Außtragungsort der Dakar komplett zu verlegen, Südamerika ist im Gespräch, zudem hat sich der kritische Ton noch verschärft und weitere Schadenersatzforderungen werden wohl gestellt.
Weitere Artikel zu diesem Thema:
Financial Times Deutschland, OÖ Nachrichten, Kurier, Netzzeitung
via moppedblog.de, dirtgirls.de
Im Enfield Forum habe ich einen interessanten Link aufgeschnappt, der uns in die Welt der (defekten) Ventile entführt und sehr verständlich erklärt, wie ein Ventilschaden kostengünstig in Eigenleistung behoben werden kann. Zudem vermittelt der Artikel auch ein besseres Verständnis der Funktionsweise und des Aufbaus von Ventilen.
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